Boston, Dynamics

Boston Dynamics startet Serienproduktion des Atlas-Roboters

13.02.2026 - 05:00:12

Der humanoide Roboter Atlas von Boston Dynamics startet die Serienproduktion. Hyundai und Google DeepMind sind erste Großkunden für den Einsatz in der Industrie.

Der humanoide Roboter Atlas von Boston Dynamics geht in Serie – angetrieben von Batterien des südkoreanischen Konzerns LG Energy Solution. Die ersten Einheiten sind bereits für den Einsatz bei Hyundai und Google DeepMind vorgesehen. Dies markiert den Übergang der einstigen Forschungswunder in den industriellen Alltag.

Schlüsselkomponente aus Südkorea

Die Wahl von LG Energy Solution als Batterielieferant unterstreicht die strategische Bedeutung der Energieversorgung. Für mobile Industrieroboter sind leistungsstarke Akkus entscheidend, da sie Betriebsdauer und Fähigkeiten direkt bestimmen. Der vollelektrische Atlas soll mit seinen zwei wechselbaren Batterien etwa vier Stunden durchhalten und bei niedrigem Ladestand eigenständig eine Ladestation ansteuern. Diese Autonomie ist für den reibungslosen Einsatz in Hochleistungsfabriken unverzichtbar.

Das Serienmodell ist ein Kraftpaket: Bei einer Größe von 1,75 Metern und einem Gewicht von rund 91 Kilogramm kann es Lasten bis zu 50 Kilogramm heben. Mit 56 Freiheitsgraden und voll drehbaren Gelenken besitzt es einen „übermenschlichen“ Bewegungsradius. Diese Agilität soll es für Aufgaben in der Materialhandhabung und Logistik prädestinieren, die heute noch von Menschen erledigt werden.

Erster Großkunde Hyundai setzt auf Zehntausende Roboter

Der strategische Investor Hyundai ist zugleich der erste Großabnehmer. Der Autokonzern plant, „Zehntausende“ Boston-Dynamics-Roboter – darunter den Atlas – in seine Fertigungsprozesse zu integrieren. Erste Praxistests laufen bereits in einem neuen Hyundai-Werk in den USA. Dort lernt Atlas autonom, Teile für die Montagelinie zu sortieren.

Die künstliche Intelligenz des Roboters wird von Nvidia-Prozessoren berechnet und in Partnerschaft mit Google DeepMind entwickelt. Statt jedes Manöver programmieren zu müssen, lernt Atlas durch Demonstration und maschinelles Lernen. Ingenieure können ihm eine Aufgabe per Virtual Reality vorführen; die Daten trainieren dann die KI-Modelle. Eine einmal erlernte Fähigkeit lässt sich auf die gesamte Flotte übertragen – ein Schlüssel für die schnelle Skalierung.

Vom Showeffekt zur Schichtarbeit

Die Serienproduktion bedeutet eine Zeitenwende in der Robotik. Humanoide Roboter waren lange vor allem für spektakuläre Videos von Saltos und Tanzeinlagen bekannt. Jetzt treten sie offiziell in die industrielle Arbeitswelt ein. Der Fokus verschiebt sich von der Demonstration zur zuverlässigen 24/7-Leistung in Werkshallen.

Branchenanalysten sehen den Markt noch in einer frühen Phase, prognostizieren aber ein signifikantes Wachstum. Erste Einsatzgebiete werden repetitive, körperlich anstrengende oder gefährliche Tätigkeiten sein. Boston Dynamics und Hyundai betonen, dass das Ziel nicht der vollständige Ersatz menschlicher Arbeitskräfte sei, sondern deren Entlastung. Die Roboter benötigten schließlich Wartung, Steuerung und Training.

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Ausblick: Fabrik für 30.000 Roboter pro Jahr geplant

Die Produktion für 2026 ist bereits ausgebucht. Die Erfahrungen aus den ersten Einsätzen bei Hyundai und Google sollen für weitere Verbesserungen an Hard- und Software genutzt werden. Hyundai investiert derweil massiv in die Lieferkette. Tochterunternehmen wie Hyundai Mobis werden Hochleistungs-Aktuatoren für den Roboter liefern.

Laut Berichten baut der Konzern sogar eine neue Roboterfabrik, die bis zu 30.000 Einheiten pro Jahr produzieren kann. Diese Investitionen signalisieren eine langfristige Vision: eine Zukunft, in der humanoide Roboter Seite an Seite mit Menschen arbeiten, um Industrien sicherer und produktiver zu machen. Ab 2027 sollen dann auch weitere Industriepartner mit dem Atlas beliefert werden.

@ boerse-global.de

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