BMW, Aktie

BMW Aktie: Moody's senkt Ausblick auf negativ

21.06.2026 - 04:22:52 | boerse-global.de

Moody's stuft Bonitätsausblick auf negativ herab, während BMW ein milliardenschweres Sparprogramm mit tausenden Stellen vorbereitet.

BMW Aktie unter Druck: Moody's senkt Ausblick, Stellenabbau geplant
BMW - Ein BMW-Logo mit der Spiegelung eines fallenden Finanzdiagramms, im Hintergrund eine unscharfe Finanzlandschaft. 21.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Branchenkrise hat BMW eingeholt. Moody's senkt den Ausblick auf negativ, ein Sparprogramm mit tausenden betroffenen Stellen nimmt Form an — und die Aktie notiert nur knapp über ihrem Fünf-Jahres-Tief.

Moody's schickt ein Warnsignal

Moody's hat den Bonitätsausblick für BMW von stabil auf negativ gesenkt. Das Langfrist-Rating „A2" bleibt zwar bestätigt. Aber die Agentur zweifelt nun daran, ob sich die Margen schnell genug erholen, um das aktuelle Niveau zu rechtfertigen.

Als Hauptgründe nennt Moody's den beschleunigten Rückgang des chinesischen Pkw-Markts und den anhaltenden Einfluss des Nahostkonflikts auf Energiekosten und Verbraucherstimmung. Beides belastet BMW weltweit. Die Agentur hatte ursprünglich eine steigende Profitabilität erwartet — davon ist nun keine Rede mehr.

Stellenabbau: Fast eine Milliarde Euro zurückgelegt

Parallel dazu nehmen die Gespräche über einen Stellenabbau konkrete Formen an. „Die Gespräche zwischen Unternehmen und Betriebsrat sind in Vorbereitung", bestätigte ein Sprecher des Gesamtbetriebsrats. Konzernchef Milan Nedeljkovi?, seit Mitte Mai im Amt, soll laut Insidern fast eine Milliarde Euro für freiwillige Trennungslösungen zurückgelegt haben — Abfindungen, Vorruhestand, Altersteilzeit.

BMW selbst spricht nicht von Stellenabbau. Allerdings geht aus dem Geschäftsbericht hervor, dass der Konzern für 2026 mit einem „leichten Rückgang" der Personalzahlen kalkuliert. Gegenüber dem Merkur präzisierte BMW: Ein leichter Rückgang entspreche einem Minus von ein bis knapp fünf Prozent. Bei 154.540 Beschäftigten weltweit stünden damit rund 7.500 Jobs zur Disposition.

Der Hintergrund: Gewinnwarnung trifft den Kern

Beide Entwicklungen sind direkte Folge der Gewinnwarnung von Mitte Juni. BMW rechnet nun mit einem deutlichen statt moderaten Rückgang beim Vorsteuergewinn. Den freien Cashflow im Autogeschäft erwartet der Konzern bei mehr als 2,5 Milliarden Euro — zuvor waren es mehr als 4,5 Milliarden Euro. Die Auslieferungen sollen 2026 leicht sinken statt stabil bleiben.

China bleibt das Kernproblem. Lokale Hersteller wie BYD drücken die Preise. JPMorgan-Analyst Jose Asumendi sprach von einem „Weckruf für die Autobranche" und sieht alle europäischen Premiumhersteller in China preislich unter Druck. Die LBBW senkte ihr Kursziel auf 84 Euro, hält aber an „Buy" fest. UBS kappte das Ziel auf 70 Euro und bleibt bei „Neutral".

Die Aktie rutschte in der vergangenen Woche zeitweise unter 59 Euro — ein neues Fünf-Jahres-Tief. Zum Wochenabschluss erholte sie sich leicht auf 60,38 Euro. Das entspricht einem Wochenminus von über zehn Prozent und einem Rückgang von rund 37 Prozent seit Jahresbeginn. Der RSI liegt bei 20,5 — ein Niveau, das technisch als stark überverkauft gilt.

Bislang galt BMW unter den deutschen Autoherstellern als vergleichsweise stabil, während Volkswagen und Mercedes-Benz seit Jahren Stellen abbauen und Werke schließen. Dieser Sonderstatus ist Geschichte.

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