Bitcoin Depot Aktie: Chapter 11 mit 9.276 ATMs offline
20.05.2026 - 17:27:26 | boerse-global.deBitcoin Depot zieht den Stecker. Der einst größte Betreiber von Krypto-Kiosken in Nordamerika hat ein Chapter-11-Verfahren eingeleitet und den gesamten Betrieb gestoppt. Rund 9.276 Bitcoin-ATMs sind offline.
Der Absturz kam nicht aus dem Nichts. Das Geschäft litt unter sinkenden Erlösen, hohen Rechtskosten und wachsendem Regulierungsdruck. Hinzu kam ein Sicherheitsvorfall, der die Lage weiter verschärfte.
Umsatz bricht ein
Im ersten Quartal 2026 sank der Umsatz um 49,2 Prozent auf 80,7 Millionen Dollar. Aus einem Gewinn von 12,2 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum wurde ein Nettoverlust von 9,5 Millionen Dollar. Auch der Bruttogewinn schrumpfte drastisch auf 4,5 Millionen Dollar.
Das zeigt, wie stark das operative Modell unter Druck geraten war. Transaktionen wurden teurer, der Spielraum enger. Für einen Betreiber von Krypto-Terminals ist das ein gefährlicher Mix.
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Regulatoren und Kosten drücken das Modell
CEO Alex Holmes nannte das Geschäftsmodell unter dem aktuellen Regulierungsumfeld „nicht nachhaltig“. Mehrere US-Bundesstaaten verschärften ihre Regeln für Krypto-Kioske. Indiana, Tennessee und Minnesota haben Verbote eingeführt.
Dazu kommen niedrigere Transaktionslimits und höhere Compliance-Kosten. Genau das trifft ein Modell, das auf vielen kleinen, schnellen Vorgängen basiert. Wenn die Regulierung den Durchsatz begrenzt, kippt schnell die Kalkulation.
Parallel dazu wuchs der juristische Druck. Bis Ende 2025 hatten sich mehr als 20 Millionen Dollar an Gerichtsentscheidungen aufgebaut.
Nasdaq zieht die Reißleine
Auch an der Börse ist Schluss. Weil das Unternehmen seinen Quartalsbericht für den Zeitraum bis zum 31. März 2026 nicht eingereicht hat, setzt Nasdaq den Handel mit Aktien und Warrants aus. Die Aussetzung und das Delisting sollen am 26. Mai 2026 wirksam werden.
Bitcoin Depot will diese Entscheidung nicht anfechten. Das Unternehmen hat inzwischen eine court-supervised liquidation und den Verkauf von Vermögenswerten eingeleitet. Für Aktionäre bleibt damit nur ein sehr dunkles Szenario: ein Totalverlust liegt nahe.
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Der Sicherheitsvorfall im April kam als zusätzlicher Schlag. Dabei verlor das Unternehmen 3,7 Millionen Dollar durch ein Problem mit seinen Krypto-Wallets. Das verschärfte die ohnehin angespannte Lage weiter.
Bitcoin Depot arbeitet nun mit Vinson & Elkins als Rechtsberater und Portage Point Partners als Restrukturierungsberater an der Abwicklung. Für die Plattform markiert das den fast vollständigen Rückzug aus einem Markt, der für viele Anbieter zuletzt immer härter geworden ist.
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