Bullish Aktie: 358% Short-Anstieg bei Kurssturz
07.06.2026 - 16:58:37 | boerse-global.de
Bei Bullish passt gerade wenig zusammen. Insider verkaufen, ARK Invest kauft, Leerverkäufer erhöhen den Druck. Der Kurs spiegelt diesen Streit bereits wider. Das macht die Aktie zu einem der auffälligeren Krypto-Nebenwerte.
Am Freitag schloss die Bullish-Aktie bei 26,96 USD und verlor 9,10 Prozent. Auf Monatssicht summiert sich das Minus auf 39,16 Prozent.
Seit Jahresbeginn liegt die Aktie 31,33 Prozent im Minus. Vom Jahreshoch bei 48,93 USD ist der Kurs inzwischen 44,90 Prozent entfernt.
Zum Jahrestief bei 24,79 USD bleiben nur 8,75 Prozent Abstand. Der Markt preist damit bereits viel Skepsis ein.
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Insider verkaufen, ARK kauft
CEO Thomas Farley verkaufte im Mai 2026 über einen Rule-10b5-1-Plan 80.000 Aktien. Zuvor hatte er derivative Awards über 160.000 Anteile ausgeübt. Er hält seither keine direkten Aktien mehr.
Über das vergangene Jahr gaben Insider insgesamt 160.000 Aktien ab. Käufe wurden nicht gemeldet. In den letzten drei Monaten lagen die Insider-Verkäufe bei rund 6,4 Millionen USD.
Auf der anderen Seite steht ARK Invest. Cathie Woods Firma kaufte am 18. und 19. Mai rund 122.000 Aktien. Der Wert lag bei etwa 2,5 Millionen USD, verteilt auf drei ETFs.
Diese Käufe gehörten zu einem rund 12,5 Millionen USD schweren Programm über vier Handelstage. Es folgte auf einen Kursrückgang von 7 Prozent nach den Quartalszahlen. ARK bleibt damit seiner Linie treu, Krypto-nahe Risikoanlagen bei Rücksetzern aufzustocken.
Leerverkäufer setzen auf Druck
Das Short Interest liegt bei 9,0 Millionen Aktien. Das entspricht 44,8 Prozent des Streubesitzes. Im Jahresvergleich stieg der Wert um 358 Prozent.
Das ist ein klares Misstrauenssignal aktiver Händler. Die Days-to-Cover liegen bei 8,5 Tagen. Eine mögliche Eindeckungsbewegung bräuchte damit Zeit, um sich aufzubauen.
Der operative Hintergrund ist ebenfalls wichtig. Bullish hat im Mai bei der CFTC Anträge auf Anerkennung als Designated Contract Market und auf Registrierung als Derivatives Clearing Organization gestellt. Eine doppelte Zulassung würde eine regulierte Terminbörse samt Clearinghaus für digitale Assets in den USA ermöglichen.
Der Prozess läuft aber nicht schnell. Die Prüfung kann ein Jahr oder länger dauern. Kurzfristig liefert sie daher eher Fantasie als harte Erlöse.
Plattformdaten werden zum Test
Die nächsten Plattformkennzahlen dürften zeigen, wie stark der schwächere Kryptomarkt das Geschäft trifft. Die April-Daten zeigten ein Gesamthandelsvolumen von 46,9 Milliarden USD, davon 38,0 Milliarden USD im Spot-Segment. Der durchschnittliche Spread lag bei 1,95 Basispunkten.
Wenn die Mai-Daten spürbar schwächer ausfallen, trifft das den Kern der Ertragslogik. Weniger Handelsvolumen bedeutet weniger Transaktionseinnahmen. Genau hier setzen die Shortseller an.
Im ersten Quartal meldete Bullish digitale Asset-Umsätze von 51,8 Milliarden USD. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 604,9 Millionen USD. Je verwässerter Aktie entsprach das minus 3,85 USD.
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Die bereinigten Zahlen wirken deutlich stabiler. Sie trennen das operative Plattformgeschäft stärker von Bewertungseffekten und Marktschwankungen.
Der bereinigte Umsatz lag bei 92,8 Millionen USD. Das bereinigte EBITDA erreichte 35,1 Millionen USD. Das bereinigte Nettoergebnis betrug 20,3 Millionen USD.
Bei den Analysten bleibt der Ton trotz Kursdruck konstruktiv:
- Clear Street senkte das Kursziel auf 48 USD nach zuvor 50 USD und bleibt bei „Buy“.
- Deutsche Bank-Analyst Brian Bedell senkte das Ziel auf 61 USD nach 63 USD und hält an seiner Kaufempfehlung fest.
- Im Konsens empfehlen 11 Analysten die Aktie zum Kauf, das mittlere Kursziel liegt bei 48,65 USD.
Der Kryptomarkt liefert dafür aber derzeit wenig Rückenwind. Der Fear-and-Greed-Index notiert im niedrigen 20er-Bereich. Bitcoin fiel am 2. Juni unter 70.000 USD.
Der gesamte Kryptomarkt ist auf rund 2,41 Billionen USD gefallen. Die Korrelation mit dem Dow liegt bei 84 Prozent, was auf einen breiten makrogetriebenen Ausverkauf hindeutet.
Als nächster Prüfstein dienen die Mai-Plattformkennzahlen. Fallen die Volumina deutlich unter April-Niveau, bekommt die Short-Seite neue Argumente. Stabilere Daten würden dagegen ARKs Kaufthese kurzfristig stützen.
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