Bitfarms, Aktie

Bitfarms Aktie: Ergebnispräsentation erwartet

23.01.2026 - 20:09:32

Bitfarms verkauft letzte Anlage in Lateinamerika und fokussiert sich vollständig auf den Ausbau von KI- und HPC-Rechenzentren in Nordamerika. Der Kurs reagiert volatil auf den Strategiewechsel.

Bitfarms stellt sein Geschäftsmodell auf den Kopf. Statt reiner Bitcoin-Miner will der Konzern künftig verstärkt Rechenzentren für High-Performance-Computing und KI-Infrastruktur betreiben. Dieser tiefgreifende Umbau sorgt an der Börse für Spannung: Zwischen kurzfristigen Belastungen und neuer Wachstumsfantasie muss sich erst zeigen, ob der Kurs mit der Strategie Schritt hält.

Ausstieg aus Lateinamerika als Wendepunkt

Im Zentrum der aktuellen Entwicklung steht der vollständige Rückzug aus Lateinamerika. Bitfarms hat eine verbindliche Vereinbarung zum Verkauf seines letzten Standorts in der Region getroffen: einer 70-Megawatt-Anlage in Paso Pe, Paraguay.

Der Deal verfolgt zwei klare Ziele:

  • Liquidität für Expansion: Aus dem Verkauf sollen bis zu 30 Mio. US-Dollar erlöst werden, davon rund 9 Mio. US-Dollar in bar bei Abschluss, der im ersten Quartal 2026 erwartet wird. Das Kapital ist für den Ausbau der US-Aktivitäten vorgesehen.
  • Fokussierung auf Nordamerika: Das Unternehmen bündelt seine Ressourcen auf nordamerikanische Infrastruktur, die sich für energieintensive KI- und HPC-Anwendungen eignet.

Kurzfristig hat dieser Schritt jedoch Nebenwirkungen. Durch den Verkauf sinkt die aktive Bitcoin-Mining-Kapazität, was den kurzfristigen Ertrag schmälert. Entsprechend reagierte der Markt: Die Aktie verzeichnete zu Wochenbeginn ein Kursgap nach unten und verlor in der Spitze über 8 %, weil Anleger das reduzierte Mining-Asset neu einpreisten.

Marktbild und Volatilität

Die technische Lage bleibt angespannt. Nach einer schwachen Phase hat sich der Kurs zuletzt um 3,69 CAD eingependelt. Auf Sicht von einem Monat steht dennoch ein Plus von gut 38 %, im Jahresvergleich sogar deutlich über 100 % – ein Hinweis auf die hohe Schwankungsbreite der Aktie.

Diese Volatilität spiegelt den fundamentalen Übergang wider: Einige Investoren verabschieden sich von der alten „reiner Miner“-Story, während andere auf die neue Rolle als Infrastrukturpartner für KI-Rechenzentren setzen. Entsprechend hoch sind die Umsätze, und kleine Nachrichten zu Projektfortschritten oder Verzögerungen können spürbare Kursausschläge auslösen.

KI und HPC als neues Kernversprechen

Der strategische Fokus liegt nun klar auf High-Performance-Computing und Künstlicher Intelligenz. Branchenanalysen der letzten Tage führen Bitfarms bereits als einen der interessanteren Titel im HPC-/AI-Segment für 2026. Im Zentrum steht die Idee, bestehende und geplante nordamerikanische Standorte so umzurüsten, dass sie leistungshungrige KI-Anwendungen betreiben können.

Die Argumentation dahinter:

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  • Höhere Margen: Rechenzentren für KI-Workloads versprechen deutlich bessere Margen als klassisches Krypto-Mining.
  • Nutzung bestehender Energie-Infrastruktur: Bitfarms kann seine Energieverträge und Standorte nutzen, um den Übergang in Richtung Rechenzentrumsbetrieb zu beschleunigen.
  • Schlüsselprojekt USA: Besonders wichtig ist die erfolgreiche Umrüstung des Standorts im US-Bundesstaat Washington sowie weiterer nordamerikanischer Flächen. Hier entscheidet sich, ob aus der Vision ein tragfähiges Geschäftsmodell wird.

Der Markt bepreist derzeit vor allem das Ausführungsrisiko. Anders als etablierte Data-Center-REITs befindet sich Bitfarms erst im Aufbau dieser neuen Sparte. Verzögerungen oder Kostenüberschreitungen könnten die Story belasten, während sichtbare Fortschritte und erste konkrete Umsätze aus dem HPC-/KI-Geschäft die Neubewertung unterstützen dürften.

Institutionelle Investoren positionieren sich

Trotz der jüngsten Kursschwäche ist das Bild bei institutionellen Investoren gemischt, aber keineswegs negativ. Aus Unterlagen zum dritten Quartal 2025 geht hervor, dass Thames Capital Management LLC neu eingestiegen ist und mehr als 7 Millionen Aktien erworben hat.

Dieser Schritt wird am Markt als Signal gewertet, dass professionelle Anleger den Strategiewechsel nicht als Bruch der Investmentstory sehen, sondern eher als Neupositionierung mit längerfristigem Potenzial. Kurzfristige Rücksetzer erscheinen vor diesem Hintergrund eher als Begleiterscheinung eines radikalen Umbaus als als struktureller Vertrauensverlust.

Einordnung und Ausblick

Faktisch steht Bitfarms an der Schnittstelle von Energieinfrastruktur und Künstlicher Intelligenz:

  • Kernereignis: Verkauf des letzten lateinamerikanischen Standorts in Paraguay, Fokus vollständig auf Nordamerika.
  • Strategie: Umbau vom Bitcoin-Miner zum Betreiber von HPC- und KI-Infrastruktur.
  • Marktreaktion: Kurzfristiger Kursdruck durch geringere Mining-Kapazität, aber stark schwankender Kursverlauf insgesamt.
  • Investorenstruktur: Einstieg von Thames Capital Management als langfristig orientierter Player.

In den kommenden Quartalen wird entscheidend sein, ob Bitfarms die US-Standorte – allen voran Washington – planmäßig in produktive KI- und HPC-Zentren überführen kann und erste belastbare Umsätze meldet. Gelingt dieser Übergang, dürfte sich die Bewertung zunehmend von der reinen Bitcoin-Abhängigkeit lösen und stärker an den Perspektiven des KI-Rechenzentrumsmarktes orientieren. Andernfalls bleibt die Aktie ein ausgesprochen volatiler Titel, der zwischen alter Mining-Story und neuer Infrastruktur-Strategie hin- und hergerissen ist.

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