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Brent-Ölpreis stabil bei 100 Dollar: Straße von Hormus bleibt zentrales Risiko

14.03.2026 - 08:41:38 | ad-hoc-news.de

Trotz US-Sanktionserleichterungen und IEA-Freigaben hält sich Brent bei über 100 Dollar. Die Sperrung der Straße von Hormus treibt den OPEC-Korbpreis auf 120 Dollar - mit massiven Folgen für europäische Energiekosten.

Rohoel News,  Oelpreis,  Brent Oel - Foto: THN
Rohoel News, Oelpreis, Brent Oel - Foto: THN

Die Ölpreise bewegen sich weiter auf hohem Niveau, nachdem die Straße von Hormus praktisch gesperrt bleibt. Brent für Mai-Lieferung notiert bei 101,03 US-Dollar pro Barrel, WTI bei 95,81 Dollar. Der OPEC-Korbpreis sprang am Donnerstag auf 120,86 Dollar, nach 105,06 Dollar am Vortag.

Stand: 14. März 2026

Dr. Markus Lehmann, Rohstoffmarkt-Analyst. Spezialist für geopolitische Risiken im Energiemarkt.

Sperrung der Straße von Hormus: Ein Fünftel des Angebots fehlt

Die zentrale Entwicklung der letzten 24 Stunden ist die anhaltende Blockade der Straße von Hormus. Durch den Iran-Konflikt fehlt dem Markt rund 20 Prozent des globalen Ölsangebots. Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch nennt dies den Auslöser für den Preissprung. Experten wie Philip Jones-Lux von Sparta Commodities sprechen von der "bedeutendsten Unterbrechung seit den 1970er Jahren".

Fakt ist: Irans Führung demonstriert trotz US- und israelischer Angriffe weiter Schlagkraft. Die Straße bleibt für Tanker unpassierbar, was physische Lieferungen aus dem Golf blockiert. Brent als globaler Benchmark reagiert hier empfindlicher als WTI, da europäische und asiatische Raffinerien direkt betroffen sind.

Die Preise stabilisierten sich am Freitag leicht: Brent +0,57 Prozent auf 101,03 Dollar, WTI +0,08 Prozent auf 95,81 Dollar. Dennoch zeigen Charts massive Zuwächse: Brent +20,71 Prozent in der Woche, +67 Prozent im Jahr.

US-Reaktionen: Sanktionsausnahmen und SPR-Freigabe

Die Trump-Administration kontert mit Sofortmaßnahmen. Länder dürfen bis 11. April russisches Öl von Schiffen kaufen, eine Ausnahme von Sanktionen. Parallel erreicht Öl aus der strategischen Reserve (SPR) nächste Woche den Markt.

Diese Schritte zielen auf Angebotssteigerung ab, wirken aber begrenzt. Die IEA-Freigabe dämpft Preise kurzfristig, hält sie jedoch nicht dauerhaft fern von Höhenlagen, warnt Jones-Lux. US-Beamte diskutieren sogar Öl-Futures-Handel zur Preisdämpfung.

Für den Rohölmarkt bedeutet das: Temporäre Puffer, aber keine Lösung für die Hormus-Blockade. Brent-Spreads zu WTI weiten sich durch höheres geopolitisches Risiko in MENA-Regionen.

OPEC-Korbpreis explodiert: 120 Dollar als neuer Referenzpunkt

Der OPEC-Korbpreis von 120,86 Dollar markiert einen krassen Sprung. Er basiert auf Kartell-Sorten und spiegelt physische Realitäten wider. Dies signalisiert, dass Lieferungen aus OPEC+-Ländern teurer werden, trotz laufender Kürzungen.

Investoren beobachten OPEC+ eng: Kontrollierte Ausweitung begünstigt Brent gegenüber WTI. Der Konflikt verstärkt jedoch den Risikoaufschlag, unabhängig von Produktionsentscheidungen.

DACH-Perspektive: Hohe Energiekosten drücken Industrie

Für Deutschland, Österreich und Schweiz sind die Implikationen akut. Europäische Raffinerien sind auf Importe angewiesen, die nun teurer werden. Dies treibt Diesel- und Heizölpreise, relevant für Transport und Industrie.

In Deutschland verstärkt sich der Inflationsdruck durch Energie. Die ECB beobachtet dies genau, da Rohöl 30 Prozent der Importinflation ausmacht. Höhere Kosten belasten DAX-Unternehmen wie BASF oder Continental, die Margen einbüßen.

Schweizer Investoren spüren Euro-Schwäche gegenüber Dollar, was Ölimporte verteuert. Österreichs Raffinerie in Schwechat leidet unter Lieferengpässen. DACH-Anleger sollten **Rohöl-ETCs** prüfen, aber Volatilität beachten.

Risiken und Marktstimmung: Nächste Schockwelle?

Die Stimmung ist angespannt: Bullische Narrative durch Supply-Mangel kollidieren mit bärischen Makro-Signalen. Nachfrage aus Asien stützt, OECD-Konjunktur kühlt ab. Jeder Konflikteskalationsschritt - wie US-Angriffe auf Kharg-Insel - pusht Preise.

Barclays hebt Brent-Prognose für 2026 auf 85 Dollar, begründet mit Hormus-Störungen. Doch bei anhaltender Blockade droht mehr. WTI profitiert von US-Flexibilität, Brent bleibt vulnerabel.

Positionierung: Long-Brent-Spreads könnten aufgehen, da Europa stärker trifft. Kurzfristig dämpfen SPR und Russland-Öl, langfristig dominiert Supply-Risiko.

Ausblick: Katalysatoren in den nächsten Tagen

Nächste 72 Stunden entscheidend: Weitere US-Angriffe, iranische Reaktionen oder IEA-Volumen-Details. EIA-Lagerdaten könnten US-Side klären, ändern aber wenig am globalen Engpass.

Für DACH-Investoren: Hedgen gegen 110-Dollar-Brent ratsam. Dieselpreise steigen, beeinflussen Logistik. Geopolitik bleibt Treiber Nr. 1 - kein schnelles Kriegsende absehbar.

Die Preisentwicklung zeigt: Markt preist 15-20 Dollar Risikoprämie ein. OPEC+ könnte anpassen, doch Hormus dominiert.

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Rohstoffe und andere Finanzinstrumente sind volatil.

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