BSI, Zwangs-Passwortwechsels

BSI beendet Ära des Zwangs-Passwortwechsels

04.02.2026 - 07:32:12

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik empfiehlt keine regelmäßigen Passwortwechsel mehr. Stattdessen setzt es auf starke Einmal-Passwörter, Passwort-Manager und Zwei-Faktor-Authentifizierung.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) kippt eine zentrale IT-Sicherheitsregel: Der regelmäßige, pauschale Passwortwechsel wird nicht mehr empfohlen. Stattdessen setzt die Behörde auf starke Einmal-Passwörter und moderne Authentifizierung – ein Paradigmenwechsel für Millionen Nutzer und Unternehmen.

Qualität schlägt Quantität: Der neue Ansatz

Jahrzehntelang galt die Devise: Passwörter alle 90 Tage ändern. Doch diese Praxis hat sich als kontraproduktiv erwiesen. „Erzwungene Wechsel führen erfahrungsgemäß zu schwächeren Kennwörtern“, so die Erkenntnis des BSI. Nutzer tendieren dazu, bestehende Passwörter nur minimal abzuändern – etwa von „Sommer2025!“ zu „Sommer2026!“. Solche vorhersagbaren Muster erleichtern Cyberkriminellen die Arbeit.

Die neue Empfehlung ist klar: Starke, einzigartige Passwörter können jahrelang bestehen bleiben. Ein Wechsel ist nur bei konkretem Verdacht auf Kompromittierung nötig – etwa nach einem bekannten Datenleck oder einer Phishing-Attacke. Der Fokus verschiebt sich damit von der Quantität zur Qualität.

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Der neue Goldstandard: Länge, Einzigartigkeit und 2FA

An die Stelle starrer Wechselzyklen treten drei klare Prinzipien:
1. Länge und Komplexität: Mindestens 12 bis 15 Zeichen mit einer Mischung aus Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen.
2. Einmaligkeit: Für jeden Dienst ein separates Passwort, um Dominoeffekte bei Datenlecks zu verhindern.
3. Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA): Die entscheidende zweite Sicherheitsebene via App-Code oder Biometrie.

Zur Verwaltung dieser komplexen Passwörter empfiehlt das BSI ausdrücklich Passwort-Manager. Diese Tools generieren sichere Kennwörter und verwalten sie verschlüsselt.

Unternehmen müssen IT-Richtlinien anpassen

Die Kehrtwende hat direkte Folgen für die Unternehmens-IT. Interne Compliance-Vorschriften müssen überarbeitet werden. Der technisch erzwungene 90-Tage-Wechsel für Mitarbeiterkonten gehört auf den Prüfstand.

Stattdessen rückt eine risikobasierte Sicherheitsstrategie in den Fokus. IT-Abteilungen sollen stärker die Einhaltung von Passwortkomplexität überwachen und die flächendeckende Nutzung von 2FA vorantreiben. Für kritische Systeme mit sensiblen Daten gelten weiterhin höchste Standards, während für weniger sensible Anwendungen pragmatischere Lösungen ausreichen können.

Die Zukunft ist passwortlos

Langfristig sieht das BSI die Lösung in passwortlosen Verfahren wie Passkeys. Diese nutzen kryptografische Schlüssel und Biometrie – es existiert kein Passwort mehr, das gestohlen werden könnte. Bis zur flächendeckenden Einführung bleibt die Botschaft jedoch klar: Die Sicherheit liegt nicht im häufigen Wechsel, sondern in der Stärke und intelligenten Absicherung der Zugangsdaten.

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