Bitcoin: Waffenstillstand, Zweifel, Druck
10.04.2026 - 10:20:14 | boerse-global.deDer fragile Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran sorgt für anhaltende Unruhe — auch im Kryptomarkt. Bitcoin behauptet sich zwar knapp im Plus, das Gesamtbild bleibt aber angespannt.
ETF-Abflüsse als Stimmungsbarometer
Bitcoin notiert aktuell bei rund 71.600 Dollar, ein Plus von gut einem Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Wochensicht steht ein Zuwachs von 6,7 Prozent zu Buche — gleichzeitig summieren sich die Verluste seit Jahresbeginn auf knapp 19 Prozent. Das zeigt das Grundproblem: Kurzfristige Erholungen können die strukturelle Schwäche des laufenden Jahres nicht überdecken.
Besonders aufschlussreich ist der Blick auf die US-amerikanischen Bitcoin-Spot-ETFs. Am Mittwoch flossen netto 94 Millionen Dollar ab — weniger als die 159 Millionen Dollar vom Dienstag, aber dennoch ein klares Signal für anhaltende Skepsis institutioneller Anleger. Fidelity und ARK 21Shares verzeichneten die stärksten Mittelabzüge, lediglich der iShares Bitcoin Trust konnte mit 40 Millionen Dollar Zuflüssen dagegensteuern.
Öl, Fed und ein nervöser Markt
Der Druck kommt von mehreren Seiten gleichzeitig. Die Sperrung der Straße von Hormuz durch den Iran hat die Ölpreise in die Höhe getrieben — WTI kletterte zeitweise auf über 100 Dollar pro Barrel. Das befeuert Inflationssorgen, die wiederum die Erwartungen an baldige Zinssenkungen der US-Notenbank weiter dämpfen. Aus den jüngst veröffentlichten Fed-Protokollen geht hervor, dass mehrere Ausschussmitglieder kurzfristig steigende Inflationserwartungen sehen und einen Rückgang der Teuerung auf das Zwei-Prozent-Ziel als verzögert einschätzen.
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Hinzu kommen schwache Konjunkturdaten: Die US-Wirtschaft wuchs im vierten Quartal 2025 nur noch mit einer annualisierten Rate von 0,5 Prozent — nach zuvor 1,4 Prozent in der Erstschätzung. Kein gutes Umfeld für Risikoassets.
Die Gesamtmarktkapitalisierung aller Kryptowährungen ist binnen 24 Stunden um 1,4 Prozent auf 2,41 Billionen Dollar gesunken. Das Handelsvolumen brach um ein Drittel ein. Zwei Drittel der Top-100-Kryptowährungen verbuchen Verluste von mehr als einem Prozent — Bitcoin schlägt sich dabei noch vergleichsweise gut.
Das Fear-and-Greed-Barometer von CoinMarketCap steht aktuell bei 43 und signalisiert eine neutrale Marktstimmung. Vor einer Woche lag der Wert noch bei 28, was echte Angst anzeigte — eine leichte Beruhigung also, aber von Euphorie ist der Markt weit entfernt.
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Solange der Nahostkonflikt schwelt und die CPI-Daten für März — die am Freitag veröffentlicht werden — keine positive Überraschung liefern, dürfte das Aufwärtspotenzial für Bitcoin begrenzt bleiben.
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