Blitzer-Apps: Millionen nutzen sie, doch die Grauzone bleibt
17.01.2026 - 19:54:12Blitzer-Apps auf dem Smartphone sind illegal – wenn man sie während der Fahrt nutzt. Das ist die klare, aber schwer kontrollierbare Rechtslage. Jetzt fordern mehrere Bundesländer ein Totalverbot, das auch Besitz und Installation unter Strafe stellen würde. Die Bundesregierung lehnt das ab. Millionen Autofahrer bleiben in einer rechtlichen Grauzone mit erheblichen Datenschutzrisiken.
Die aktuelle Regelung: 75 Euro Strafe für die Nutzung
Paragraph 23 der Straßenverkehrsordnung (StVO) verbietet Geräte, die vor Verkehrsüberwachung warnen – dazu zählen explizit Smartphone-Apps. Wer sie während der Fahrt nutzt, riskiert 75 Euro Bußgeld und einen Punkt in Flensburg. Selbst die Warnung durch einen Beifahrer ist illegal, wenn der Fahrer davon profitiert, wie ein Urteil des Oberlandesgerichts Karlsruhe klarstellte.
Erlaubt ist nur die Information vor Fahrtantritt. Die Polizei hat es jedoch schwer, Verstöße nachzuweisen. Ohne konkreten Verdacht darf sie Handys bei Kontrollen nicht einfach durchsuchen. Diese schwierige Durchsetzung ist der Auslöser für die aktuelle Debatte.
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Bundesländer fordern schärferes Gesetz
Mehrere Bundesländer drängen im Bundesrat auf eine Verschärfung. Sie wollen ein generelles Verbot, ähnlich wie in Frankreich, wo Bußgelder bis 1.500 Euro drohen. Ihre Argumentation: Die Apps untergraben die präventive Wirkung von Blitzern und gefährden so die Verkehrssicherheit.
Die Bundesregierung blockiert diesen Vorstoß bisher. Sie verweist die Länder auf ihre Pflicht, das bestehende Nutzungsverbot durch mehr Kontrollen effektiver umzusetzen. Ein Totalverbot wäre zudem technisch komplex, da viele Navigations-Apps Blitzerwarnungen mit erlaubten Sicherheitshinweisen kombinieren.
Das unterschätzte Risiko: Ihre Bewegungsdaten
Abseits des Rechts birgt die Nutzung erhebliche Datenschutzrisiken. Für ihre Funktion benötigen die Apps dauerhaften Zugriff auf den Standort. Sie erfassen präzise Bewegungsdaten wie Geschwindigkeit, Route und Nutzungszeiten – sogenannte Floating Car Data.
- Diese Daten landen auf Servern der Anbieter.
- Obwohl Anonymisierung versprochen wird, bleibt ein Restrisiko.
- Es entstehen wertvolle Bewegungsprofile, die kommerziell interessant sind.
Für Nutzer ist kaum nachvollziehbar, was genau gespeichert und wie es verwendet wird. Die Apps fordern oft Zugriff auf weitere Smartphone-Funktionen.
Was Autofahrer jetzt beachten sollten
Solange kein Totalverbot kommt, gilt: Nutzung während der Fahrt kostet 75 Euro und einen Punkt. Das gilt auch, wenn der Beifahrer die App bedient. Die legalen Alternativen bleiben das Einhalten der Geschwindigkeit und Verkehrsfunk-Warnungen.
Experten raten zur Vorsicht. Wer eine Blitzer-App nutzt, sollte die Berechtigungen kritisch prüfen und sich der Datensammlung bewusst sein. Der digitale Helfer kann schnell zur teuren Falle werden – finanziell und für die Privatsphäre. Ob der Druck der Länder langfristig doch zu einer Gesetzesänderung führt, bleibt offen.
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