BMW, Aktie

BMW Aktie: 36 Prozent Minus seit Januar

24.06.2026 - 04:09:16 | boerse-global.de

BMW senkt Gewinnprognose drastisch wegen China-Schwäche. EU-Zölle auf Hybride und Aktienrückkäufe stützen den Kurs.

BMW Aktie: Kurssturz trotz Milliarden-Rückkauf und EU-Hilfe
BMW - Ein BMW-Autoschlüssel liegt auf einer Oberfläche, im Hintergrund eine unscharfe, fallende Börsenkurve. 24.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Starke Marktposition bei Hybriden, aber ein einbrechendes China-Geschäft. Bei BMW klaffen operative Realität und politische Hoffnung derzeit weit auseinander. Die Aktie schloss am Dienstag bei 60,94 Euro. Seit Januar verlor das Papier über 36 Prozent an Wert. Mit einem RSI-Wert von 23,6 gilt der Titel technisch als stark überverkauft.

Prognose drastisch gekappt

Der Grund für den Kurssturz liegt in Asien. Der chinesische Automarkt schwächelt massiv. Besonders Modelle mit Verbrennungsmotor verkaufen sich schlecht. Die Folge: Das Management reagiert mit einer harten Gewinnwarnung.

Die erwartete EBIT-Marge im Automobilsegment sinkt für 2026 auf magere eins bis drei Prozent. Zuvor peilte der Vorstand noch bis zu sechs Prozent an. Auch der Konzernvorsteuergewinn wird deutlich einbrechen. Ein verschärftes Sparprogramm soll gegensteuern, belastet das Ergebnis im zweiten Halbjahr aber zunächst einmalig.

Politische Schützenhilfe aus Brüssel

Ein unerwarteter Impuls kommt aus der Europäischen Union. Die Kommission plant offenbar neue Ausgleichszölle. Diese sollen gezielt chinesische Plug-in-Hybride treffen. Bisher nutzten Hersteller wie BYD diese Modelle oft als Schlupfloch. Sie umgingen so die bestehenden Zölle für reine Elektroautos.

Ein solches Eingreifen würde den Münchnern in Europa massiv helfen. BMW hält hier eine starke Position bei Premium-Hybriden. Zusätzliche Hürden für die asiatische Konkurrenz sichern diesen Vorteil ab.

Milliarden-Wette auf die eigene Aktie

Trotz der trüben Aussichten kauft der Konzern unbeirrt eigene Papiere zurück. Allein Mitte Juni flossen fast 29 Millionen Euro in eigene Aktien. Bis Frühjahr 2027 will das Management Anteilsscheine für bis zu zwei Milliarden Euro vom Markt nehmen. Die Ausschüttungsquote bleibt unangetastet. Wegen des sinkenden Gewinns dürfte die absolute Dividende dennoch schrumpfen.

Analysten bewerten die Lage völlig unterschiedlich. UBS senkte das Kursziel radikal auf 70 Euro. Goldman Sachs sieht hingegen eine Überreaktion. Die Experten verweisen auf die gewaltige Nettoliquidität von BMW. Diese übersteige aktuell den gesamten Marktwert des Konzerns.

Am 30. Juli 2026 präsentiert BMW den Halbjahresbericht. Dann müssen die Münchner konkrete Zahlen liefern. Der Markt erwartet Details zu den China-Verlusten. Ebenso wichtig wird der exakte Zeitplan für das neue Sparprogramm.

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