BMW i4 im Alltagstest: Ist das der erste E-BMW, bei dem du nie wieder zurück zu Benzin willst?
06.01.2026 - 00:34:30Der Moment, in dem dein alter Verbrenner plötzlich alt aussieht
Rushhour, grauer Morgen, der Kaffee funktioniert noch nicht so richtig – und du sitzt im Auto, das röhrt, vibriert und an der Ampel Sprit verbrennt, nur um im Stau zu stehen. Die Rechnung an der Tankstelle wird höher, die Diskussionen über Fahrverbote lauter. Und trotzdem fühlst du dich in vielen Elektroautos bisher eher wie in einem rollenden Tech-Gadget als in einem echten Auto.
Genau da beginnt das Dilemma: Du willst elektrisch fahren – wegen Umwelt, Kosten, Zukunftssicherheit. Aber du willst nicht auf dieses BMW-typische Fahrgefühl, gute Verarbeitung und Langstreckenkomfort verzichten. Und du hast keine Lust, dir vom Bordcomputer Angst machen zu lassen, sobald du mal spontan 400 km am Stück fahren willst.
Also weiter tanken und hoffen, dass es irgendwann mal ein E-Auto gibt, das sich nicht wie ein Kompromiss anfühlt?
Die Lösung: Ein Elektroauto, das sich wie ein echter BMW fährt – der BMW i4
Genau hier setzt der BMW i4 an. Keine futuristische Seifenblase, kein wackliger Crossover – sondern eine vollwertige Gran Coupé Limousine, die aussieht wie ein BMW, sich anfühlt wie ein BMW und fährt wie ein BMW. Nur eben elektrisch.
Mit bis zu rund 590 km WLTP-Reichweite (je nach Variante), schnellem DC-Laden, starken E-Motoren und einem sehr klassischen, wertigen Innenraum positioniert sich der i4 irgendwo zwischen Tesla Model 3, Mercedes EQE und Polestar 2 – und sagt im Grunde: „Ich bin das E-Auto für Menschen, die Autofahren wirklich lieben.“
Aber wie viel davon ist Marketing – und wie viel spürst du wirklich im Alltag?
Warum gerade dieses Modell? Der Realitäts-Check
Der BMW i4 ist aktuell eines der spannendsten Elektroautos im D-A-CH-Markt, weil er gleich mehrere typische Schmerzpunkte adressiert, die du vermutlich kennst:
- Reichweitenangst: Je nach Variante (z.B. eDrive40 oder xDrive40) bietet der i4 eine WLTP-Reichweite von deutlich über 500 km. Realistisch auf der Autobahn reden wir eher von 350–450 km – aber genau das reicht, um viele Strecken ohne Zwischenladen zu meistern.
- Ladefrust: Mit bis zu rund 200 kW DC-Ladeleistung (modellabhängig) lädst du den Akku von etwa 10 auf 80 % in ca. 30 Minuten unter optimalen Bedingungen. Sprich: kurzer Kaffeestopp statt halber Urlaub an der Ladesäule.
- Fahrspaß statt Verzicht: Selbst die „zahmeren“ Varianten sprinten in etwa 5–6 Sekunden auf 100 km/h. Die Performance-Modelle schaffen deutlich unter 4 Sekunden. Das fühlt sich nicht nach Verzicht an – eher nach dauerhaft eingeschaltetem Sportmodus.
- Komfort & Verarbeitung: Anders als viele Newcomer auf dem E-Markt setzt BMW auf bekannte Stärken: solide Haptik, angenehme Sitze, gute Geräuschdämmung, vertraute Bedienlogik – nur ergänzt um das moderne Curved Display und BMW Operating System 8/8.5.
- Alltagstauglichkeit: Fünf Türen, großer Kofferraum mit Heckklappe (Gran Coupé!), ordentliche Anhängelast je nach Version – du kannst mit dem i4 mehr machen als nur zur Arbeit und zurück zu pendeln.
Statt dich also in eine radikal andere Fahrzeugwelt zu zwingen, holt dich der i4 da ab, wo du stehst – und macht dir den Umstieg auf elektrisch ziemlich leicht.
Auf einen Blick: Die Fakten
| Merkmal | Dein Nutzen |
|---|---|
| Reichweite (WLTP, modellabhängig, bis ca. 590 km) | Weniger Ladepausen, entspannte Langstrecke und kein ständiges Blicken auf die Rest-km-Anzeige. |
| DC-Ladeleistung bis ca. 200 kW | Schnelles Nachladen auf Reisen – Kaffeepause reicht, um wieder hunderte Kilometer Reichweite zu bekommen. |
| Leistung je nach Modell (rund 250 bis über 400 PS-Äquivalent) | Sofortiges Drehmoment, kräftiger Antritt und souveräne Überholmanöver – ohne Schaltpausen. |
| BMW Curved Display & Operating System 8/8.5 | Moderne, übersichtliche Bedienung, Over-the-Air-Updates und nahtlose Smartphone-Integration. |
| Gran Coupé Karosserie mit großer Heckklappe | Sportliche Silhouette plus praktischer Zugang zum Kofferraum – ideal für Alltag, Urlaub und Familie. |
| Intelligente Fahrassistenzsysteme | Mehr Sicherheit und Entlastung im Verkehr – von adaptiver Geschwindigkeitsregelung bis Spurführung (je nach Ausstattung). |
| Hersteller: BMW AG (ISIN: DE0005190003) | Verlässliches Servicenetz, bekannte Qualität und ein Hersteller mit jahrzehntelanger Premium-Erfahrung. |
Das sagen Nutzer und Experten
Schaut man in Foren, auf Reddit und in YouTube-Reviews zum BMW i4, zeichnet sich ein ziemlich klares Bild:
- Fahrgefühl: Viele Fahrer betonen, dass der i4 „sich wie ein echter BMW anfühlt“. Lenkung, Fahrwerk, Sitzposition – alles sehr vertraut für Menschen, die schon einmal 3er oder 4er gefahren sind.
- Verarbeitung & Innenraum: Im Vergleich zu einigen Wettbewerbern wird die Haptik im Innenraum gelobt. Weniger „Plastikflair“, mehr Premium-Ambiente. Das Curved Display wird optisch gefeiert, die Menüstruktur aber anfangs als etwas komplex beschrieben.
- Reichweite & Effizienz: In der Praxis berichten viele Nutzer von realistischen Verbräuchen und Reichweiten, die nahe an den Versprechen liegen – insbesondere bei moderater Fahrweise. Auf der Autobahn bei hohen Geschwindigkeiten sinkt die Reichweite, was aber bei allen aktuellen E-Autos der Fall ist.
- Ladeverhalten: Das Schnellladen an DC-Säulen wird überwiegend positiv bewertet. Die Ladeleistung bricht je nach Akku-Temperatur und Füllstand etwas ein, wird aber als stabil und alltagstauglich wahrgenommen.
- Kritikpunkte: Häufig genannt werden der teils hohe Preis mit Extras, einige Software-Themen (z.B. Gewöhnung an das Infotainment, gelegentliche Bugs nach Updates) und der vergleichsweise enge Fond im Vergleich zu klassischen Familien-SUVs.
In Tests von Fachmedien wird der i4 oft als „Fahrerauto unter den Elektro-Limousinen“ bezeichnet. Er ist nicht der radikalste Technologieträger – aber einer der ausgewogensten Mixe aus Alltag, Dynamik und Komfort.
Alternativen vs. BMW i4
Natürlich ist der BMW i4 nicht allein auf dem Spielfeld. Typische Alternativen sind etwa Tesla Model 3, Polestar 2 oder Mercedes EQE. Wie schlägt sich der i4 im Vergleich?
- Tesla Model 3: Bietet sehr gutes Supercharger-Netz, starke Software und effiziente Antriebe. Allerdings polarisieren Verarbeitung und Innenraumdesign. Wenn du ein eher klassisches, hochwertiges Cockpit liebst und Wert auf Fahrdynamik legst, wirkt der i4 oft „erwachsener“ – zu einem meist etwas höheren Preis.
- Polestar 2: Skandinavisch-clean, technisch modern, Google-Infotainment an Bord. Der i4 punktet hingegen mit mehr Fahrspaß, größerer Reichweite in vielen Varianten und einem stärkeren Premium-Anspruch im Innenraum.
- Mercedes EQE: Mehr Luxus, viel Komfort, aber auch teurer und eher auf gemütliches Gleiten ausgelegt. Der i4 trifft den Sweet Spot zwischen Sportlichkeit und Alltag – vor allem für Menschen, die gerne selbst fahren.
Unterm Strich positioniert sich der BMW i4 als Preis-Leistungs-Sieger für Fahrer, die Premium-Feeling und Dynamik wollen, ohne in die Preissphäre großer Luxuslimousinen abzudriften. Er ist nicht der günstigste, aber einer der stimmigsten Gesamtpakete im Segment.
Fazit: Lohnt sich der Kauf?
Wenn du bisher mit einem Bein in der alten Verbrenner-Welt stehst und mit dem anderen in der elektrischen Zukunft, ist der BMW i4 genau dieser Brückenschlag, den du vermutlich suchst. Er nimmt dir die typischen Sorgen vor Reichweite und Laden, ohne dir das zu nehmen, was du am Autofahren liebst: Fahrgefühl, Design, Qualität.
Du steigst ein, drückst den Startknopf, rollst beinahe lautlos vom Hof – und erst wenn du das erste Mal voll durchtrittst, merkst du, wie brutal schnell sich „Zukunft“ anfühlen kann. Kein Getöse. Nur Schub. Und dabei sitzt du in einem Auto, das nicht „Spaceship“ schreit, sondern einfach: BMW.
Ja, der Preis ist kein Schnäppchen. Und ja, du musst bereit sein, ein Stück Gewohnheit aufzugeben. Aber wenn du ein Elektroauto willst, das sich nicht nach Experiment, sondern nach vollwertigem Premium-Fahrzeug anfühlt, gehört der BMW i4 ganz klar auf deine Shortlist.
Am Ende bleibt nur eine Frage: Bist du bereit, dass sich jeder Verbrenner nach der ersten i4-Fahrt plötzlich hoffnungslos alt anfühlt?


