Bewegungsmangel kostet psychisch Kranke bis zu 20 Lebensjahre
06.03.2026 - 06:01:05 | boerse-global.deEine neue Studie der MedUni Wien zeigt alarmierende Folgen von Inaktivität. Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen sterben demnach zehn bis 20 Jahre früher. Die Haupttodesursache sind dabei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die durch Bewegungsmangel massiv begünstigt werden. Experten fordern ein radikales Umdenken: Bewegung muss fester Therapie-Bestandteil werden.
Ein Teufelskreis aus Sitzen und Leiden
Die im Fachmagazin JAMA Psychiatry veröffentlichte Übersichtsarbeit basiert auf Daten von über 10.000 Patienten. Das Ergebnis ist erschütternd: Menschen mit Schizophrenie verbringen fast zehn Stunden täglich im Sitzen. Nur ein Fünftel von ihnen erreicht die Bewegungsziele der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Auch bei Depressionen oder bipolaren Störungen ist die Aktivität bis zu 50 Prozent geringer als bei Gesunden.
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Hier entsteht ein fataler Kreislauf. Der Bewegungsmangel ist nicht nur Symptom, sondern auch Treiber der Erkrankung. Er fördert Diabetes und Bluthochdruck. Gleichzeitig verschlimmern entzündliche Reaktionen im Gehirn die psychischen Symptome. Die Lösung ist simpel und wirksam: Strukturierte Bewegung verbessert nachweislich die Stimmung, die Denkleistung und die Lebensqualität.
Eine stille Pandemie trifft alle
Das Problem beschränkt sich nicht auf psychisch Kranke. Fast ein Drittel aller Erwachsenen weltweit bewegt sich zu wenig. Die Folgen für den Körper sind vielfältig und schwerwiegend.
Muskeln verkümmern, was zu Haltungsschäden und chronischen Schmerzen führt. Das Risiko für Arthrose und Osteoporose steigt. Noch bedrohlicher sind die Auswirkungen auf Herz und Kreislauf: Bewegungsmangel ist eine Hauptursache für Übergewicht, Diabetes, hohe Cholesterinwerte sowie für Herzinfarkte und Schlaganfälle. Selbst das Krebsrisiko, etwa für Brust- oder Darmkrebs, erhöht sich deutlich.
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Warum die WHO-Ziele in weiter Ferne liegen
Die WHO empfiehlt mindestens 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche. Doch dieses Ziel verfehlen viele Länder kläglich. Der globale Plan, die Inaktivität bis 2030 um 15 Prozent zu senken, droht zu scheitern.
Besonders betroffen sind Frauen. Sie bewegen sich im Schnitt weniger als Männer und sterben doppelt so häufig an einem Herzinfarkt. Experten sehen die Ursache in der Doppelbelastung durch Beruf und Familie, die kaum Zeit für Sport lässt.
Milliardenschwere Folgekosten für die Gesellschaft
Die wirtschaftlichen Schäden sind immens. Die Behandlung der Folgekrankheiten belastet Gesundheitssysteme weltweit. Allein in der Schweiz entstanden 2022 durch Bewegungsmangel Kosten von 1,7 Milliarden Franken. Ähnliche Summen lassen sich auf Deutschland übertragen.
Investitionen in Bewegung sind damit keine Wohltat, sondern ökonomische Notwendigkeit. Jeder Euro, der in Prävention fließt, spart langfristig ein Vielfaches an Behandlungskosten.
Therapie der Zukunft: Rezept für Bewegung
Die Studie der MedUni Wien ist ein Weckruf für die Medizin. Eine Behandlung, die nur auf Pillen und Gespräche setzt, gilt künftig nicht mehr als Standard. Bewegung muss als wirksames und kostengünstiges „Medikament“ in jede Therapie integriert werden.
Doch die Politik ist gefordert. Es braucht mehr sichere Radwege, grüne Oasen in Städten und niedrigschwellige Sportangebote für alle. Nur so lässt sich der Teufelskreis aus Inaktivität und Krankheit durchbrechen. Die Rechnung ist einfach: Mehr Bewegung bedeutet mehr Lebensjahre – und zwar für jeden.
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