Bildungskarenz, Letzter

Bildungskarenz: Letzter Ansturm sprengt 2025 das Budget

14.02.2026 - 02:22:12

Die Ausgaben für die alte Bildungskarenz stiegen 2025 unerwartet auf 376 Millionen Euro, bevor sie durch das strengere Modell der Weiterbildungszeit mit stark gekürztem Budget ersetzt wurde.

Die Ausgaben für die alte Bildungskarenz schossen kurz vor ihrer Reform unerwartet in die Höhe. Der Bund zahlte 2025 rund 376 Millionen Euro für Weiterbildungsgeld – das sind 102 Millionen mehr als geplant.

Hintergrund ist ein regelrechter Ansturm auf Anträge im ersten Quartal. Viele Arbeitnehmer nutzten die Förderung noch schnell, bevor sie zum Jahreswechsel durch das restriktivere Modell der „Weiterbildungszeit“ ersetzt wurde. Obwohl die Zahl der Bezieher von 65.149 (2024) auf 45.942 sank, wurden die Budgetplanungen deutlich übertroffen.

Neues Modell: Nur noch 150 Millionen Euro pro Jahr

Seit 1. Jänner 2026 gilt die Zäsur: Statt der alten Bildungskarenz gibt es jetzt die „Weiterbildungszeit“. Das Budget wurde drastisch gekürzt – von teils über 600 Millionen auf nun nur 150 Millionen Euro jährlich.

Die Umsetzung verzögert sich jedoch. Das AMS rechnet damit, dass erste Anträge voraussichtlich erst ab 8. Juni 2026 gestellt werden können.

Strengere Regeln für alle Beteiligten

Die neue Förderung stellt höhere Hürden auf:
* Die Mindestbeschäftigungsdauer beim aktuellen Arbeitgeber steigt auf zwölf Monate.
* Ein direkter Übergang von der Elternkarenz ist nicht mehr möglich.
* Das AMS prüft vorab die „arbeitsmarktpolitische Sinnhaftigkeit“ der Bildungsmaßnahme – der frühere Rechtsanspruch entfällt.
* Unternehmen müssen bei besser verdienenden Mitarbeitern (ab ca. 3.225 Euro) 15 Prozent der Beihilfe zahlen.

Vom Sabbatical zum Steuerungsinstrument

Die Reform reagiert auf lange Kritik. Experten bemängelten, das alte Modell werde oft als „Sabbatical auf Kosten der Allgemeinheit“ genutzt, vor allem von bereits gut Ausgebildeten. Evaluierungen zeigten nur geringe positive Effekte auf Beschäftigung und Einkommen.

Die neue „Weiterbildungszeit“ soll gezielter steuern und den Fachkräftebedarf der Wirtschaft decken. Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) kritisiert die Neuregelung scharf. Die Mindestbeihilfe von rund 1.212 Euro liege unter der Armutsgefährdungsgrenze.

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Wird Förderung zum Nischeninstrument?

Die Budgetkürzung von über 600 auf 150 Millionen Euro bedeutet: Künftig wird nur noch ein Bruchteil der bisherigen Teilnehmer eine Förderung erhalten. Für viele Arbeitnehmer dürfte der Zugang zu einer geförderten Auszeit deutlich schwieriger werden.

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