BSI warnt vor kritischen Lücken in Fernzugriffssoftware
10.02.2026 - 01:32:12Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) schlägt Alarm: Neue, hochriskante Schwachstellen in weitverbreiteten Remote-Access-Lösungen bedrohen die IT-Sicherheit deutscher Unternehmen. Die Lücken ermöglichen Angreifern laut aktuellen Warnungen alles von Datendiebstahl bis zur vollständigen Übernahme von Systemen. In einer Zeit, in der hybrides Arbeiten zum Standard geworden ist, trifft es damit das digitale Rückgrat vieler Betriebe.
BeyondTrust und FreeRDP mit höchstem Risiko bewertet
Im Fokus der Behörde stehen zwei besonders kritische Schwachstellen. Eine betrifft die Produkte „Privileged Remote Access“ und „Remote Support“ des Anbieters BeyondTrust. Das BSI bewertet das Risiko hier als „hoch“ und vergibt einen CVSS-Score von 9,8 – die höchste Kritikalitätsstufe. Die Lücke könnte Angreifern unbefugten Zugriff auf zentrale Unternehmensressourcen verschaffen. Betroffen sind sowohl UNIX- als auch Windows-Systeme.
Parallel warnt das BSI vor mehreren Sicherheitslücken in FreeRDP, einer populären Open-Source-Implementierung des Remote Desktop Protocol (RDP). Die unter CVE-Nummern wie CVE-2026-23530 geführten Schwachstellen könnten es Angreifern ermöglichen, Systeme lahmzulegen oder Schadcode auszuführen. Da FreeRDP die Basis für viele weitere Produkte bildet, ist der Kreis potenziell gefährdeter Unternehmen besonders groß.
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Fernzugriffe: Der bevorzugte Angriffsvektor für Cyberkriminelle
Die Warnungen bestätigen einen alarmierenden Trend. Angreifer konzentrieren sich systematisch auf öffentlich erreichbare Fernwartungszugänge – denn sie bieten den direkten Weg ins interne Netzwerk. Die Strategie der Kriminellen zielt dabei weniger auf spektakuläre Zero-Day-Exploits, sondern auf die Ausnutzung bekannter, aber ungepatchter Lücken.
Jedes Unternehmen ist heute ein lohnendes Ziel. Die durch Home-Office und mobiles Arbeiten gewachsene digitale Angriffsfläche verschärft die Bedrohung zusätzlich. Das BSI bewertet die allgemeine Cybersicherheitslage in Deutschland nach wie vor als „angespannt“.
Dringende Handlungsempfehlungen für IT-Verantwortliche
Was müssen betroffene Unternehmen jetzt tun? Die oberste Priorität lautet: Updates sofort einspielen. Die Hersteller haben Patches bereitgestellt, um die bekannten Lücken zu schließen.
Darüber hinaus leitet das BSI grundlegende Sicherheitsprinzipien ab:
* Angriffsfläche minimieren: Nicht benötigte Dienste und offene Ports deaktivieren.
* Robustes Berechtigungsmanagement: Die Absicherung von Fernzugängen durch eine Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) ist heute zwingend notwendig.
* Kontinuierliche Überwachung: IT-Sicherheit ist kein einmaliges Projekt, sondern ein permanenter Prozess.
Hybride Arbeit erfordert neues Sicherheitsdenken
Die jüngsten Warnungen sind ein deutliches Signal: Die traditionelle Vorstellung eines geschützten Unternehmensperimeters ist überholt. Mitarbeiter greifen von überall auf Daten zu – und Cyberkriminelle haben ihre Taktiken längst angepasst.
Die potenziellen Folgen eines erfolgreichen Angriffs sind gravierend. Sie reichen von gestohlenen Kundendaten und Ransomware-Attacken bis zu erheblichen Imageschäden. Zudem rücken mit der NIS-2-Richtlinie auch haftungsrechtliche Konsequenzen für Geschäftsführungen in den Fokus. Immer mehr Unternehmen setzen daher auf „Zero Trust“-Architekturen, bei denen kein Nutzer und kein Gerät per se Vertrauen genießt.
Die Fähigkeit, schnell auf neue Bedrohungen zu reagieren, wird 2026 zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Wachsamkeit und proaktives Patch-Management sind keine IT-Frage mehr, sondern eine Überlebensstrategie.
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