Bürokratieabbau startet 2026 in operative Phase
05.01.2026 - 12:01:12Deutschland setzt ab sofort zentrale Digitalisierungsprojekte für weniger Bürokratie um. Nach der gesetzlichen Vorarbeit im Vorjahr starten jetzt die verbindlichen digitalen Verfahren in Schlüsselbereichen. Von der Industrie bis zum Finanzamt soll Papier der Vergangenheit angehören.
“Digital-Only” für Genehmigungen startet
Die größte Neuerung für die Industrie ist das flächendeckende “Digital-Only”-Prinzip. Seit Jahresbeginn müssen Genehmigungsbehörden Anträge für Großprojekte wie Windparks oder Industrieanlagen ausschließlich elektronisch bearbeiten. Die Übergangsfristen für Papierakten sind ausgelaufen.
Das Ziel: Genehmigungsverfahren sollen bis zu 30 Prozent schneller werden. Der Wegfall postalischer Wege und manueller Aktenführung soll dies ermöglichen. Jetzt muss sich in der Praxis beweisen, ob die digitalen One-Stop-Shops von Bund und Ländern reibungslos zusammenarbeiten.
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Finanzämter stellen auf digitalen Abruf um
Ein weiterer Meilenstein betrifft die Steuerverwaltung. Seit dem 1. Januar können Finanzämter Bescheide digital zum Abruf bereitstellen – ohne vorherige Einwilligung des Empfängers. Eine Widerspruchslösung ersetzt das alte Zustimmungsverfahren.
Für Unternehmen und Steuerberater bedeutet das: Bescheide kommen standardmäßig über ELSTER oder Portale. Das beschleunigt Prozesse und beendet das lästige Einscannen von Papierdokumenten. Experten rechnen mit Millionen eingesparter Briefsendungen pro Jahr.
Smart-Meter-Rollout wird vereinfacht
Auch im Energiesektor fällt Bürokratie weg. Neue Vorgaben sollen den Rollout intelligenter Messsysteme (Smart Meter) vorantreiben. Die Verfahren für Installation und Betrieb, besonders bei Photovoltaik und Ladeinfrastruktur, wurden massiv vereinfacht.
Die Idee: Formulare und komplexe Anmeldeprozesse sollen den dringend benötigten Infrastrukturausbau nicht länger ausbremsen. Diese Maßnahme ergänzt die erweiterten Befugnisse der One-Stop-Shops für Erneuerbare Energien.
Vom Gesetz zur harten Praxis
Die Reformen in diesem Jahr zielen auf prozessuale Beschleunigung. Wirtschaftsverbände begrüßen den Digitalisierungsschub, mahnen aber zur Vorsicht. Die eigentliche Herausforderung liegt jetzt in den Amtsstuben: Werden die digitalen Portale dem Ansturm der Anträge standhalten?
Der “Pakt für Planungsbeschleunigung” steht vor seinem ersten Härtetest, wenn die Antragszahlen im Frühjahr saisonal steigen. Gleichzeitig vollzieht sich ein Kulturwandel: Der Staat macht die elektronische Kommunikation zum verbindlichen Standard, nicht mehr zum freiwilligen Extra.
Was kommt als nächstes? Politische Beobachter erwarten bereits Diskussionen über ein Bürokratieentlastungsgesetz V (BEG V). Der Fokus könnte dann auf Künstlicher Intelligenz liegen, die digitale Anträge auf Vollständigkeit prüft. Zuerst muss sich aber zeigen, ob die neuen Kanäle die versprochene Beschleunigung wirklich bringen.
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