BGG-Reform: Öffentliche Barrierefreiheit ja, Privatwirtschaft nein
15.02.2026 - 08:01:12 | boerse-global.deDie Bundesregierung hat diese Woche eine Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) beschlossen. Der Entwurf stärkt die Barrierefreiheit bei Bundesbehörden deutlich – lässt aber private Anbieter von Reha- und Fitnessstudios außen vor. Das sorgt für heftige Kritik von Behindertenverbänden.
Konkrete Maßnahmen für den öffentlichen Sektor
Der Gesetzesentwurf enthält mehrere konkrete Verbesserungen: Bundesbehörden müssen öffentlich zugängliche Bestandsbauten bis 2045 barrierefrei ausbauen. Ein neues Bundeskompetenzzentrum für Leichte Sprache und Deutsche Gebärdensprache soll Ministerien helfen, Informationen verständlicher zu gestalten.
Künftig müssen alle relevanten Verwaltungsdokumente – von Anträgen bis Bescheiden – barrierefrei vorliegen. Zudem wird das Amt des Behindertenbeauftragten der Bundesregierung gestärkt. Diese Reformen bauen auf mehr als 20 Jahren Verpflichtung zur Barrierefreiheit auf.
Der entscheidende Knackpunkt: Private Anbieter bleiben unberührt
Doch genau hier greift die Kritik an: Behindertenverbände fordern seit Jahren eine gesetzliche Verpflichtung für private Unternehmen – Fitnessstudios, Reha-Einrichtungen, Gesundheitsdienstleister. Der aktuelle Entwurf verzichtet darauf.
Das hat direkten Einfluss auf Millionen Menschen. Wer auf Reha angewiesen ist, braucht barrierefreie Zugänge nicht nur physisch, sondern auch digital – von Terminvergaben bis zu Therapie-Apps. Ohne diese Infrastruktur scheitert Integration in Beruf und Gesellschaft.
Digitale Barrieren als wachsendes Problem
Die Branche durchlebt gerade einen Wandel: KI-gesteuerte Trainingspläne, Wearables und personalisierte Programme boomen – besonders für ältere Menschen und chronisch Kranke. Diese Zielgruppen sind überproportional auf Barrierefreiheit angewiesen, profitieren aber auch am meisten von modernen Technologien.
Das Paradox: Digitale Innovationen können neue Barrieren schaffen, wenn sie nicht von Anfang an inklusiv gestaltet sind. Ein Problem, das der aktuelle Gesetzesentwurf für den Privatsektor nicht adressiert.
Kampf im Bundestag entscheidend
Jetzt liegt der Ball im Deutschen Bundestag. Der parlamentarische Prozess wird zeigen, ob die Forderungen der Verbände durchkommen – oder ob die Privatwirtschaft weiterhin außen vor bleibt.
Für Betreiber von Reha- und Fitnesszentren besteht Unsicherheit. Allerdings: Der gesellschaftliche und politische Druck wächst. Wer proaktiv in Barrierefreiheit investiert, erschließt sich nicht nur eine wachsende Zielgruppe – sondern positioniert sich zukunftssicher im deutschen Gesundheitsmarkt.
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