BP Aktie: Aktionärsrevolte vor dem AGM
10.04.2026 - 11:19:01 | boerse-global.deBP steht kurz vor seiner Hauptversammlung am 23. April unter erheblichem Druck — und der kommt diesmal nicht nur vom Ölpreis. Gleich zwei einflussreiche Stimmrechtsberater haben sich gegen das Unternehmen positioniert, und gewichtige institutionelle Investoren schließen sich an.
Proxy-Berater und Großinvestoren gegen den Aufsichtsrat
Glass Lewis empfiehlt BP-Aktionären, gegen Aufsichtsratschef Albert Manifold zu stimmen. Begründung: BP hat eine Klimaresolution der Aktivistengruppe Follow This von der Tagesordnung des AGM ausgeschlossen. Die Resolution forderte Transparenz darüber, wie BP seinen Shareholder Value schützen will, wenn die Nachfrage nach Öl und Gas langfristig sinkt.
ISS, der zweite große Stimmrechtsberater, geht noch einen Schritt weiter. Er empfiehlt, gegen den Antrag des Vorstands zu stimmen, zwei unternehmensspezifische Klimaberichtsresolutionen dauerhaft abzuschaffen. Dass beide Häuser gleichzeitig eine solche Haltung gegenüber einem Unternehmen einnehmen, ist ungewöhnlich.
Legal & General Investment Management, mit rund 0,85 Prozent einer der acht größten BP-Aktionäre, will ebenfalls gegen Manifold stimmen. Insgesamt stehen hinter der ausgeschlossenen Resolution 23 institutionelle Investoren mit einem verwalteten Vermögen von 1,74 Billionen US-Dollar.
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BP verteidigt seine Entscheidung: Der Vorstand habe den Antrag von Follow This als nicht regelkonform und wirkungslos eingestuft. Man sei auf transparente, standardisierte Offenlegungen fokussiert, die unternehmensübergreifende Vergleiche ermöglichen, so ein Unternehmenssprecher.
Ölpreis-Turbulenzen als zweite Baustelle
Parallel zur Governance-Debatte sorgen extreme Ölpreisschwankungen für Unruhe. Am 8. April verlor die BP-Aktie rund 8 Prozent, als Entspannungssignale im Nahen Osten und eine verbesserte Durchfahrt durch die Straße von Hormus den Ölpreis unter Druck setzten. Brent fiel zeitweise auf 91 Dollar je Barrel.
Der Rücksetzer hielt jedoch nicht lange an. Am Folgetag stieg die Aktie um 2,6 Prozent, als Brent auf 98,13 Dollar kletterte — denn ein fragiler Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran reichte nicht aus, um Liefersorgen dauerhaft zu zerstreuen. BP selbst beziffert die Sensitivität seiner Gewinne auf rund 340 Millionen Dollar zusätzlichem Vorsteuergewinn je Dollar Brent-Anstieg.
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Ägypten-Investition und neues Führungsduo
Trotz der Turbulenzen treibt BP seine Upstream-Strategie voran. Arcius Energy, ein Joint Venture von BP (51 Prozent) und ADNOC-Tochter XRG (49 Prozent), hat die finale Investitionsentscheidung für das Harmattan-Gasfeld vor der ägyptischen Küste getroffen. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf rund eine halbe Milliarde Dollar.
Die Hauptversammlung am 23. April wird damit zum ersten echten Stimmungstest für die neue Führung: CEO Meg O'Neill übernahm erst am 1. April das Ruder. Beim letztjährigen AGM stimmte fast ein Viertel der Aktionäre gegen den damaligen Aufsichtsratschef Helge Lund — ein Protest, der letztlich Personalveränderungen auslöste. Ob sich die Geschichte wiederholt, entscheidet sich in zwei Wochen.
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