Bosch, Siemens

Bosch und Siemens treiben digitale Brandschutz-Revolution voran

07.01.2026 - 18:30:12

Deutsche Unternehmen müssen ihre Sicherheitssysteme bis 2026 vollständig digitalisieren. Diese Forderung steht im Mittelpunkt einer Branchenoffensive, die in dieser Woche mit mehreren strategischen Ankündigungen Gestalt annimmt.

Den Rahmen setzt die TÜV NORD Akademie mit einem wegweisenden Industriegipfel im März 2026 in Hamburg. Die Agenda liest sich wie ein verbindlicher Fahrplan: Künstliche Intelligenz (KI), Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) revolutionieren den betrieblichen Brandschutz grundlegend. „Es geht nicht mehr um isolierte Pilotprojekte, sondern um die vollständige Integration in digitale Ökosysteme“, erklärt ein Branchenkenner. Hinter dem Druck stehen verschärfte regulatorische Anforderungen und die Schließung von Verantwortungslücken, die durch den technologischen Fortschritt entstanden sind.

Markt konsolidiert sich zu integrierten Plattformen

Parallel formiert sich der Anbietermarkt neu. Bosch Building Technologies hat zum Jahresbeginn seine globalen Systemintegratoren unter einer Marke vereint. Diese Bündelung, die Tochterunternehmen wie Climatec und Paladin Technologies einschließt, schafft einen herstellerunabhängigen Giganten für Gebäudeautomation und „Fire Life Safety“. Für Facility Manager bedeutet dies das Ende fragmentierter Insellösungen. Der Trend geht zu ganzheitlichen Plattformen, in denen Brandmeldeanlagen, Zutrittskontrolle und Energiemanagement nahtlos kommunizieren.

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Einen Tag zuvor, am 6. Januar auf der CES 2026 in Las Vegas, unterstrich Siemens diese Entwicklung. Der Technologiekonzern präsentierte seine neuesten „Industrial AI“-Fähigkeiten. KI-gestützte Systeme analysieren Sensordaten in Echtzeit und erkennen Anomalien, die menschliche Operatoren übersehen könnten – lange bevor ein Brand entsteht.

Digitaler Alltag für Feuerwehren und Brandschutzbeauftragte

Die Digitalisierung verändert bereits heute die operative Praxis. Feuerwehren und betriebliche Brandschutzbeauftragte ersetzen zunehmend papierbasierte Dokumente durch digitale Workflows. Smartphone-Apps und cloud-basierte Wartungspläne gehören zum neuen Standard. Kritische Informationen wie Gefahrstofflager oder Gebäudepläne sind im Notfall sofort abrufbar. Das physische Brandschutzbuch wird durch einen dynamischen digitalen Zwilling der Liegenschaft ersetzt.

BIM und VR als neuer Goldstandard

Die treibenden Kräfte sind Personalmangel und Effizienzdruck. Digitale Tools entlasten Brandschutzbeauftragte bei immer komplexeren Aufgaben. Experten sehen in der Integration von Building Information Modeling (BIM) in Brandschutzkonzepte bereits den Goldstandard für Neubauprojekte 2026. Sicherheitsszenarien werden virtuell simuliert, bevor ein Gebäude bezogen ist. VR-gestützte Evakuierungstrainings bieten immersive Schulungen, ohne den Betrieb zu stören.

Das erste Quartal 2026 wird voraussichtlich eine Welle von Software-Updates bringen, die auf Interoperabilität zwischen verschiedenen Sicherheitssystemen abzielt. Der Fokus liegt auf „präventiver Konnektivität“: IoT-Sensoren sollen Hitzestaus oder elektrische Fehler melden, lange bevor Rauch entsteht. Die Botschaft der ersten Januarwoche ist eindeutig: Moderner Brandschutz basiert auf Daten, Integration und intelligenter Voraussicht – nicht allein auf Feuerlöschern und Sirenen.

@ boerse-global.de