Biometrie, Passwörter

Biometrie verdrängt Passwörter im globalen Finanzwesen

30.01.2026 - 06:01:12

Finanzinstitute weltweit ersetzen veraltete Sicherheitsmethoden durch Gesichts- und Fingerabdruckerkennung, um Betrug zu bekämpfen und die Kundenerfahrung zu verbessern.

Die Ära des Passworts im Banking geht zu Ende. Weltweit ersetzen Banken und Finanzinstitute veraltete Sicherheitsmethoden durch biometrische Systeme. Treiber sind massive Cyberbedrohungen und der Wunsch der Kunden nach reibungslosen digitalen Erlebnissen.

VAE starten Pilot für Zahlungen per Gesichtserkennung

Ein Vorreiter dieser Entwicklung ist die Zentralbank der Vereinigten Arabischen Emirate (CBUAE). Sie startete kürzlich einen Pilotversuch für ein bahnbrechendes Bezahlsystem. Kunden können damit an der Kasse allein per Gesichts- oder Handflächenerkennung zahlen – ohne Karte, Handy oder Bargeld. Der Testlauf findet aktuell bei der Dubai Land Department statt.

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Diese Initiative ist Teil einer umfassenderen nationalen Sicherheitsstrategie. Bereits im Januar begannen Banken in den VAE damit, unsichere SMS-Einmalkennwörter (OTPs) für Online-Transaktionen auszumustern. Bis März 2026 müssen alle Finanzinstitute des Landes auf sicherere Methoden umstellen. Dazu zählen Bestätigungen in der Banking-App und biometrische Authentifizierung. Ziel ist es, Risiken wie SIM-Swapping und Phishing-Angriffe einzudämmen.

Ein Milliardenmarkt im Höhenflug

Der globale Trend hin zur passwortlosen Sicherheit schafft einen boomenden Markt. Das weltweite Marktvolumen für passwortlose Authentifizierung lag 2024 bei über 21 Milliarden US-Dollar. Bis 2030 soll es auf fast 55,7 Milliarden Dollar anwachsen. Das entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 17,1 Prozent ab 2025.

Besonders der Banken- und Finanzsektor treibt diese Entwicklung voran. Während Nordamerika 2024 den größten Marktanteil hielt, wird das schnellste Wachstum für die Region Asien-Pazifik erwartet. Länder wie Vietnam rollten bereits 2025 aggressiv biometrische Tools aus, um Betrug zu bekämpfen. Die Fingerabdruck-Erkennung bleibt die dominierende Technologie, nicht zuletzt wegen ihrer weiten Verbreitung in Smartphones.

KI: Bedrohung und Verteidigung zugleich

Die Abkehr vom Passwort findet in einer sich rasant verändernden Bedrohungslage statt. Kriminelle nutzen zunehmend Künstliche Intelligenz (KI), um Phishing-Angriffe zu automatisieren, täuschend echte Deepfakes zu erstellen und komplexen Identitätsbetrug zu begehen. Herkömmliche Sicherheitsmaßnahmen wirken dagegen oft hilflos.

Als Antwort setzen Finanzinstitute auf eigene KI-gestützte Abwehrsysteme. Immer mehr Banken nutzen multimodale Biometrie. Dabei werden verschiedene Verifikationsmethoden wie Gesichts-, Stimm- und sogar Verhaltensanalyse kombiniert. Letztere kann subtile Muster wie Tipprhythmus oder den Umgang mit dem Gerät analysieren, um Anomalien zu erkennen – ohne den Nutzer zu stören. Diese intelligenten Sicherheitsmodelle lernen kontinuierlich dazu und bieten einen dynamischen Schutz.

Mehr als Sicherheit: Der Faktor Vertrauen

Der globale Wandel hin zum passwortlosen Banking ist mehr als ein Sicherheits-Upgrade. Es ist eine Neudefinition der Kundenerfahrung. Lange waren OTPs und komplexe Passwortregeln ein großer Störfaktor. Biometrie und sogenannte Passkeys – kryptografische Schlüssel auf dem Gerät des Nutzers – bieten nun beides: höchste Sicherheit und größtmöglichen Komfort.

Diese Entwicklung folgt den Erwartungen der Verbraucher, die durch Tech-Giganten geprägt wurden. Die breite Akzeptanz biometrischer Logins auf Smartphones ebnet den Weg für die Integration ins Banking. Finanzinstitute, die diese Systeme erfolgreich einführen, können Betrugskosten senken und das Kundenvertrauen stärken. Pioniere berichten bereits von einem deutlichen Rückgang bei Kontenübernahmen und Betrugsfällen.

Ausblick: Biometrie wird zum Standard

Für 2026 zeichnet sich ab, dass Biometrie im Banking vom Nischenfeature zum Standard wird. Experten gehen davon aus, dass die Identitätsprüfung per Selfie bei der Kontoeröffnung bald obligatorisch sein wird. Physische Ausweisdokumente allein gelten nicht mehr als ausreichend, um das Betrugsrisiko zu managen.

Der Schwung ist global. Regulierungsbehörden in verschiedenen Ländern, darunter die Philippinen, setzen Fristen für die Einführung passwortloser Authentifizierung. Mit der Verbreitung von Standards wie FIDO2 rückt die Vision eines nahtlosen und sicheren Logins für jeden digitalen Dienst näher. Das Smartphone wird effektiv zur digitalen Identität einer Person. Trotz verbleibender Herausforderungen im Bereich des Datenschutzes ist die Richtung klar: Eine sicherere, intuitivere und nutzerzentrierte Ära der digitalen Identität hat begonnen.

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