BMW, Roboter

BMW setzt erstmals menschenähnliche Roboter in Leipzig ein

28.02.2026 - 22:10:56 | boerse-global.de

BMW setzt ab Sommer 2026 humanoide Roboter in der Batteriemontage ein. Ziel ist die Entlastung der Belegschaft, nicht der Ersatz von Arbeitsplätzen.

Die BMW Group startet in Leipzig den ersten europäischen Einsatz von menschenähnlichen Robotern in der Serienfertigung. Der Pilot markiert einen strategischen Schub für die deutsche Industrie im globalen Wettlauf um die Fabrik der Zukunft.

Pilotprojekt startet im Sommer 2026

Im Mittelpunkt der Initiative stehen die AEON-Roboter des Schweizer Unternehmens Hexagon Robotics. Sie sollen ab Sommer 2026 in der Batteriemontage für Elektroautos und in der allgemeinen Komponentenfertigung eingesetzt werden. Diese Bereiche sind oft von monotonen und körperlich anspruchsvollen Aufgaben geprägt – ideale Kandidaten für robotische Unterstützung.

Der Start in Leipzig folgt einem bewährten Muster. Bereits im Dezember 2025 liefen erste Tests, eine erweiterte Testphase ist für April 2026 geplant. BMW betont: Das Ziel sei die Entlastung der Belegschaft, nicht ihr Ersatz. Die Roboter sollen ergonomisch schwierige Jobs übernehmen, damit Fachkräfte sich auf komplexere Tätigkeiten konzentrieren können.

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Blaupause aus den USA

Mut für den deutschen Vorstoß gab ein erfolgreiches Pilotprojekt im US-Werk Spartanburg. Dort arbeitete 2025 über zehn Monate ein humanoider Roboter des Herstellers Figure AI in der Karosseriemontage. Er positionierte präzise Blechteile für Schweißarbeiten und bearbeitete über 90.000 Komponenten für mehr als 30.000 BMW X3.

Diese Erfahrung zeigte: Menschliche Roboter können im rauen Fabrikalltag zuverlässig Werte schaffen. Die US-Erfolgsstory lieferte die Blaupause für die europäische Expansion.

„Physical AI“ als deutsche Antwort auf den Wettbewerb

BMW verortet den Schritt in seiner „Physical AI“-Strategie. Dahinter verbirgt sich die nahtlose Verschmelzung von Künstlicher Intelligenz mit realer Maschinerie. Ein eigens eingerichtetes „Center of Competence for Physical AI in Production“ soll die Integration von KI und Robotik im globalen Produktionsnetzwerk beschleunigen.

Die Motivation ist klar: Angesichts scharfer internationaler Konkurrenz und Kostendrucks setzt die deutsche Industrie zunehmend auf intelligente Automation. BMW ist nicht allein. Auch andere deutsche Technologiefirmen wie Neura Robotics aus Metzingen arbeiten mit Partnern wie Bosch an KI-gesteuerten Robotern für die Industrie.

Flexibilität statt fest installierter Käfige

Der Einsatz in Leipzig ist ein Paradigmenwechsel. Anders als fest installierte Industrieroboter hinter Schutzgittern sind die AEON-Modelle mobil und teilen sich den Raum mit Menschen. Diese Flexibilität erlaubt den Einsatz für vielfältige Aufgaben in Logistik und Montage, ohne die gesamte Infrastruktur umbauen zu müssen.

Der Fokus auf die Hochvoltbatterie-Fertigung ist strategisch klug. Der boomende Elektroauto-Markt stellt die Produktion vor ganz neue Herausforderungen. Können Roboter hier die Skalierbarkeit und Präzision erhöhen?

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Kein Stellenabbau geplant

Treibende Kraft ist für BMW nicht primär die Kostenensenkung, sondern mehr Flexibilität und die Entschärfung von Personalknappheit bei anstrengenden Tätigkeiten. Das Unternehmen stellt klar: Es gibt keine Pläne für einen Personalabbau aufgrund des Robotereinsatzes. Die Technologie wird als kollaboratives Werkzeug zum Support der Mitarbeiter verstanden.

Der Leipziger Pilot wird von der gesamten europäischen Industrie aufmerksam verfolgt. Sein Erfolg wird daran gemessen, ob die Roboter komplexe Aufgaben zuverlässig meistern, sich reibungslos in menschengeführte Abläufe einfügen und spürbare Effizienzgewinne bringen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen den Weg für weitere Anwendungen ebnen.

Eine komplett von humanoiden Robotern geführte Fabrik bleibt vorerst Zukunftsmusik. Doch der Schritt in Leipzig ist ein konkreter und bedeutender Invest in eine Zukunft, in der menschliches Können und robotische Ausdauer Hand in Hand arbeiten – und die Landschaft der modernen Fertigung in Deutschland neu definieren.

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