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Brent Crude: Trump verhandelt über Hormus

02.06.2026 - 21:38:24 | boerse-global.de

Trumps Hormus-Gespräche drücken den Ölpreis, während die IEA vor einer kritischen Versorgungslücke im Sommer warnt.

Brent Crude: Trump verhandelt über Hormus - Bild: über boerse-global.de
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Trumps Diplomatie drückt den Ölpreis — die Realität an der Straße von Hormus sieht jedoch anders aus. Weniger als 10 % des regulären Tankerverkehrs passieren die Meerenge derzeit, und die globalen Lagerbestände befinden sich auf dem Weg in historisches Tief. Ein Widerspruch, der Brent Crude unter Spannung hält.

Hoffnung auf MoU belastet Notierungen

US-Präsident Trump bestätigte am Dienstag laufende Gespräche mit der iranischen Führung über eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus. Ein Memorandum of Understanding könnte laut US-Regierung innerhalb von sieben Tagen stehen. Die Märkte reagierten prompt: Brent fiel zeitweise um bis zu 2 % auf rund 93 USD je Barrel.

Iranische Medien hatten zuvor eine Aussetzung der Kommunikation gemeldet. Trump betonte, die Verhandlungen liefen in einem „schnellen Tempo" weiter — ein Signal, das die im April aufgebaute Kriegsrisikoprämie von über 115 USD je Barrel weiter schrumpfen ließ.

IEA schlägt Alarm: Rote Zone im Sommer

Während der diplomatische Optimismus die Preise kurzfristig belastet, warnt die Internationale Energieagentur vor einer gefährlichen Versorgungslücke. IEA-Marktchefin Toril Bosoni sprach am Dienstag von einer „roten Zone" für Juli und August: Die globalen Ölvorräte seien zwischen März und Mai um mehr als 250 Millionen Barrel eingebrochen.

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Die im März beschlossene Notfallfreigabe von 400 Millionen Barrel ist erst zur Hälfte am Markt angekommen. Selbst eine rasche Einigung würde die Lage nicht sofort entschärfen — eine vollständige Normalisierung des Hormus-Transits dauert laut IEA sechs bis acht Monate.

Rekordexporte, Rekordentnahmen

Die US-Rohölexporte erreichten im Mai mit 5,6 Millionen Barrel pro Tag einen Höchststand und stützen das Angebot zumindest partiell. Goldman Sachs betonte jedoch, dass die Welt ihre Vorräte derzeit mit einer Rekordrate von 8,7 Millionen Barrel pro Tag abbaut — ein Tempo, das selbst robuste Exportzahlen nicht kompensieren können.

Marktbeobachter wie Vitol warnen, dass die Risiken eines dauerhaften Angebotsausfalls aus dem Nahen Osten möglicherweise noch nicht vollständig eingepreist sind. Aktuell notiert Brent bei 96,08 USD, ein leichtes Plus von 0,82 % gegenüber dem Vortag. Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein Minus von gut 15 %, der 50-Tage-Durchschnitt liegt mit 102,39 USD merklich über dem aktuellen Niveau.

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Solange keine unterschriebenen Verträge vorliegen und die Tankerbewegungen durch die Straße von Hormus nicht spürbar zunehmen, bleibt das Preisbild eng an den Fortgang der Verhandlungen in den kommenden sieben Tagen geknüpft — mit dem nächsten Datenpunkt bereits in dieser Woche.

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