Bitcoin: Fear-and-Greed-Index auf 12 gefallen
07.06.2026 - 09:10:02 | boerse-global.de
Der Bitcoin-Kurs steht unter massivem Druck. Mit rund 63.800 Dollar notiert die Kryptowährung knapp 13 Prozent unter dem Niveau vor einer Woche — und fast 50 Prozent unter ihrem Allzeithoch vom Oktober 2025. Der RSI liegt bei 18, ein Niveau, das technisch als stark überverkauft gilt.
ETF-Abflüsse auf Rekordniveau
Der Auslöser ist klar: Institutionelle Investoren ziehen sich zurück. Ihr Anteil am Bitcoin-Markt sank im ersten Quartal 2026 um 17 Prozent. Das schlägt sich direkt in den US-Spot-Bitcoin-ETFs nieder.
Vor einer kleinen Gegenbewegung am 4. Juni verzeichneten diese Produkte 13 Handelstage in Folge Nettoabflüsse. Insgesamt flossen rund 4,4 Milliarden Dollar ab. Das verwaltete Vermögen aller US-Spot-Bitcoin-ETFs fiel auf 75,1 Milliarden Dollar — von über 98 Milliarden Dollar Ende Mai 2024.
Allein BlackRocks IBIT verlor am 5. Juni 214 Millionen Dollar in einer einzigen Handelssitzung. Fidelitys FBTC und Grayscales GBTC meldeten Abflüsse von knapp 60 beziehungsweise gut 60 Millionen Dollar.
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MicroStrategy unter Beobachtung
Auch der größte börsennotierte Bitcoin-Halter gerät ins Visier. MicroStrategy verkaufte 32 BTC aus seinem Bestand von 843.706 Coins — eine symbolisch kleine Menge. Parallel dazu platzierte das Unternehmen Aktien im Wert von 128 Millionen Dollar.
Der Markt reagierte nervös. Das variabel verzinste Vorzugsinstrument des Unternehmens, intern „Stretch" genannt, brach um 12 Prozent ein. Die eigentliche Sorge dahinter: Wie stabil ist institutioneller Hebel, wenn die Volatilität steigt?
Wale verkaufen, Angst greift um sich
On-Chain-Daten verschärfen das Bild. Die Zuflüsse großer Adressen — sogenannter Wale — an Kryptobörsen haben sich zuletzt verdoppelt. Das deutet darauf hin, dass bedeutende Marktteilnehmer Positionen abbauen oder absichern wollen.
In den vergangenen Tagen wurden über 1,1 Milliarden Dollar an Long-Positionen liquidiert. Bitcoin durchbrach dabei die Unterstützungszonen bei 65.000 und 64.000 Dollar. Der Fear-and-Greed-Index fiel auf 12 — „Extreme Fear", ein Niveau, das zuletzt in den Tiefs des vorigen Marktzyklus erreicht wurde.
Makro und Kapitalrotation als Gegenwind
Externe Faktoren verstärken den Druck. Ein stärker als erwartet ausgefallener US-Arbeitsmarktbericht für Mai hat Zinssenkungshoffnungen gedämpft. Ein festerer Dollar macht Risikoanlagen wie Bitcoin weniger attraktiv.
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Hinzu kommt eine strukturelle Verschiebung: Kapital rotiert aus dem Kryptobereich in KI- und Technologieaktien. Institutionelle Investoren suchen Sektoren mit klaren Wachstumskatalysatoren und stabilerem regulatorischen Rahmen. Der in den USA diskutierte „Clarity Act" für digitale Assets ist noch nicht verabschiedet — regulatorische Unsicherheit bleibt ein Hemmschuh.
Bitcoin notiert aktuell rund 19 Prozent unter seinem 200-Tage-Durchschnitt. Das 52-Wochen-Tief von 59.228 Dollar, erreicht am 5. Juni, ist nur noch gut sieben Prozent entfernt.
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