British American Tobacco Aktie: Dragos Constantinescu wird CFO
06.06.2026 - 19:49:00 | boerse-global.de
Neue Nikotinprodukte ziehen an, das klassische Zigarettengeschäft verliert Tempo: Bei British American Tobacco wird der Spagat deutlicher. Der Konzern hebt die Erwartungen für Velo und Vuse an, muss beim globalen Zigarettenmarkt aber vorsichtiger werden. Genau diese Mischung erklärt die jüngste Nervosität in der Aktie.
Neue Kategorien liefern, Zigaretten bremsen
Im Handelsupdate zum Halbjahr hat BAT die Prognose für seine neuen Kategorien angehoben. Der Umsatz in diesem Segment soll 2026 nun im mittleren Zehnerprozentbereich wachsen, nachdem zuvor nur ein niedrig zweistelliges Plus erwartet worden war. Besonders Velo-Nikotinbeutel und Vuse-E-Zigaretten gewinnen Marktanteile.
Das ist der positive Teil der Geschichte. Er zeigt, dass BAT im Umbau des Geschäfts sichtbare Fortschritte macht. Die neuen Produkte sind nicht mehr nur eine strategische Erzählung, sondern werden stärker zum Wachstumstreiber.
Im traditionellen Tabakgeschäft fällt das Bild schwächer aus. Der Marktanteil bei brennbaren Produkten sank um 20 Basispunkte nach Wert und um 30 Basispunkte nach Volumen. Für den weltweiten Zigarettenmarkt rechnet BAT nun mit einem Rückgang der Mengen um 2,5 Prozent.
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Trotz dieser Belastung hält der Konzern an seiner Jahresprognose fest. Der Umsatz soll 2026 am unteren Ende des mittelfristigen Zielkorridors von drei bis fünf Prozent wachsen, der bereinigte operative Gewinn im Bereich von vier bis sechs Prozent. Der Gewinnbeitrag dürfte stärker in der zweiten Jahreshälfte anfallen.
USA stark, APMEA schwächer
Regional stützen vor allem die USA. Dort liefen brennbare Produkte, Modern Oral und E-Zigaretten besser, was Umsatz und Ergebnis im ersten Halbjahr anschob. Allerdings verweist BAT auf eine anspruchsvollere Vergleichsbasis in der zweiten Jahreshälfte.
Schwächer entwickelte sich die Region Asien-Pazifik, Naher Osten und Afrika. Belastend wirkten unter anderem Bangladesh und das Geschäft mit erhitztem Tabak. In Japan drücken weiter Lagerabbau und intensiver Wettbewerb auf das Segment.
Hinzu kommt ein makroökonomischer Faktor. BofA Securities verweist auf erhöhte Rohstoffpreise, die in der zweiten Jahreshälfte die Konsumstimmung belasten könnten, besonders im Nahen Osten. Das trifft BAT an einer Stelle, an der Preissetzungsmacht und Volumenentwicklung ohnehin genau beobachtet werden.
Analysten bleiben überwiegend konstruktiv
Die Reaktionen am Markt fallen nicht einheitlich aus, bleiben aber mehrheitlich positiv. Laut TipRanks liegt das Konsensrating bei „Moderate Buy“, getragen von acht Kaufempfehlungen, zwei Halteempfehlungen und einer Verkaufsempfehlung. Allein im laufenden Monat kamen fünf Kaufvoten zusammen.
Citi bleibt ebenfalls konstruktiv und hat das Kursziel von 4.900 auf 5.200 Pence angehoben. Das Signal: Der Markt traut BAT weiterhin zu, den Rückgang im klassischen Geschäft durch neue Kategorien, Preismacht und Ausschüttungen abzufedern.
Auch personell gibt es mehr Klarheit. Dragos Constantinescu übernimmt zum 1. September 2026 den Posten des Finanzchefs und zieht als Executive Director in den Vorstand ein. Er kennt BAT aus früheren Führungspositionen, aktuell leitet er Asahi Europe & International.
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Aktie stabilisiert sich nach Rücksetzer
Die Aktie beendete die Woche bei 51,56 Euro und legte am Freitag 2,83 Prozent zu. Auf Wochensicht bleibt dennoch ein Minus von 2,09 Prozent stehen, was die Unsicherheit nach dem Handelsupdate gut beschreibt.
Technisch wirkt das Bild eher neutral als überhitzt. Der Kurs liegt praktisch auf Höhe des 50-Tage-Durchschnitts von 51,51 Euro und knapp fünf Prozent über der 200-Tage-Linie. Vom 52-Wochen-Hoch bei 57,50 Euro ist die Aktie noch gut zehn Prozent entfernt.
Stützend bleiben die Ausschüttungen. BAT kommt auf eine Dividendenrendite von 5,41 Prozent und hat die Dividende acht Jahre in Folge erhöht. Für 2026 ist außerdem ein Aktienrückkauf über 1,3 Milliarden Pfund vorgesehen.
Der nächste Prüfstein liegt in der zweiten Jahreshälfte: BAT muss zeigen, dass Velo und Vuse genug Dynamik liefern, um schwächere Zigarettenmengen und regionale Belastungen auszugleichen. Genau daran hängt, ob die Aktie den jüngsten Rücksetzer nur verdaut — oder ob die Lücke zum Jahreshoch vorerst bestehen bleibt.
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