BSI-Portal startet: NIS-2 setzt Kommunen unter Druck
05.01.2026 - 05:14:12Ab morgen müssen sich tausende kommunale Einrichtungen für verschärfte IT-Sicherheitsmeldungen registrieren. Das löst eine bundesweite Schulungsoffensive aus.
Berlin/Bonn – Die Umsetzung der europäischen NIS-2-Richtlinie erreicht in Deutschland einen kritischen Punkt. Mit der Freischaltung des zentralen BSI-Meldeportals am 6. Januar 2026 beginnt für Städte, Gemeinden und ihre Unternehmen die heiße Phase der Compliance. Neben der formalen Registrierung steht eine massive Qualifizierungswelle an, um die neuen, extrem engen Meldepflichten bei Cybervorfällen zu bewältigen.
Countdown für Stadtwerke und Krankenhäuser läuft
Ab Dienstag haben „wichtige“ und „besonders wichtige“ Einrichtungen drei Monate Zeit, sich im Portal des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) anzumelden. Betroffen sind kommunale Versorger, Abfallentsorger, Verkehrsbetriebe und Krankenhäuser. Die eigentliche Herausforderung beginnt jedoch nach der Registrierung.
Künftig müssen erhebliche Sicherheitsvorfälle binnen 24 Stunden als Frühwarnung und nach 72 Stunden detailliert gemeldet werden. „Viele kommunale IT-Abteilungen sind auf diesen Takt nicht vorbereitet“, warnt ein Datenschutzexperte. Der Portalstart zwingt die Verantwortlichen nun, ihre internen Meldeketten nicht nur zu planen, sondern in Stresstests zu erproben.
Viele kommunale IT‑Abteilungen sind auf den engen Meldezyklus der NIS‑2 nicht vorbereitet. Wer innerhalb von 24 bzw. 72 Stunden reagieren muss, braucht klare Prozesse, Checklisten und praxistaugliche Awareness‑Maßnahmen. Der kostenlose Leitfaden „Cyber Security Awareness Trends“ bietet praxisnahe Sofortmaßnahmen, Prioritätslisten und Schulungsbausteine speziell für Verwaltungen und Stadtwerke. Er enthält konkrete Beispiele aus Behördenpraxis und Vorlagen für Stresstests – ideal, um Compliance‑Nachweise schnell aufzubauen und Vorfälle sicher zu melden. Jetzt kostenlosen Cyber‑Security‑Leitfaden herunterladen
§ 38 BSIG erzwingt Schulungen für Führungskräfte
Der neu gefasste § 38 des BSI-Gesetzes (BSIG) treibt die Schulungswelle an. Er verpflichtet Geschäftsleitungen betroffener Einrichtungen zu regelmäßigen Qualifizierungen im Risikomanagement. Diese Haftungsverschärfung trifft nun auch die Chefs von Stadtwerken und kommunalen Eigenbetrieben.
Bildungsträger und Spitzenverbände rollen deshalb im Januar 2026 neue Kursformate aus. Der Fokus liegt auf der praktischen Verzahnung von IT-Sicherheit und Datenschutz. Besonders die Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA) rückt in den Mittelpunkt. NIS-2 verlangt oft tiefgreifende Überwachungswerkzeuge in Netzwerken. Für diese muss geprüft werden, ob sie Beschäftigten- oder Bürgerrechte verletzen – ein Balanceakt, für den dringend Expertise aufgebaut wird.
Lehren aus dem „Rekordjahr der Pannen“ 2025
Die Dringlichkeit wird durch das Vorjahr untermauert. 2025 verzeichnete eine besorgniserregende Serie von Angriffen auf den öffentlichen Sektor, die teils wochenlange Ausfälle bei Bürgerdiensten verursachten. Die Sensibilität für Datenpannen (Data Breaches) ist auf einem historischen Hoch.
Die Branche beobachtet einen Wechsel von einer reaktiven zu einer präventiven Phase. Moderne Schulungsprogramme setzen deshalb auf realistische Simulationen: Wie reagiert der Krisenstab bei Ransomware am Freitagnachmittag? Wie läuft die parallele Meldung an Landesdatenschutz und BSI? Diese Szenarien sind ab sofort gesetzlich geforderter Standard, kein theoretisches Gedankenspiel mehr.
Ressourcen-Engpass im ersten Quartal erwartet
Die Uhr tickt nun bis März 2026. Bis dahin müssen die Unternehmen nicht nur registriert sein, sondern auch erste Compliance-Nachweise erbringen. Experten rechnen damit, dass die Nachfrage nach zertifizierten Schulungen das Angebot im ersten Quartal deutlich übersteigen wird.
Für Bürger bedeutet dies mittelfristig eine widerstandsfähigere digitale Verwaltung. Kurzfristig stehen viele Kommunen vor der schwierigen Aufgabe, Personal für umfangreiche Fortbildungen freizustellen und neue Prozesse zu integrieren. Der 6. Januar 2026 markiert nicht das Ende, sondern den eigentlichen Start der NIS-2-Arbeit an der digitalen Basis.
PS: Bis März müssen Kommunen nicht nur registriert sein, sondern auch Nachweise für Schulungen und Incident‑Response vorlegen. Wenn Ihre IT‑Ressourcen knapp sind, hilft der kostenlose Cyber‑Security‑Leitfaden mit einer klaren Priorisierung in vier Schritten, praxisnahen Checklisten zur Phishing‑Abwehr, Muster‑Vorlagen für Schulungsnachweise und sofort umsetzbaren Maßnahmen, die auch kleine Teams implementieren können. Sichern Sie Ihre Infrastruktur und bauen Sie Compliance‑Nachweise schnell auf. Kostenlosen Cyber‑Security‑Leitfaden jetzt anfordern


