Biogasbranche, Investitionsstopp

Biogasbranche warnt vor Investitionsstopp ohne EnWG-Novelle

04.01.2026 - 10:34:12

Die deutsche Biogasindustrie fordert dringend Planungssicherheit, da das Auslaufen der Gasnetzzugangsverordnung im Sommer ein regulatorisches Vakuum und einen Investitionsstopp drohen lässt.

Die deutsche Biogasbranche startet mit einer klaren Warnung in das Jahr 2026. Ohne eine zügige Verabschiedung der Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) droht im Sommer ein Investitionsstopp. Verbände fordern dringend Planungssicherheit für den Netzanschluss ihrer Anlagen.

Wettlauf gegen die Zeit

Der Grund für die Alarmstimmung ist konkret: Die Gasnetzzugangsverordnung (GasNZV) läuft am 30. Juni 2026 aus. Sie regelt bisher, wie Biogasanlagen ihr aufbereitetes Biomethan ins Erdgasnetz einspeisen dürfen. Ihre geplante Nachfolgeregelung steckt in der EnWG-Novelle fest. Bleibt diese aus, entsteht ein regulatorisches Vakuum.

Die Folge? Die Investitionsbereitschaft ist bereits gesunken. Projektentwickler zögern, neue Kapazitäten zu planen, solange unklar ist, ob sie ab Juli überhaupt noch Anschluss ans Netz bekommen. Die Branche fordert einen Gesetzesbeschluss noch im ersten Quartal.

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Existenzielle Angst vor der Abriegelung

Wo liegt das Problem? Der aktuelle Gesetzentwurf zur EU-Gasbinnenmarktrichtlinie könnte Gasnetzbetreibern mehr Spielraum geben. Sie könnten dann Anschlüsse verweigern oder kündigen – etwa für die Umstellung auf Wasserstoffnetze.

Für die rund 9.000 Biogasanlagenbetreiber ist das ein existenzielles Risiko. Sie fürchten eine „Biomethan-Abschaffungsstrategie“. Ihre Forderung: Eine gesetzliche Garantie, dass bestehende und neue Anlagen dauerhaft angeschlossen bleiben. Auch die bewährte Kostenaufteilung muss bleiben: Netzbetreiber tragen 75 Prozent der Anschlusskosten, die Anlagenbetreiber 25 Prozent. Eine Änderung würde viele Projekte unwirtschaftlich machen.

Widerspruch zur Wärmewende

Die Hängepartie beim EnWG steht in direktem Konflikt mit den Zielen der Wärmewende. Biomethan gilt als unverzichtbarer Baustein, um in Städten und Industrie fossiles Erdgas zu ersetzen. Fernwärmeversorger brauchen das grüne Gas für ihre Dekarbonisierungsstrategien.

Doch ohne Planungssicherheit bei den Produzenten fehlt der Brennstoff. Experten warnen vor einem „Fadenriss“: Die Realisierung neuer Anlagen dauert zwei bis drei Jahre. Ein Investitionsstopp 2026 bedeutet fehlendes Biomethan für 2028 und 2029. Das könnte die Preise für grüne Gase weiter in die Höhe treiben und die Wärmewende unnötig verteuern.

Nächste Wochen sind entscheidend

Nach der parlamentarischen Winterpause muss es nun schnell gehen. Der Wirtschaftsausschuss des Bundestages wird die Beratungen intensivieren. Beobachter rechnen damit, dass die Regierungsfraktionen versuchen, noch vor Ostern einen Kompromiss zu finden. Nur so kann das Gesetz rechtzeitig vor dem Auslaufen der GasNZV im Juni durch den Bundesrat.

Für die Biogasbranche steht viel auf dem Spiel. Gelingt die Verankerung der Anschlussgarantien, könnte 2026 zum Aufbruchsjahr werden. Scheitert oder verzögert sich das Vorhaben, droht ein Rückbau – ausgerechnet dann, wenn Deutschland jede Kilowattstunde heimischer Energie braucht. Die Stimmung ist angespannt.

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