Blackstone Aktie: Rekordgewinn, wachsender Widerstand
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 19:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Blackstone verdient prächtig an der Künstlichen Intelligenz – und bekommt gleichzeitig zu spüren, wie unpopulär die dafür nötige Infrastruktur vor Ort ist. Der weltgrößte alternative Vermögensverwalter legte am Donnerstag starke Quartalszahlen vor, während CEO Stephen Schwarzman öffentlich einräumte, dass der Bau von Rechenzentren in den USA zunehmend auf Ablehnung stößt.
Gewinn und verwaltetes Vermögen legen deutlich zu
Der Nettogewinn kletterte im zweiten Quartal auf 1,23 Milliarden Dollar, nach 764,24 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn je Aktie stieg auf 1,54 Dollar von zuvor 0,98 Dollar, die Erlöse wuchsen auf 5,04 Milliarden Dollar. Das verwaltete Vermögen kletterte um 11 Prozent auf 1,346 Billionen Dollar, angetrieben von Zuflüssen von 68,3 Milliarden Dollar allein in diesem Quartal.
Blackstone zahlt eine Quartalsdividende von 1,29 Dollar je Aktie, ausgeschüttet am 10. August an Aktionäre, die bis zum 3. August im Register stehen. Die Aktie hatte bis zum vergangenen Handelsschluss dieses Jahr bereits rund 20 Prozent verloren – ein Kontrast zu den operativen Zahlen, der zeigt, wie skeptisch der Markt die Bewertung von Privatmarkt-Vermögen derzeit betrachtet.
Die KI-Wette treibt das Geschäft
Neun der zehn besten Investments im Portfolio hängen laut Unternehmensangaben direkt mit Künstlicher Intelligenz zusammen, darunter eine Beteiligung an Anthropic und diverse Rechenzentrumsplattformen. Blackstone beteiligt sich gemeinsam mit Apollo an einer milliardenschweren Finanzierung für Spezialchips, die der Anthropic-Entwickler für sein Sprachmodell nutzen soll.
Verkäufe trugen ebenfalls zum Ergebnis bei: Der Verkauf von Anteilen an drei Rechenzentren an Digital Realty sowie einer Mehrheitsbeteiligung an der Stromleistungsfirma Sabre Industries an TPG spülten zusammen mit weiteren Transaktionen 31,8 Milliarden Dollar in die Kasse. Hinzu kamen Börsengänge von Liftoff Mobile, dem Rechenzentrums-Vehikel Blackstone Digital Infrastructure Trust und dem indischen Büro-REIT Bagmane.
Widerstand gegen Rechenzentren wächst
Der Ausbau der Rechenleistung hat aber eine Kehrseite. Nur 14 Prozent der Amerikaner würden den Bau eines Rechenzentrums in ihrer Nachbarschaft unterstützen, ergab eine Umfrage im Juni – ein Thema, das laut Schwarzman parteiübergreifend Widerstand erzeugt. Der Rechenzentrumsbetreiber QTS, den Blackstone 2021 für 10 Milliarden Dollar übernommen hatte, stoppte diesen Monat nach jahrelanger Planung ein Projekt in Virginia, das trotz behördlicher Genehmigung an lokalem Widerstand und Klagen gescheitert war.
Schwarzman erklärte, Blackstone arbeite mit seinen Portfoliounternehmen an gewerkschaftlich organisierten Jobs, Weiterbildungsprogrammen, wasserfreien Kühlsystemen und zusätzlicher Stromerzeugung, um lokale Bedenken zu adressieren. "Ein Wandel dieser Größenordnung erzeugt auch Unsicherheit darüber, wie sich die Technologie entwickeln wird", sagte er auf einer Konferenzschalte. Die US-Regierung betrachte die KI-Entwicklung als Wettlauf mit China, versuche aber zugleich, Haushalte vor steigenden Energiekosten zu schützen – ein Balanceakt, in dem Schwarzman nach eigenen Angaben regelmäßig mit Branchenvertretern und politischen Entscheidungsträgern spricht.
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