Bundesnetzagentur, Millionen

Bundesnetzagentur stoppt Millionen gefährlicher Smartwatches

06.02.2026 - 16:44:12

Die Behörde unterband 2025 den Verkauf von 7,7 Millionen nicht konformer Produkte, darunter gefährliche Smartwatches mit gefälschten Gesundheitsfunktionen. Neue EU-Regeln für KI verschärfen die Anforderungen.

Die Bundesnetzagentur hat 2025 den Verkauf von 7,7 Millionen nicht konformer Elektronikgeräte unterbunden. Besonders im Fokus standen Smartwatches mit gefälschten Gesundheitsfunktionen, die eine echte Gefahr für Verbraucher darstellen.

Falsche Gesundheitsdaten als Hauptproblem

Die Behörde räumte den deutschen Markt gründlich auf. Im Visier hatten die Kontrolleure vor allem Smartwatches, die angeblich den Blutzucker messen können. Diese Funktion war jedoch nur simuliert. „Nutzer, die sich auf diese falschen Daten verlassen, gehen ein erhebliches medizinisches Risiko ein“, warnt die Agentur. Die Modelle waren bereits im EU-Schnellwarnsystem „Safety Gate“ gelistet, wurden aber dennoch online in Deutschland angeboten. Neben den irreführenden Gesundheitsversprechen verstießen sie auch gegen das deutsche Funkgerätegesetz (FuAG).

Die Online-Plattformen entfernten die Angebote nach Hinweis der Behörde. Insgesamt führte die Marktüberwachung im Internet zur Löschung von Listungen, die über fünf Millionen Einzelprodukte umfassten. Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, betont: „Wir haben eine große Zahl von Geräten entdeckt, die nicht für den Vertrieb in Europa geeignet sind.“

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Kontrollen an allen Verkaufskanälen

Die Offensive war umfassend. Neben dem Online-Handel arbeitete die Behörde eng mit dem Zoll zusammen. Dieser meldete 2025 über 8.200 verdächtige Warensendungen – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Fast 90 Prozent dieser Sendungen waren nicht konform, was zum Importverbot für mehr als 359.000 Artikel führte.

Auch der stationäre Handel blieb nicht verschont. Bei Kontrollen in Geschäften erwiesen sich 58 Prozent der überprüften Gerätetypen als mangelhaft. Diese nicht konformen Produktlinien betrafen rund 1,9 Millionen Einzelstücke. Häufige Mängel waren fehlende CE-Kennzeichnungen und Überschreitungen der Grenzwerte für elektromagnetische Störungen.

Vorgeschichte: Schon 2017 gab es Verbote

Die jetzige Aktion ist kein Einzelfall. Die Bundesnetzagentur hat eine klare Linie gegen unsichere oder privacy-gefährdende Wearables. Bereits 2017 verbot sie bestimmte Kinder-Smartwatches mit Abhörfunktion. Eltern konnten damals über eine App heimlich die Umgebung des Kindes abhören – ein klarer Verstoß gegen deutsche Überwachungsverbote. Die Behörde forderte die Zerstörung der Geräte.

Dieser Präzedenzfall zeigt die geringe Toleranz der Regulierer. Egal ob durch versteckte Abhörfunktionen oder, wie jetzt, durch gefährlich ungenaue Gesundheitsfeatures: Nicht konforme Elektronik hat auf dem deutschen Markt keine Chance.

Ausblick: Neue EU-KI-Verordnung kommt

Die Regulierung wird für Hersteller noch strenger. Ab August 2026 tritt der europäische KI-Gesetz (AI Act) voll in Kraft. Er stellt hohe Anforderungen an KI-Systeme, die in Produkten wie Smartwatches stecken. Die Unsicherheit bei den Herstellern ist jedoch groß. Die EU-Kommission verpasste kürzlich einen Schlüsseltermin für Leitlinien zur Einstufung „hochriskanter“ KI-Systeme.

Für eingebettete KI in bereits regulierten Produkten – etwa fortschrittliche Gesundheits-Wearables – gilt sogar eine Übergangsfrist bis August 2027. Die Hersteller stehen vor einer komplexen Aufgabe: Sie müssen ihre smarten Uhren nicht nur nach Funkrecht, sondern auch nach dem neuen KI-Recht konform gestalten. Nur so können sie ihre Produkte weiterhin in Deutschland und der EU verkaufen.

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