Bibliotheken werden digitale Lotsen für alle
06.02.2026 - 17:53:12Lokale Bibliotheken bauen ihre Rolle als unverzichtbare Anker für digitale Teilhabe und Barrierefreiheit massiv aus. Innovative Praxisprojekte und wissenschaftliche Debatten zeigen den Weg.
In einer zunehmend digitalen Welt entscheidet der Zugang zu Information über gesellschaftliche Teilhabe. Öffentliche Bibliotheken stellen sich dieser Herausforderung und werden zu zentralen Lotsen im Digitaldschungel. Aktuelle Initiativen – von der Praxis in Hanau bis zur Forschung in Potsdam – demonstrieren, wie der barrierefreie Infrastrukturausbau vorangetrieben wird.
Hanau: Die Bibliothek als digitaler Kompetenzort vor Ort
Das Kulturforum Hanau treibt die digitale Inklusion konkret voran. Als zentraler Kultur- und Bildungsort sichert es den freien Zugang zu Technologie und Information für alle Bürger. Am 6. Februar 2026 bekräftigte die Einrichtung diese Mission und konkretisierte ihre Pläne.
Noch in diesem Jahr sollen neue Buchungs- und Raumsysteme den Zugang vereinfachen. Ein Herzstück sind geplante digitale Sprechstunden, die Medienkompetenz stärken und bei Technologienutzung helfen. Ergänzt wird das Angebot durch eine erweiterte „Bibliothek der Dinge“, Lernnächte und weitere Kulturprojekte.
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Die Nachfrage ist enorm: 108 Fortbildungen mit über 800 Teilnehmenden und fast 250.000 Aufrufe der Bildungsplattform Edupool im vergangenen Jahr belegen den Bedarf. Hanau zeigt, wie Bibliotheken die digitale Kluft vor Ort überbrücken.
Potsdam: Wissenschaft diskutiert die Bibliothek der Zukunft
Parallel zur Praxis wird der wissenschaftliche Diskurs intensiviert. An der Fachhochschule Potsdam startete am 4. Februar 2026 der Wissenschaftspodcast „Die Wissensarchitekt*innen“. Initiiert von Prof. Dr. Ulrike Wuttke, erkundet das Format die Verbindung von Bibliotheken, Forschung und Algorithmen.
Der Podcast will die Welt hinter den Daten entschlüsseln und komplexe Zusammenhänge der Wissensgesellschaft vermitteln. Er vertieft die Debatte um strategische Chancen und Herausforderungen. Themen wie Serviceentwicklung, Wissenschaftskommunikation und der Umgang mit digitalen Daten stehen im Fokus.
Solche Formate fördern den Dialog zwischen Experten und Öffentlichkeit. Sie helfen, ein zukunftsfähiges Bild von Bibliotheken als moderierte, barrierefreie und kritische digitale Wissensorte zu formen – und liefern so die theoretische Grundlage für die praktische Arbeit.
Barrierefreiheit als Fundament der digitalen Transformation
Die zentrale Herausforderung ist der Aufbau einer vollständig barrierefreien digitalen Infrastruktur. Es geht nicht nur um rampenfreie Zugänge, sondern um den Abbau digitaler Hürden: Webseiten in einfacher Sprache, Screenreader-Kompatibilität, Untertitel und intuitive Benutzeroberflächen.
Die Initiativen zeigen, dass dieses Bewusstsein angekommen ist. Hanaus digitale Sprechstunden bauen technische Barrieren durch menschliche Hilfe ab. Der Potsdamer Podcast hinterfragt die Architektur digitaler Systeme und fördert so das Verständnis für inklusives Design von Grund auf. Langfristig müssen solche Ansätze in Förderprogramme und Digitalstrategien von Ländern und Bund einfließen, um eine flächendeckende Transformation zu sichern.
Vom Buchlager zum „Dritten Ort“ im Digitalzeitalter
Bibliotheken entwickeln sich zu „Dritten Orten“ – öffentlichen Sozialräumen neben Zuhause und Arbeitsplatz. Im Digitalzeitalter erweitert sich diese Funktion: Sie werden zu sozialen Treffpunkten, Lernorten und vor allem zu Vermittlern in einer komplexen digitalen Welt.
Die Beispiele aus Hanau und Potsdam zeigen die zwei Säulen dieses Wandels: die bürgernahe Praxis und die wissenschaftliche Fundierung. Der nächste Schritt? Erfolgreiche Pilotprojekte in die Breite tragen und wissenschaftliche Erkenntnisse systematisch in die Ausbildung des Bibliothekspersonals integrieren. Die Verknüpfung von Technologie, Pädagogik und Barrierefreiheit wird entscheiden, ob digitale Teilhabe für alle gelingt. Bibliotheken sind dafür prädestiniert.
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