Britische Banken planen eigene Kreditkarte gegen Visa und Mastercard
17.02.2026 - 07:41:11 | boerse-global.deBritische Finanzchefs treffen sich diese Woche, um ein nationales Zahlungsnetzwerk zu gründen. Ziel ist es, die Abhängigkeit von den US-Konzernen Visa und Mastercard zu brechen, die 95 Prozent aller Kartenzahlungen im Königreich abwickeln. Den Vorsitz beim Gründungstreffen am Donnerstag hat Barclays-Chef Vim Maru.
Hinter dem Vorstoß stehen massive Kostensorgen und geopolitische Risiken. Die Gebühren der US-Duos sind in den letzten Jahren stark gestiegen. Besonders nach dem Brexit erhöhten Visa und Mastercard die Gebühren für grenzüberschreitende EU-Zahlungen um das Fünffache. Ein leitender Angestellter warnt: Ein Ausfall der Systeme könnte die britische Wirtschaft in die 1950er Jahre zurückwerfen – in eine reine Bargeld-Ökonomie.
Regulatorischer Rückenwind für nationale Alternative
Der britische Zahlungsaufsicht Payment Systems Regulator (PSR) hat den Markt längst als nicht wettbewerbsfähig eingestuft. Die hohen Gebühren würden mangels Konkurrenz nicht ausreichend gedämpft und letztlich an Verbraucher weitergegeben. Im Januar 2026 bestätigte das Oberste Gericht die Befugnis der PSR, Höchstgrenzen für diese Gebühren festzulegen – eine Klage von Visa, Mastercard und Revolut scheiterte.
Diese regulatorische Unterstützung gibt dem Vorhaben Rückenwind. „Die Bereitschaft des Staates, in den Markt einzugreifen, war noch nie so deutlich“, kommentiert ein Branchenkenner. Für kleine und mittlere Unternehmen könnte ein neuer Anbieter dringend benötigte Entlastung bringen.
Moderne Infrastruktur als Fundament
Das geplante Netzwerk soll nicht bei Null starten. Es kann auf die laufende Modernisierung der britischen Zahlungs-Infrastruktur aufsetzen. Das Programm Interbank Infrastructure Renewal (IIR) ersetzt alte Systeme wie Bacs durch eine flexiblere und effizientere Architektur.
Auch die Bank of England unterstützt die Diversifizierung. Vize-Gouverneurin Sarah Breeden kündigte kürzlich eine Konsultation an, um Direktzahlungen vom Bankkonto an Händler zu erleichtern. Diese „Pay by Bank“-Lösungen gelten als Schlüssel für einen wettbewerbsfähigeren Markt. Die neue Karteninfrastruktur könnte auf den modernen Standards des IIR-Programms aufbauen und so Sicherheit und Betrugsbekämpfung von Anfang an integrieren.
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Langer Weg bis zur Marktreife
Der Weg zu einem funktionierenden System ist jedoch lang. Die Bank of England wird in den nächsten zwölf Monaten Infrastruktur-Pläne beisteuern. Eine Markteinführung wird nicht vor 2030 erwartet.
Zunächst geht es um die Unternehmensstruktur, die langfristige Finanzierung durch Investoren aus der City of London und einen detaillierten Fahrplan. Aufsichtsbehörden wie die PSR werden streng auf Resilienz, Sicherheit und Verbraucherschutz achten. Sollte das ehrgeizige Projekt gelingen, könnte es das britische Zahlungsland für Jahrzehnte verändern – und als Blaupause für ähnliche Souveränitätsbestrebungen in der EU dienen.
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