Aktie, ConocoPhillips

BP Aktie: ConocoPhillips kauft 42 Prozent Kirkuk-Anteil

Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 11:37 Uhr | Redaktion boerse-global.de

BP verkauft 42 Prozent an Irak-Tochter an ConocoPhillips. Gemeinsam sollen Ölfelder bei Kirkuk revitalisiert werden.

BP holt ConocoPhillips für Milliarden-Projekt im Irak an Bord
Abstrakte, atmosphärische Szene, die den Öl- und Gassektor darstellt, mit Fokus auf Rohölförderung und industrielle Infrastruktur. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der britische Energiekonzern BP restrukturiert sein Engagement im Irak und holt einen prominenten Partner für die Entwicklung seiner dortigen Bestandsfelder hinzu. Im Rahmen eines umfangreichen US-irakischen Wirtschaftsgipfels in Washington vereinbarte das Unternehmen, eine bedeutende Minderheitsbeteiligung an seiner Tochtergesellschaft BP Energy Company of Kirkuk Limited (BP ECKL) zu veräußern. Käufer ist der US-Konzern ConocoPhillips, der damit nach mehr als einem Jahrzehnt in den Irak zurückkehrt.

Strategische Partnerschaft im Kirkuk-Ölfeld

ConocoPhillips erwirbt laut Unternehmensangaben einen Anteil von 42 Prozent an der BP-Tochter, die den Entwicklungsvertrag für die Kirkuk-Anlagen im Norden des Landes hält. Die Kooperation konzentriert sich auf die Wiedererschließung von insgesamt vier produzierenden Ölfeldern, darunter die Formationen Baba und Avanah sowie die Felder Bai Hassan, Jambur und Khabbaz. BP bleibt dabei weiterhin der Mehrheitsgesellschafter des Joint Ventures.

Die Vereinbarung zielt auf die Revitalisierung dieser teilweise seit 1927 bekannten Vorkommen ab. In einer ersten Phase identifizierten die Partner förderbare Ressourcen von mehr als 3 Milliarden Barrel Öläquivalent. Während BP und die irakische Regierung die grundlegende Vereinbarung für Kirkuk bereits im Februar 2025 ratifiziert hatten, markiert der Einstieg von ConocoPhillips nun den Beginn der operativen Großphase. Finanzielle Details der Transaktion wurden offiziell nicht bekannt gegeben, doch Analysten von Barclays schätzen den Kaufpreis für die Beteiligung auf rund 400 Millionen US-Dollar. Der Abschluss der Transaktion wird bis Ende 2026 erwartet, wobei die Vereinbarung rückwirkend zum 1. Juli 2026 wirksam wird.

Portfolio-Fokus unter Meg O'Neill

Der Teilverkauf ist Teil einer umfassenderen Strategie der BP-Vorstandsvorsitzenden Meg O'Neill, die das Amt im April 2026 übernahm. O'Neill richtet den Konzern verstärkt auf renditestarke Öl- und Gasprojekte sowie eine strikte Kapitaldisziplin aus. Die Zusammenarbeit mit ConocoPhillips ermöglicht es BP, die mit der Modernisierung der Infrastruktur verbundenen Kosten zu teilen. Laut Berichten von Rigzone sind für die Rehabilitierung der Produktion Investitionen von insgesamt rund 25 Milliarden US-Dollar im Gespräch.

Die Partnerschaft ist zudem in ein größeres geopolitisches Gefüge eingebettet. Insgesamt wurden während des Besuchs des irakischen Premierministers Ali al-Zaidi in den USA Abkommen im Wert von etwa 60 Milliarden US-Dollar unterzeichnet. Ein zentrales Ziel dieser Kooperationen ist die Stärkung der irakischen Energieunabhängigkeit und die Schaffung alternativer Exportrouten, um die Abhängigkeit von der Straße von Hormus zu verringern. In diesem Zusammenhang wird auch über die Wiederbelebung der 800 Kilometer langen Kirkuk-Baniyas-Pipeline zum Mittelmeer verhandelt.

Analysten-Upgrade und robuste Finanzdaten

Die Nachricht von der strategischen Expansion stieß am Markt auf positive Resonanz. Analysten von Wall Street Zen stuften die Aktie am 18. Juli von „Buy“ auf „Strong-Buy“ hoch. Bereits die jüngsten Geschäftszahlen unterstrichen die operative Stärke des Konzerns: Im ersten Quartal meldete BP einen Gewinn je Aktie (EPS) von 1,24 US-Dollar und übertraf damit die Konsensschätzung von 1,00 US-Dollar deutlich. Der Umsatz kletterte im Vorjahresvergleich um 11,4 Prozent auf 52,26 Milliarden US-Dollar.

An der Börse spiegelte sich der Optimismus am Freitag in einem Kursplus von 1,25 Prozent wider, womit das Papier bei 6,06 € aus dem Handel ging. Damit setzt die BP-Aktie ihren positiven Trend fort und verzeichnet seit Jahresbeginn einen Wertzuwachs von 23,30 Prozent. Neben Wall Street Zen zeigen sich auch andere Analysehäuser zuversichtlich: Während Scotiabank die Einstufung „Sector Outperform“ mit einem Kursziel von 58 US-Dollar vergibt, setzt Argus das Ziel bei 50 US-Dollar an. Die Analysten von HSBC und TD Cowen bewerten das Papier hingegen vorsichtiger mit „Hold“.

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