Bitcoin, Bärenfalle

Bitcoin: Bärenfalle vor Fed-Entscheid

Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 22:27 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach dem Kursrutsch auf 58.000 Dollar stabilisiert sich Bitcoin bei 63.000 Dollar. Die anstehende Fed-Entscheidung und Quartalszahlen von Tech-Konzernen könnten die nächste Richtung vorgeben.

Bitcoin-Kurs vor Fed-Zinsentscheid: Bärenfalle oder Bodenbildung?
Digitales Bitcoin-Symbol vor einem komplexen, dunkel gehaltenen Finanz-Chart. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Nach dem Rekordhoch folgte der freie Fall, jetzt kämpft Bitcoin um die Reorientierung. Die Kryptowährung ist von ihrem Allzeithoch bei rund 126.000 Dollar auf ein Korrekturtief von etwa 58.000 Dollar gerutscht, ehe sich der Kurs zuletzt wieder auf rund 63.000 Dollar stabilisierte. Anleger fragen sich, ob damit der Boden gefunden ist — oder ob die Fed am Mittwoch für den nächsten Rutsch sorgt.

Zinsentscheid und Chip-Ausverkauf drücken auf die Stimmung

Der Markt steht vor einer richtungsweisenden Woche. Am Mittwoch verkündet die US-Notenbank ihre Zinsentscheidung, und laut CME FedWatch Tool liegt die Wahrscheinlichkeit einer Anhebung um einen Viertelpunkt bei rund 32 Prozent. Für die September-Sitzung rechnen Handelsteilnehmer bereits mit deutlich höheren Chancen auf einen weiteren Zinsschritt — die Wahrscheinlichkeiten liegen dort bei 57 Prozent für einen Viertelpunkt und 22 Prozent für einen halben Punkt.

Zusätzlich belastete ein Ausverkauf bei Chip-Aktien die Risikobereitschaft, nachdem Asiens Börsen mit teils zweistelligen Verlusten schlossen. Die gesamte Kryptomarktkapitalisierung sackte binnen 24 Stunden um 3,6 Prozent auf 2,16 Billionen Dollar ab, während das Handelsvolumen um 15 Prozent zulegte — ein Hinweis auf hektische Umschichtungen statt ruhiger Konsolidierung. Bitcoin-Spot-ETFs in den USA verzeichneten zuletzt Nettoabflüsse von 12 Millionen Dollar, deutlich weniger als die 240 Millionen Dollar Abfluss tags zuvor.

Zwischen Superzyklus-These und Bärenfalle

Der frühe Bitcoin-Investor Michael Terpin ordnet die Korrektur in ein größeres Zyklus-Narrativ ein und sieht in Kursrücksetzern dieser Art keinen Bruch der langfristigen Aufwärtsbewegung. Eine ähnliche Lesart vertritt Marktbeobachter Oliver Michel: Er interpretiert die jüngste Schwäche eher als Bärenfalle denn als neues Warnsignal und plant, sein verbleibendes Kapital erst bei einer Bestätigung nachzulegen. Die Zone um 66.000 Dollar gilt dabei als entscheidende Marke, an der sich zeigen dürfte, wer im Markt aktuell die Oberhand behält — Käufer oder Verkäufer.

Diese Woche liefert reichlich Testmaterial für beide Szenarien. Neben der Fed-Entscheidung am Mittwoch legen gleich vier der großen US-Technologiekonzerne ihre Quartalszahlen vor — Ergebnisse, die über die Risikobereitschaft an den Aktienmärkten und damit auch über die Richtung bei Bitcoin mitentscheiden dürften.

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