BSI und Schwarz Digits bauen sichere Cloud für Deutschland
17.02.2026 - 08:10:12Die Bundesregierung verstärkt den Kampf gegen Cyberangriffe. Eine neue strategische Partnerschaft soll die digitale Souveränität stärken.
Angesichts einer anhaltend hohen Bedrohungslage intensiviert die Bundesregierung ihre Cybersicherheits-Offensive. Im Zentrum steht eine strategische Kooperation zwischen dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und Schwarz Digits, der IT-Sparte der Schwarz Gruppe. Die am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz geschlossene Partnerschaft zielt auf die Entwicklung sicherer Cloud-Lösungen für Behörden und kritische Infrastrukturen ab. Für viele Experten ist dies ein überfälliger Schritt, um die Abhängigkeit von außereuropäischen Tech-Giganten zu verringern.
Anhaltend angespannte Cyber-Lage
Die Dringlichkeit der Maßnahmen wird durch die aktuelle Bedrohungslage untermauert. Der jüngste BSI-Lagebericht zeichnet ein besorgniserregendes Bild: Die Zahl neu entdeckter Software-Schwachstellen steigt, und kleine und mittlere Unternehmen (KMU) geraten immer häufiger ins Visier von Cyberkriminellen. Diese nutzen sie oft als Einfallstor, um besser geschützte Großkonzerne anzugreifen. Erst kürzlich warnte das BSI vor einer neuen Phishing-Welle, die gezielt Kunden deutscher Banken angreift.
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Die Schäden durch Cyberkriminalität belaufen sich jährlich auf mehrere hundert Milliarden Euro. Identitätsdiebstahl und der Missbrauch von Zugangsdaten gehören zu den häufigsten Vorfällen. Die Angreifer agieren zunehmend professionell, arbeitsteilig und mit hochentwickelten Methoden wie Ransomware.
NIS-2: Mehr Pflichten für Unternehmen
Als Reaktion darauf treibt die Regierung mehrere Initiativen voran. Eine zentrale Rolle spielt die Umsetzung der europäischen NIS-2-Richtlinie. Sie bringt eine umfassende Modernisierung des Cybersicherheitsrechts mit sich und weitet die Meldepflichten bei Sicherheitsvorfällen deutlich aus. Viel mehr Unternehmen als bisher werden in die Verantwortung genommen.
Zur Unterstützung hat das BSI ein neues Online-Portal als zentrale Anlaufstelle für Registrierung und Informationsaustausch freigeschaltet. Programme wie „KMU. kompetent. sicher.“ sollen Betrieben helfen, die gestiegenen Anforderungen praxisnah umzusetzen. Parallel bündelt die „Initiative Wirtschaftsschutz“ die Expertise von Behörden wie BSI und Bundeskriminalamt mit der Wirtschaft.
Digitale Souveränität als Staatsziel
Die Partnerschaft mit Schwarz Digits ist mehr als ein weiteres Projekt. Sie markiert einen strategischen Kurswechsel. Die Fähigkeit, die eigene digitale Infrastruktur selbstbestimmt zu kontrollieren – die digitale Souveränität – wird zum Kernaspekt nationaler Sicherheit erklärt. Die Abhängigkeit von ausländischen Cloud-Anbietern gilt zunehmend als Risiko.
Branchenkenner begrüßen den Schritt, mahnen aber Nachhaltigkeit an. Solche Initiativen müssten durch eine dauerhafte Stärkung der Behörden, auch personell und finanziell, untermauert werden. Nur so könne aus der Flut an Meldungen ein präzises, tagesaktuelles Lagebild entstehen, das Grundlage für wirksame Abwehrmaßnahmen ist.
Was kommt auf die Unternehmen zu?
In den kommenden Monaten steht die konkrete Ausgestaltung der Cloud-Kooperation an. Gleichzeitig müssen sich Unternehmen auf die verschärften Pflichten durch NIS-2 einstellen. Sie sind gut beraten, ihre internen Sicherheitsprozesse jetzt zu überprüfen und anzupassen. Erwartet wird, dass die staatlichen Förderprogramme für notwendige IT-Sicherheitsinvestitionen, besonders im Mittelstand, weiter ausgebaut werden.
Das langfristige Ziel der Bundesregierung ist klar: Deutschland soll zu einer führenden „Cybernation“ werden, die die Chancen der Digitalisierung sicher und selbstbestimmt nutzen kann. Der Weg dorthin bleibt jedoch eine Daueraufgabe für Staat und Wirtschaft gleichermaßen.
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