BioNTech, Aktie

BioNTech Aktie: 1.860 Stellen werden gestrichen

23.05.2026 - 13:06:35 | boerse-global.de

BioNTech präsentiert auf dem ASCO-Kongress neue Daten zu zwei Krebsmedikamenten. Analysten zeigen sich zurückhaltend, der Aktienkurs notiert nahe dem Jahrestief.

BioNTech Aktie: 1.860 Stellen werden gestrichen - Bild: über boerse-global.de
BioNTech Aktie: 1.860 Stellen werden gestrichen - Bild: über boerse-global.de

Zwei neue Krebsmedikamente, ein vorsichtiger Analyst und ein Aktienkurs nahe dem Jahrestief — BioNTech steht in dieser Woche vor einer entscheidenden Bewährungsprobe.

Pumitamig und Gotistobart im Rampenlicht

Auf dem ASCO-Jahreskongress in Chicago, der vom 29. Mai bis 2. Juni stattfindet, präsentiert BioNTech neue Daten aus seiner Onkologie-Pipeline. Zwei mündliche Präsentationen stehen dabei besonders im Mittelpunkt.

Für Pumitamig liegen Zwischenergebnisse aus der Phase-2/3-Studie ROSETTA Lung-02 vor. Die Daten zeigen ermutigende Antitumoraktivität in der Erstlinientherapie bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs — kombiniert mit Chemotherapie und über verschiedene PD-L1-Expressionsniveaus hinweg. Es ist bereits der dritte globale Datensatz, der dieses Muster konsistent bestätigt.

Die zweite Präsentation betrifft Gotistobart. In der Phase-2-Studie PRESERVE-004 zeigte der Wirkstoff in Kombination mit Pembrolizumab dauerhafte Antitumoraktivität bei stark vorbehandelten Patientinnen mit platinresistentem Eierstockkrebs. Das Überleben verbesserte sich klinisch bedeutsam, das Sicherheitsprofil blieb handhabbar. Damit wächst die Evidenz für Gotistobart als chemotherapiefreie Behandlungsoption.

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Bernstein startet mit gedämpften Erwartungen

Einen Tag vor ASCO-Beginn initiierte Bernstein-Analyst Jeffrey Walch die Abdeckung der BioNTech-Aktie mit dem Rating „Market Perform" und einem Kursziel von 96 Dollar. Die Begründung ist nuanciert: BioNTech verdiene eine bessere Einstufung als ein direkt vergleichbares Unternehmen, das Bernstein mit „Underperform" bewertet — wegen der COVID-Impfstoffeinnahmen, der breiten Pipeline und einer starken Bilanz. Das Unternehmen verfügte Ende des ersten Quartals über liquide Mittel von 16,8 Milliarden Euro. Bernstein sieht BioNTech damit in der Lage, Medikamente mit höherer Erfolgswahrscheinlichkeit weiterzuentwickeln.

Die Aktie notiert mit rund 79,50 Euro dennoch rund 8 Prozent unterhalb ihres 200-Tage-Durchschnitts und nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 72,50 Euro.

Stellenabbau und schwaches Quartal als Belastung

Der ASCO-Auftritt kommt nach einem schwierigen Quartalsbericht. Der Umsatz fiel im ersten Quartal auf 138 Millionen Euro, der Nettoverlust weitete sich auf 622 Millionen Euro aus. Treiber waren sinkende COVID-Impfstofferlöse und steigende Forschungsausgaben von 651,6 Millionen Euro — investiert vor allem in Onkologie und Antikörper-Wirkstoff-Konjugate.

Für das Gesamtjahr hält BioNTech an einer Umsatzprognose von 2,3 bis 2,6 Milliarden Euro fest. Ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu einer Milliarde Dollar über zwölf Monate ist geplant.

Parallel dazu kündigte das Unternehmen die Schließung mehrerer Produktionsstätten an. Betroffen sind Standorte in Idar-Oberstein, Marburg und Tübingen sowie ein Werk in Singapur — insgesamt rund 1.860 Stellen. Ab 2029 sollen die Einsparungen auf bis zu 500 Millionen Euro jährlich steigen.

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Fünfzehn Phase-3-Studien bis Jahresende geplant

BioNTech will 2026 sechs weitere Phase-3-Studien starten. Damit käme das Unternehmen auf insgesamt 15 laufende oder geplante Phase-3-Programme. Sieben Datenpakete aus späten Studienphasen erwartet das Unternehmen noch in diesem Jahr.

Die ASCO-Präsentationen zu Pumitamig und Gotistobart sind der erste größere Test. Zeigen die Daten klinische Überzeugungskraft, könnte das den vorsichtigen Analystentenor zumindest etwas verschieben — und den Kurs aus der Nähe des Jahrestiefs herauslösen.

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