Borr Drilling Aktie: Schulden neu strukturiert
26.05.2026 - 21:01:58 | boerse-global.deBorr Drilling drückt auf die Tube bei der Refinanzierung. Der in Bermuda ansässige Jack-up-Rig-Betreiber hat heute Kaufangebote für zwei ausstehende Anleiheserien gestartet — und finanziert das Ganze mit einer milliardenschweren Neuemission.
Was hinter dem Refinanzierungspaket steckt
Konkret will Borr alle ausstehenden 10,0-Prozent-Anleihen mit Fälligkeit 2028 zurückkaufen — das entspricht einem Nennwert von 1,13 Milliarden Dollar. Hinzu kommen bis zu 447,3 Millionen Dollar der 10,375-Prozent-Anleihen mit Fälligkeit 2030. Gegenfinanziert wird das durch neue besicherte Anleihen mit Laufzeiten bis 2032 und 2034, die zusammen mindestens 1,6 Milliarden Dollar einbringen sollen. Die neuen Papiere sind durch den überwiegenden Teil der Unternehmensflotte besichert, Lieferung ist für rund den 10. Juni geplant.
Inhaber, die ihre Anleihen bis zum 8. Juni andienen, erhalten einen Frühzeichnerbonus von 50 Dollar je 1.000 Dollar Nennwert. Bei den 2030er-Anleihen beläuft sich der Gesamtpreis auf 1.060 Dollar je 1.000 Dollar Nennwert. Das Angebot läuft bis zum 24. Juni — vorausgesetzt, die Neuemission wird erfolgreich platziert. Citigroup begleitet die Transaktion als Dealer Manager.
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Hohe Schuldenlast, schwaches Q1
Das Timing ist kein Zufall. Borr trägt eine Gesamtverschuldung von rund 2,3 Milliarden Dollar, während die Marktkapitalisierung bei etwa 1,65 Milliarden Dollar liegt. Die Refinanzierung soll den Schuldenberg strecken und kurzfristigen Refinanzierungsdruck abbauen.
Belastet wird das Bild durch schwache Quartalszahlen: Im ersten Quartal 2026 verzeichnete Borr einen Nettoverlust von 29 Millionen Dollar bei Erlösen von 247 Millionen Dollar. Das Ergebnis je Aktie lag bei minus 0,09 Dollar — weit unter den Markterwartungen. Kein Wunder, dass die Aktie in den vergangenen sieben Handelstagen rund zehn Prozent nachgegeben hat.
Über zwölf Monate betrachtet sieht die Bilanz freilich anders aus: Wer vor einem Jahr investiert war, sitzt auf einem Plus von rund 237 Prozent. Die kurzfristige Schwäche trifft also auf einen Titel, der strukturell erheblich aufgewertet wurde.
Ob das Refinanzierungspaket die gewünschte Entlastung bringt, entscheidet sich in den nächsten Wochen: Stimmen weniger als 90 Prozent der Inhaber einer Serie zu, entfällt die Option, die verbleibenden Anleihen zwangsweise einzulösen — das Unternehmen müsste dann mit einem geteilten Gläubigerfeld weiterarbeiten.
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