BHP Aktie: 1,7 Millionen Tonnen CO?-Projekt gestoppt
27.05.2026 - 18:49:56 | boerse-global.deDer australische Bergbauriese BHP verspricht Netto-Null bis 2050. In Westaustralien stoppt das Unternehmen allerdings mehrere zentrale Dekarbonisierungsprojekte. Das hat nicht nur technische Gründe – es entfacht auch eine politische Debatte über Steuervergünstigungen für die Rohstoffbranche.
Die Aktie notierte am Mittwoch bei 37,43 Euro, ein Plus von 0,8 Prozent. Seit Jahresbeginn legte sie 42 Prozent zu, auf Jahressicht sogar 70 Prozent. Doch die Kursrally überdeckt strategische Baustellen.
Gestoppte Projekte in der Pilbara
Laut internen Dokumenten hat BHP mehrere Vorhaben zur CO?-Reduktion in seinen Eisenerzminen verschoben oder ganz aufgegeben. Eine Solar- und Batterieanlage am Standort Jimblebar, die 2023 noch die Board-Zustimmung erhielt, liegt auf Eis. Ein 500-Megawatt-Erneuerbaren-Projekt ist frühestens 2031 für Kapital freigegeben.
Noch schwerer wiegt der Stopp einer Erzaufbereitungsanlage in Jimblebar. Das Projekt befand sich bereits in fortgeschrittener Planung und sollte jährlich 1,7 Millionen Tonnen CO? einsparen. BHP begründet den Schritt mit wirtschaftlicher Disziplin: Die Anlage habe im internen Wettbewerb um Kapital nicht bestanden.
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Technologische Hürden und neue Wege
BHP betont, das langfristige Ziel der Klimaneutralität bis 2050 stehe weiter. Der Konzern verweist auf eine globale Emissionsreduktion von 36 Prozent seit 2020 – erreicht vor allem durch den Umstieg auf erneuerbare Energien in den chilenischen Kupferminen.
Für die Eisenerzsparte sieht das Unternehmen jedoch praktische Grenzen. Aktuelle Batterie-Lkw seien für die spezifischen Anforderungen im Pilbara-Gebiet nicht skalierbar genug. Parallel dazu sucht BHP nach Alternativen und unterzeichnete ein Memorandum of Understanding mit der Yindjibarndi Energy Corporation zur Erkundung erneuerbarer Energiequellen in der Region.
Politische Sprengkraft
Die Verzögerungen fallen in eine Zeit wachsender politischer Debatten um die Dieselsteuervergünstigung für große Bergbaukonzerne. Kritiker aus der Labor Party sehen einen Widerspruch zwischen den milliardenschweren Steuererleichterungen und der schleppenden Dekarbonisierung. BHP weist darauf hin, dass es sich im Rahmen der geltenden Gesetze bewege.
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Derweil schlägt Wettbewerber Fortescue einen aggressiveren Kurs ein und investiert massiv in die Elektrifizierung. Für BHP könnte die Kombination aus politischem Druck und technologischen Hürden die Lizenz zum Betrieb in Westaustralien verteuern – ein Risiko, das Anleger im aktuellen Kurs nur teilweise eingepreist haben dürften.
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