BrainHQ-Studie, Gehirntraining

BrainHQ-Studie: Gehirntraining repariert Nervenbahnen

25.02.2026 - 18:01:13 | boerse-global.de

Eine neue Studie zeigt erstmals, dass gezieltes Gehirntraining die weiße Substanz im Gehirn physisch wiederherstellen kann. Dies erklärt, warum solche Übungen das Demenzrisiko signifikant senken.

BrainHQ-Studie: Gehirntraining repariert Nervenbahnen - Foto: über boerse-global.de
BrainHQ-Studie: Gehirntraining repariert Nervenbahnen - Foto: über boerse-global.de

Eine neue Studie zeigt: Gehirntraining kann geschädigte Nervenbahnen physisch reparieren. Forscher der New York University fanden heraus, dass spezielle Übungen die weiße Substanz im Gehirn nach Verletzungen wiederherstellen. Diese „Hochgeschwindigkeits-Verkabelung“ ist für schnelle Denkprozesse entscheidend.

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Vom Verdacht zum handfesten Beweis

Die Erkenntnisse liefern erstmals einen physischen Beleg für die Wirkung von Gehirntraining. Bislang stützte sich die Wissenschaft vor allem auf kognitive Tests. Jetzt zeigen bildgebende Verfahren sichtbare Reparaturen im Gehirn. „Das signalisiert einen historischen Wandel“, sagt Henry Mahncke, CEO von Posit Science, dessen BrainHQ-App in der Studie verwendet wurde.

Die Ergebnisse könnten ein Missing Link sein. Denn erst kürzlich belegte die große ACTIVE-Studie: Derselbe Trainingstyp senkt das Demenzrisiko um 25 Prozent. Die NYU-Forschung liefert nun eine mögliche Erklärung – die Reparatur der neuronalen Infrastruktur.

Paradigmenwechsel in der Neurologie

Jahrzehntelang galt: Ein geschädigtes Gehirn kann Defizite nur kompensieren. Die Vorstellung aktiver Reparatur schien utopisch. Die neue Studie stellt dieses Dogma infrage. Sie legt nahe, dass gezieltes „Speed-of-Processing“-Training die Neuroplastizität anregt und die Myelinschicht um Nervenfasern stärkt.

Experten sehen darin den Startschuss für neue Therapien. Der Ansatz könnte bei traumatischen Hirnverletzungen und altersbedingtem Abbau helfen. Das Gehirn ist demnach kein statisches Organ, sondern ein trainierbarer Muskel.

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Deutschland setzt auf digitale Therapeutika

Auch hierzulande gewinnt der Markt an Fahrt. Der Trend geht weg von simplen Gedächtnisspielen hin zu medizinisch validierten Anwendungen. Anbieter wie NeuroNation bieten bereits personalisierte, wissenschaftsbasierte Pläne an. Ihre Medizinversion „NeuroNation MED“ wird von Krankenkassen erstattet.

Seit Ende 2025 ist zudem „memodio“ als erste digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) für leichte Demenz zugelassen. Ärzte können sie verschreiben. Weitere Anbieter wie Cogthera streben die Aufnahme in das DiGA-Verzeichnis an. Der Weg in die Regelversorgung ist geebnet.

Wohin führt die Reise?

Die Studie wird die Entwicklung weiter beschleunigen. Künftige Apps werden noch stärker auf klinisch erprobte Übungen setzen. Der Trend zur „Neuro-Fitness“, die körperliches und kognitives Training verbindet, wächst.

Künstliche Intelligenz wird personalisierte Pläne in Echtzeit anpassen. Für Nutzer bedeutet das mehr wirksame Programme. Für das Gesundheitssystem eröffnen sich kosteneffiziente Wege in Prävention und Behandlung. Die Debatte um Wirksamkeit geht weiter – doch das Fundament für digitale Gehirn-Therapeutika ist gelegt.

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