Boreout, Milliarden

Boreout kostet Wirtschaft Milliarden – Experten warnen vor Sinnkrise

05.01.2026 - 14:55:12

Chronische Unterforderung am Arbeitsplatz verursacht hohe volkswirtschaftliche Schäden und erfordert neue Personalstrategien. Experten sehen die Generation Z als besonders gefährdet.

Boreout verursacht ähnlich hohe Schäden wie Burnout. Das belegen neue Analysen zum Start des Arbeitsjahres 2026. Experten fordern ein radikales Umdenken in der Personalpolitik.

Während die Debatten der letzten Jahre von Überlastung dominiert wurden, rückt nun die chronische Unterforderung in den Fokus. Für Millionen Beschäftigte bedeutet die Rückkehr an den Schreibtisch heute lähmende Langeweile und Sinnentleerung. Arbeitspsychologen warnen vor einer Zuspitzung dieser „stillen Krise“ in deutschen Büros.

Die stille Erosion am Arbeitsplatz

Die Datenlage ist alarmierend. Der Trend des „Quiet Quitting“ – des reinen Dienstes nach Vorschrift – hat sich in vielen Branchen verfestigt. Er wandelt sich zunehmend in eine pathologische Unterforderung, das Boreout.

Anders als beim Burnout leiden Betroffene hier an Desinteresse und Unterforderung. Sie simulieren Arbeit, ziehen Aufgaben in die Länge und empfinden eine tiefe Erschöpfung. Besonders in administrativen Berufen und im mittleren Management ist das Risiko stark gestiegen. KI und Automatisierung haben dort Routineaufgaben übernommen, ohne dass neue, sinnstiftende Tätigkeiten geschaffen wurden.

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Warum die Generation Z besonders gefährdet ist

Entgegen gängiger Klischees trifft Boreout überproportional die jüngere Generation. Für die Generation Z, die nun in verantwortungsvolle Positionen drängt, ist der Sinn der Arbeit eine Grundvoraussetzung.

Arbeitspsychologen betonen: Junge Arbeitnehmer reagieren extrem sensibel auf als sinnlos empfundene Tätigkeiten. Fühlen sie sich unterfordert oder ihre Fähigkeiten werden nicht genutzt, folgen oft psychosomatische Beschwerden. Die Talente von morgen kündigen dann nicht laut – sie ziehen sich innerlich zurück.

Drei Strategien gegen die Sinnleere

HR-Strategen fordern ein Umdenken. Bloße Wellness-Angebote reichen nicht mehr. Die Lösung liegt in der strukturellen Neugestaltung von Arbeit.

  • Job Enrichment: Mitarbeiter müssen verstehen, wie ihr Beitrag zu den großen Unternehmenszielen beiträgt. Transparenz ist der erste Schritt gegen das Gefühl der Bedeutungslosigkeit.
  • Individuelle Karrierepfade: Die starre Karriereleiter hat ausgedient. Im Trend liegt Job Crafting – Mitarbeiter gestalten ihre Rolle basierend auf Stärken und Interessen mit.
  • Psychologische Sicherheit: Führungskräfte müssen lernen, Unterforderung genauso ernst zu nehmen wie Überlastung. Das Feedback „Ich habe nichts zu tun“ darf nicht sanktioniert, sondern muss als Chance begriffen werden.

Die milliardenschwere Rechnung der Langeweile

Boreout ist längst ein hartes Wirtschaftsthema. Schätzungen beziffern den volkswirtschaftlichen Schaden durch innere Kündigung in Deutschland auf bis zu 150 Milliarden Euro jährlich.

Der technologische Wandel verschärft das Problem 2026 zusätzlich. KI-Tools haben in vielen Büros eine Leere hinterlassen: Routine fällt weg, die freiwerdende Zeit wird aber nicht mit kreativen Aufgaben gefüllt. Viele Unternehmen versäumen es, ihre Belegschaft rechtzeitig umzuschulen. Das Ergebnis: Qualifizierte Mitarbeiter sitzen ihre Zeit ab.

2026: Das Jahr der „Retention durch Relevanz“

Experten erwarten, dass Boreout-Prävention fester Bestandteil des Gesundheitsmanagements wird. Standen 2024/2025 Flexibilisierung und Homeoffice im Vordergrund, wird 2026 das Jahr der inhaltlichen Arbeit.

Firmen starten Initiativen, um den Unternehmenszweck mit den Werten der Mitarbeiter abzugleichen. In einem Markt mit anhaltendem Fachkräftemangel haben diejenigen das Nachsehen, die diesen „Purpose Match“ vernachlässigen. Die Prognose ist klar: Wer keinen Sinn bietet, bietet langfristig keinen Arbeitsplatz.

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