Bürokratieabbau, Realität

Bürokratieabbau trifft auf digitale Realität

04.02.2026 - 14:54:12

Studie zeigt gravierende Kompetenzlücken bei digitaler Transformation, während neue EU-Regularien wie die Entgelttransparenzrichtlinie Personalabteilungen unter Druck setzen.

Deutschlands Büros stehen vor einer doppelten Herausforderung: Neue Gesetze fordern digitale Effizienz, während eine Studie massive Wissenslücken offenbart. Der Druck auf Personalabteilungen, Verwaltung zu modernisieren, ist so hoch wie nie.

Studie offenbart gefährliche Wahrnehmungslücke

Eine am 3. Februar 2026 veröffentlichte Untersuchung der Haufe Akademie deckt einen gravierenden Graben in deutschen Unternehmen auf. Die „Future Skills Study 2026“ zeigt: Während Führungskräfte ihre Teams für digital kompetent halten, fühlen sich Mitarbeiter oft unsicher und im Stich gelassen. Diese Diskrepanz droht, die digitale Transformation auszubremsen.

HR-Experten warnen vor den Folgen. Gerade beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) sei ein gemeinsames Verständnis essenziell. Investitionen in teure HR-Software bringen ohne transparente Kommunikation und Schulungen keinen Nutzen. Die Studie fordert einen Fokus auf Fähigkeiten wie Datenkompetenz und Mensch-KI-Kollaboration.

Anzeige

Seit August 2024 gelten neue Regeln für KI – viele HR-Teams riskieren Bußgelder und Compliance-Probleme, weil Anforderungen zu Kennzeichnung, Risikoklassifizierung und Dokumentation oft unbekannt sind. Ein kostenloser Umsetzungsleitfaden zur EU-KI-Verordnung erklärt praxisnah, welche Pflichten auf Unternehmen zukommen, wie Sie KI-Systeme korrekt klassifizieren und welche Übergangsfristen jetzt gelten. Perfekt für Entscheider und HR-Verantwortliche, die KI nutzen oder einführen. Prüfen Sie jetzt, bevor Projekte ins Stocken geraten. KI-Verordnung-Umsetzungsleitfaden jetzt herunterladen

Neue Gesetze zwingen zum digitalen Handeln

Parallel müssen Unternehmen zwei große regulatorische Veränderungen bewältigen. Der Bundestag verabschiedete vergangene Woche das Bureaucracy Relief Act (BRUBEG). Es soll Papierpflichten reduzieren und Prozesse vereinfachen, vor allem im Finanzsektor. Juristen der Kanzlei Noerr analysierten am 4. Februar die Auswirkungen.

Doch die Erleichterung an einer Stelle wird durch neue Pflichten an anderer wettgemacht. Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie dominiert die Diskussionen in Personalabteilungen. Unternehmen mit über 150 Mitarbeitern müssen ihre Gehaltsstrukturen ab Mitte 2026 offenlegen. Das erfordert eine vollständige digitale Erfassung und Auswertung von Vergütungsdaten, um den Gender Pay Gap transparent zu machen.

Wirtschaftliche Zurückhaltung bremst Investitionen

Die Notwendigkeit zur Digitalisierung ist unbestritten, die Umsetzung stockt. Die Quartalszahlen der All for One Group SE vom 4. Februar belegen eine investitionszurückhaltende Stimmung. Geopolitische Unsicherheiten und eine schwache Konjunktur im DACH-Raum lassen Firmen zögern.

Das schafft ein Paradox für HR-Verantwortliche: Sie sollen durch Digitalisierung Effizienz steigern und neue Gesetze umsetzen, kämpfen aber mit knappen Budgets und zögerlichen Vorständen. Die Migration zu Cloud-basierten SAP-Lösungen für Personal und Finanzen wird oft verzögert.

Nachhaltigkeit wird zum digitalen Standard

Ein Lichtblick kommt vom Thema Nachhaltigkeit. Eine Bitkom-Umfrage vom 3. Februar zeigt, dass 74 Prozent der Unternehmen ihre alte IT-Hardware professionell und umweltfreundlich entsorgen. Ein Drittel spendet funktionsfähige Laptops an Schulen, ein Viertel verkauft sie günstig an Belegschaften.

Diese „Green IT“-Praxis wird Teil des modernen Büromanagements. Für HR bedeutet das: Der Lebenszyklus von Arbeitsgeräten – von der Ausgabe bis zur Weitergabe – wird zum standardisierten digitalen Workflow.

Change Management wird zur Schlüsselkompetenz

Die Ereignisse der letzten Tage zeigen den zentralen Konflikt im Büroalltag 2026: Administrative Notwendigkeit prallt auf mangelnde organisatorische Bereitschaft.

Der Staat treibt die Digitalisierung per Gesetz voran. Die Haufe-Studie beweist, dass die menschliche Komponente hinterherhinkt. Erfolgreich sind in diesem Jahr nicht die Abteilungen mit der modernsten KI, sondern jene, die diese Wahrnehmungslücke schließen können. Der Fokus der Büroorganisation verschiebt sich von der Tool-Einführung hin zum Change Management.

Die kommenden Wochen bringen konkrete Handlungszwänge: Neue Software-Module für Entgelttransparenz werden auf den Markt drängen, Budgets müssen von KI-Experimenten hin zu Compliance-Tools umgeschichtet werden. Die Antwort auf die Qualifikationslücke heißt „Enablement“: interne Kampagnen, die KI entmystifizieren und Mitarbeiter befähigen, anstatt sie nur mit neuer Software zu versorgen.

Anzeige

PS: Die Zeit drängt – die EU-KI-Verordnung stellt konkrete Dokumentations- und Kennzeichnungspflichten, die viele interne Prozesse verändern werden. Unser gratis E-Book fasst die Anforderungen, Übergangsfristen und praktischen To‑dos kompakt zusammen und liefert Checklisten für HR, IT und Entwicklerteams. So schließen Sie die Lücke zwischen KI-Experimenten und rechtskonformer Anwendung und machen Compliance planbar. Ideal für HR-Managerinnen und Entwicklerteams, die KI sicher und regelkonform einsetzen wollen. Gratis KI-Leitfaden für Unternehmen sichern

@ boerse-global.de