Bosch Proactive Companion: Das Auto wird zum vorausschauenden Partner
07.01.2026 - 08:52:12Bosch stellt auf der CES 2026 eine KI-Architektur vor, die Fahrzeuge zu empathischen Begleitern machen soll. Der deutsche Technologiekonzern reagiert damit auf den Trend zum softwaredefinierten Auto, bei dem das Erlebnis im Innenraum wichtiger wird als PS-Zahlen.
Vom Befehlsempfänger zum intuitiven Partner
Im Zentrum der Neuheit steht der „Proactive Companion“. Das System soll die Lücke zwischen digitalen Assistenten und menschlicher Interaktion schließen. Anders als heutige Sprachsysteme, die präzise Kommandos benötigen, versteht die Bosch-KI natürliche Sprache, Kontext und Absicht.
Ein Beispiel aus der Live-Demo: Sagt der Fahrer einfach „Mir ist kalt“, fragt die KI nicht nach. Stattdessen aktiviert sie simultan Sitzheizung, passt die Klimaanlage an und lenkt den Luftstrom um. Dieser Wechsel von starrer Befehlseingabe zu absichtsbasierter Interaktion markiert einen fundamentalen Sprung im Fahrzeug-Interface.
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Die Fähigkeiten gehen über Komfort hinaus. Durch Visual Language Models (VLMs) erkennt das System die Umgebung und den Innenraum. Es kann einen Parkplatz identifizieren oder warnen, wenn ein Kind auf dem Rücksitz vergessen wurde. Langfristig lernt die KI Routinen und schlägt Aktionen vor – etwa einen Konferenzcall zu starten – bevor der Fahrer danach fragt.
Die Technologie-Partnerschaften dahinter
Die Rechenleistung für diese lokale Intelligenz liefert NVIDIA. Das System basiert auf dem Drive AGX Orin Chip, der bis zu 200 Billionen Operationen pro Sekunde (TOPS) bewältigt. Diese Power ist nötig, um große Sprachmodelle direkt im Fahrzeug laufen zu lassen – für geringe Latenz und mehr Datenschutz.
Auf der Software-Seite setzt Bosch weiter auf Microsoft. Die Integration von Azure OpenAI ermöglicht nahtlose Konnektivität. Ein hervorgehobenes Feature: Per Sprachbefehl kann der Fahrer einer Microsoft Teams-Besprechung beitreten. Währenddessen aktiviert das Auto automatisch Abstands- und Spurhalteassistent, um die Sicherheit zu gewährleisten.
Laut Markus Heyn, Vorstandsmitglied der Robert Bosch GmbH, ermöglicht die modulare Plattform Autoherstellern, bestehende Cockpits schnell nachzurüsten. Sie müssen ihre gesamte Elektronikarchitektur nicht neu designen, um KI-Funktionen der Spitzenklasse anzubieten.
Sicherheit durch Innenraum-Überwachung
Hinter den Komfortfeatures steht ein ausgeklügeltes Sicherheitssystem. Der „Proactive Companion“ ist mit Boschs Interior Sensing vernetzt. Kameras und Radar überwachen Aufmerksamkeit und Zustand der Insassen.
Die KI analysiert Gesichtsausdrücke und Augenbewegungen, um Müdigkeit oder Ablenkung zu erkennen. Wird der Fahrer unaufmerksam, kann das System eine Pause vorschlagen, die Kabinenumgebung anpassen oder in kritischen Situationen die Fahrassistenzsysteme für ein Notmanöver vorbereiten.
Die Technologie geht über die Vorgaben der EU-General Safety Regulation (GSR) hinaus, die Warnsysteme bei Ablenkung vorschreibt. Bosch nutzt die Daten für personalisierte Sicherheit. So kann sich der Airbag basierend auf der exakten Sitzposition und Größe der erkannten Insassen optimal entfalten.
Eine Antwort auf den „Fortschritts-Overload“
Das Debüt des Proactive Companion kommt zur rechten Zeit. Der aktuelle Bosch Tech Compass 2026 identifiziert eine „Fortschrittsmüdigkeit“. Zwar sehen 70 Prozent der Befragten KI als einflussreichste Zukunftstechnologie. Doch viele sorgen sich auch um das Tempo des Wandels und die Komplexität neuer Systeme.
Bosch kontert mit „unsichtbarer“ Technologie. Sie arbeitet im Hintergrund, um die Nutzererfahrung zu vereinfachen – statt mehr Bildschirme oder komplexe Menüs hinzuzufügen. Durch die Automatisierung von Routineaufgaben will das Unternehmen die kognitive Belastung der Fahrer verringern.
Analysten deuten den Schritt als Offensive gegen Tech-Konkurrenten wie Xiaomi oder Sony, die mit starker Software-Expertie in den Automarkt drängen. Bosch bietet etablierten Herstellern eine schlüsselfertige KI-Plattform, um mit diesen Newcomern mithalten zu können, ohne eigene Modelle von Grund auf zu entwickeln.
Pilotprogramme 2026, Serienstart 2027
Bosch hat ehrgeizige Ziele. Das Unternehmen will mit Software und Dienstleistungen bis Ende des Jahrzehnts einen Umsatz von über 6 Milliarden Euro erzielen. Ein wesentlicher Teil soll aus KI-gestützten Mobilitätslösungen stammen.
Die KI-Plattform startet 2026 in Pilotprogrammen mit großen Autoherstellern. Die Serienverfügbarkeit ist für Fahrzeugmodelle des Baujahrs 2027 geplant. Perspektivisch soll die KI zu einem „agentischen“ System ausgebaut werden. Dann könnte das Auto eigenständig Ladesäulen buchen, Maut bezahlen oder Werkstatttermine vereinbaren.
Die Enthüllung auf der CES 2026 macht klar: Der Kampf um das Auto der Zukunft dreht sich nicht mehr nur um die Elektrifizierung. Es geht darum, wer das intelligenteste, intuitivste und menschenzentrierteste digitale Erlebnis liefern kann. Bosch setzt darauf, dass das Auto kein reines Transportmittel bleibt, sondern ein echter Partner wird.
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