Bremen: Schwarzarbeit verursacht 16 Millionen Euro Schaden
23.02.2026 - 01:21:12 | boerse-global.deDie Bremer Finanzkontrolle Schwarzarbeit hat im vergangenen Jahr einen wirtschaftlichen Gesamtschaden von über 16 Millionen Euro aufgedeckt. Die Behörde meldet einen deutlichen Anstieg der Ermittlungsverfahren und unterstreicht die anhaltende Bedrohung durch diese Form der Wirtschaftskriminalität.
Die umfassenden Kontrollen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) führten 2025 zur Einleitung von fast 3.500 Strafverfahren. Das sind etwa 400 Fälle mehr als im Vorjahr und entspricht in etwa dem Rekordniveau von 2023. Die Ermittlungen resultierten in über 24 Jahren Gesamtfreiheitsstrafe und Gerichtsstrafen von mehr als 660.000 Euro. Zudem verhängte die FKS in über 1.600 Bußgeldverfahren Strafen von rund 830.000 Euro.
Der massive Schaden von 16 Millionen Euro setzt sich aus nicht gezahlten Sozialabgaben, hinterzogenen Steuern und einbehaltenem Mindestlohn zusammen. Diese Summe zeigt die gravierenden Folgen illegaler Beschäftigung für die öffentlichen Kassen und die Sozialsysteme.
Fokussierte Kontrollen zeigen Wirkung
Der Erfolg der Bremer Zollfahnder wird einer strategischen, risikobasierten Kontrolltaktik zugeschrieben. Statt auf Streifenfahndung setzt die FKS auf gezielte Einsätze in bekannten Problembranchen. Diese Methode – „Qualität vor Quantität“ – soll Ressourcen effizienter bündeln.
Die Zahl der Arbeitgeberprüfungen stieg 2025 auf etwa 370. Im Fokus standen Hochrisikosektoren: die Bauwirtschaft, das Gastgewerbe, Speditionen und Logistik sowie persönliche Dienstleistungen wie Friseur- und Kosmetiksalons. Durch die Konzentration auf diese Bereiche konnten die Fahnder umfangreichere und komplexere Fälle aufdecken.
Arbeitgeber in Bau, Gastgewerbe, Logistik und persönlichen Dienstleistungsbetrieben stehen derzeit besonders im Visier – und ab 2025 ist die lückenlose Arbeitszeiterfassung verpflichtend. Wer hier nachlässig ist, riskiert Bußgelder, Nachzahlungen und Probleme bei Betriebsprüfungen. Ein kostenloses E‑Book liefert praxisnahe Checklisten und einsatzbereite Vorlagen, mit denen Sie die Arbeitszeiterfassung schnell und rechtssicher umsetzen können. Jetzt kostenlosen Leitfaden zur Arbeitszeiterfassung herunterladen
„Die hohe Zahl der eingeleiteten Strafverfahren und die beträchtliche Schadenssumme bestätigen die Wirksamkeit unserer risikoorientierten Strategie“, erklärt Nicole Tödter, Leiterin des Hauptzollamts Bremen. Sie betont: Schwarzarbeit sei Wirtschaftskriminalität, die die Gemeinschaft schädige, indem sie die Wirtschaft belaste und Sozialsysteme gefährde.
Ein nationales Problem mit Schattenwirtschaft
Die Lage in Bremen spiegelt ein bundesweites Dauerproblem wider. Die FKS hat den Kampf gegen illegale Beschäftigung und ihre organisierten Formen intensiviert. Die Bundesbilanz für 2025 weist über 98.200 Strafverfahren und mehr als 52.100 Ordnungswidrigkeiten-Verfahren aus.
Der gesamtwirtschaftliche Schaden belief sich bundesweit auf etwa 675 Millionen Euro. Die Gerichte verhängten Freiheitsstrafen von insgesamt fast 1.200 Jahren. Experten sehen einen Zusammenhang mit schwachem Wirtschaftswachstum und angespanntem Arbeitsmarkt, die Anreize für illegale Beschäftigung schaffen können. Schätzungen zufolge macht das Volumen der Schattenwirtschaft in Deutschland einen signifikanten Anteil des offiziellen Bruttoinlandsprodukts aus.
Kampf um fairen Wettbewerb
Die Behörden in Bremen und bundesweit werden ihre strengen Kontrollen fortsetzen. Die risikobasierte Strategie bleibt zentral. Im Fokus stehen weiterhin strukturierte Formen der Arbeitsausbeutung, die den größten ökonomischen Schaden anrichten.
Es geht nicht nur um zurückgeholte Steuermilliarden. Es geht um fairen Wettbewerb für rechtstreue Unternehmen und den Schutz der Arbeitnehmerrechte. Illegale Akteure verschaffen sich durch hinterzogene Abgaben unlautere Vorteile und verzerren den Markt zu Lasten seriöser Betriebe.
Die Botschaft des Bremer Hauptzollamts ist klar: Wirtschaftskriminalität lohnt sich nicht. Die Behörden sind entschlossen, illegale Praktiken aufzudecken und zu verfolgen, um den Wirtschafts- und Sozialstandort Deutschland zu schützen.
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