BP Aktie: Neuaufstellung
26.02.2026 - 08:31:07 | boerse-global.deBP steckt mitten in einem heiklen Umbau: Analysten werden skeptischer, Aktienrückkäufe sind ausgesetzt und im grünen Portfolio mussten Milliarden abgeschrieben werden. Gleichzeitig sucht der Konzern wieder stärker sein Heil im klassischen Öl- und Gasgeschäft – mit neuen Partnerschaften und großen Produktionsplänen. Kann dieser Kurswechsel das Vertrauen der Anleger zurückholen?
Analysten werden vorsichtiger
In den vergangenen Tagen hat sich eine Serie von Abstufungen über BP gelegt. Freedom Finance stufte bereits am 13. Februar von „Hold“ auf „Sell“ herab und verwies auf schwache Ergebnisse im vierten Quartal 2025 – plus das Risiko, dass ein weiter nachgebender Ölmarkt die Gewinne spürbar belastet.
Zuvor hatte HSBC am 12. Februar auf „Reduce“ gesenkt und das Kursziel von 4,75 auf 4,30 Pfund reduziert. Als Gründe nannte die Bank eine im Sektor vergleichsweise niedrige Ausschüttungsrendite, begrenzte Planbarkeit und wenig Differenzierung bei den mittelfristigen Wachstumsaussichten. Auch Melius Research strich BP am 11. Februar auf „Sell“ und begründete das mit Herausforderungen bei der angekündigten Wende.
Ganz einseitig ist das Bild aber nicht: Piper Sandler hob am 11. Februar das Kursziel leicht auf 44 US-Dollar an (von 43) und blieb bei „Neutral“. Die Begründung: Der Stopp der Buybacks und niedrigere Investitionen könnten BP mehr finanziellen Spielraum verschaffen.
Abschreibungen, Buyback-Stopp, Schuldenfokus
Auslöser für die angespannte Stimmung waren auch die Zahlen zum vierten Quartal 2025 (veröffentlicht am 10. Februar). BP meldete laut Reuters einen zugrunde liegenden Replacement-Cost-Gewinn von 1,5 Mrd. US-Dollar, rutschte nach IFRS aber wegen rund 4 Mrd. US-Dollar an Wertminderungen in einen Verlust von 3,4 Mrd. US-Dollar. Für das Gesamtjahr 2025 fiel der zugrunde liegende Gewinn auf 7,5 Mrd. US-Dollar (2024: 8,9 Mrd.).
Der Schwerpunkt der Abschreibungen lag im Bereich „Renewables“ und Low Carbon. Über 2025 hinweg wurden laut 24/7 Wall Street insgesamt 5,4 Mrd. US-Dollar an grünen Assets abgewertet – darunter Lightsource bp sowie der Bereich erneuerbares Erdgas rund um Archaea (2022 für 4,1 Mrd. US-Dollar gekauft).
Parallel kappte BP einen wichtigen Kurstreiber: Das Unternehmen setzte sein quartalsweises Aktienrückkaufprogramm über 750 Mio. US-Dollar aus und ist damit laut Insider Monkey der einzige Top-5-Ölkonzern ohne laufende Rückkäufe. Immerhin: Die Nettoverschuldung sank laut Reuters auf 22 Mrd. US-Dollar (zuvor 26 Mrd.), mittelfristig peilt BP bis 2027 eine Spanne von 14 bis 18 Mrd. an. Dazu passen auch die Investitionspläne: 2025 lagen die Capex bei 14,5 Mrd. US-Dollar, für 2026 stellt BP 13 bis 13,5 Mrd. in Aussicht. Zudem wurde das Kostensenkungsziel bis Ende 2027 auf 6,5 Mrd. US-Dollar erhöht.
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Zurück zu Öl und Gas – mit TPAO als Partner
Strategisch setzt BP zugleich ein klares Signal Richtung Upstream. Am 12. Februar unterschrieben der türkische Staatskonzern TPAO und BP ein Memorandum of Understanding für eine Zusammenarbeit in Öl und Erdgas. Es geht um Feldentwicklung, Exploration, Export-Infrastruktur und Gastransporte in der Region.
Erstes Fokusprojekt sind die Kirkuk-Felder im Irak. Dort hat BP laut OilPrice.com eine Vereinbarung zur Entwicklung von fünf Feldern, mit einem Startziel von 328.000 Barrel pro Tag. Innerhalb von zwei bis drei Jahren soll die Förderung auf mindestens 450.000 Barrel steigen – bei erwarteten Kosten von nur 2 bis 4 US-Dollar je Barrel. Für TPAO ist das Teil einer größeren Agenda: Bis 2028 will der Konzern die internationale Upstream-Produktion auf 500.000 Barrel Öl- und Gaseinheiten pro Tag ausbauen.
Der Umbau läuft allerdings in einem unruhigen Ölmarkt. BP selbst bezifferte den durchschnittlichen Brent-Preis im bisherigen Verlauf von Q1 2026 auf 68,32 US-Dollar je Barrel – nach 63,73 US-Dollar in Q4 2025 und 75,73 US-Dollar in Q1 2025. Zusätzliche Unsicherheit kam zuletzt durch schwankende Erwartungen rund um die US-Iran-Gespräche.
Zumindest aus Marktsicht bleibt der Titel derzeit eher ein Geduldsspiel: Die Aktie notiert heute bei 5,37 Euro und damit knapp unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 5,50 Euro.
Im Kalender sind zwei Termine besonders greifbar: Die nächste Zahlenvorlage ist laut Quelle für den 28. April 2026 angesetzt, die Q4-Dividende soll am 27. März 2026 ausgezahlt werden – bis dahin dürfte sich zeigen, ob der Schuldenabbau und der Upstream-Fokus die zuletzt gestiegene Skepsis am Markt zumindest ein Stück weit einfangen.
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