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Bharat Taxi: Indiens Fahrer-Genossenschaft greift Uber und Ola an

05.02.2026 - 07:43:12

Die indische Regierung lanciert eine genossenschaftliche Fahrdienst-Plattform ohne Kommission und Preisspitzen. Fahrer werden zu Miteigentümern und erhalten volle Einnahmen.

Indiens Fahrdienst-Markt erlebt eine Revolution: Die genossenschaftliche Plattform Bharat Taxi startet mit null Kommission und ohne Preisspitzen. Sie verspricht Fahrern das volle Einkommen und Kunden deutlich niedrigere Preise.

Hinter der Offensive steht die indische Regierung. Sie lanciert das Projekt als Teil ihrer Kooperationspolitik. Damit stellt sie sich direkt gegen die etablierten Player Uber und Ola. Das Modell: Fahrer sind keine Vertragspartner, sondern Miteigentümer und Aktionäre ihrer eigenen Plattform.

Ein neues Geschäftsmodell: Null Kommission, stabile Preise

Der Kern des Angriffs ist das Finanzmodell. Während private Anbieter bis zu 30 Prozent Kommission kassieren, zahlt ein „Sarathi“ bei Bharat Taxi nur eine symbolische Tagesgebühr von 30 Rupien (rund 0,35 Euro). Die gesamte Fahrt-Einnahme bleibt bei ihm.

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Für Fahrgäste soll das massive Ersparnisse bringen. Die Preise könnten bis zu 30 Prozent niedriger liegen als bei der Konkurrenz. Zudem verzichtet Bharat Taxi konsequent auf dynamische Preisanpassungen. Staus, Regen oder Hauptverkehrszeit lassen die Tarife nicht in die Höhe schnellen.

Die Fahrer als Eigentümer: Versicherung und Mitsprache

„Sarathi Hi Malik“ – der Fahrer ist der Besitzer. Dieses Prinzip wird strukturell verankert. Leistungsstarke Fahrer erhalten bei der Gründungsfeier in Neu-Delhi ihre Anteilscheine. Zur wirtschaftlichen Teilhabe kommt soziale Absicherung, die in der Gig-Economy oft fehlt.

Jeder Fahrer erhält eine Unfallversicherung und eine Krankenversicherung für die Familie im Wert von je fünf Lakh Rupien (rund 5.800 Euro). Für Altersvorsorge ist gesorgt. Exklusivitätsklauseln gibt es nicht. Ein „Bike Didi“-Programm wirbt gezielt Fahrerinnen an – bereits über 150 sind an Bord.

Pilotphase erfolgreich: Expansion in ganz Indien geplant

Die Markteinführung folgt auf eine zweimonatige Testphase. Seit Dezember fuhren die Genossenschafts-Taxis in der Region Delhi und in Gujarat. Die Resonanz war enorm: Rund 400.000 Fahrer und über eine Million Nutzer haben sich registriert.

Täglich werden über 10.000 Fahrten abgewickelt. Die App setzt auf Sicherheit mit eigener Hotline und verifizierten Fahrern. In Zusammenarbeit mit der Polizei in Delhi entstanden 35 Beschwerdestellen. Das Ziel ist ambitioniert: Innerhalb von zwei Jahren soll der Dienst landesweit verfügbar sein. Bis 2029 will Bharat Taxi der größte Anbieter Indiens werden.

Genossenschaft gegen Gig-Economy: Ein Modell für die Welt?

Bharat Taxi stellt das Venture-Capital-getriebene Geschäftsmodell der Branche infrage. Kann eine kooperative, staatlich unterstützte Plattform gegen globale Tech-Riesen bestehen? Die Kombination aus günstigen Preisen und fairen Fahrer-Einkommen ist ein starkes Argument.

Die größte Herausforderung wird die Skalierung. Die App muss technisch mithalten und den landesweiten Rollout meistern. Gelingt das, könnte das „Bharat Taxi“-Modell weit über Indien hinaus Schule machen. Es wäre der Beweis, dass eine faire Alternative in der digitalen Mobilität möglich ist.

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