Betrüger nutzen Weihnachtsstress für Phishing-Welle
26.12.2025 - 03:51:12Eine neue Welle betrügerischer E-Mails nutzt die Feiertage, um mit gefälschten Inkasso-Forderungen Kasse zu machen. Verbraucherschützer warnen vor perfiden Methoden.
Verbraucherschutzportale und Sicherheitsexperten schlagen Alarm: Pünktlich zum Jahresende überschwemmen gefälschte Mahnschreiben die Postfächer. Die Betrüger geben sich als Kommunen oder Inkassobüros aus und fordern unter Druck die Zahlung angeblicher Parkbußgelder. Die Verbraucherzentrale aktualisierte ihr „Phishing-Radar“ am 23. Dezember mit zahlreichen neuen Bedrohungen.
Besonders dreist ist eine wiederaufgelegte Betrugsvariante. Die Täter geben sich als das echte Unternehmen COEO Inkasso aus. In den E-Mails behaupten sie, eine Stadtverwaltung habe eine offene Forderung – oft für einen angeblichen Parkverstoß – an sie abgetreten. Das Ziel: Panik erzeugen und zur sofortigen Zahlung drängen.
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Dazu locken sie mit einem dubiösen Angebot. Wer schnell über einen beigefügten Link zahle, erhalte einen „Nachlass“ von bis zu 50 Prozent. Doch diese Praxis ist unrealistisch. „Behörden gewähren keine Rabatte auf Bußgelder bei schneller Online-Zahlung“, betonen Experten. Ein weiteres klares Warnsignal: Echte Bußgeldbescheide werden in Deutschland niemals ausschließlich per E-Mail verschickt, sondern immer per Post.
Breite Angriffswelle trifft verschiedene Zielgruppen
Die Phishing-Welle im Dezember ist breit aufgestellt. Die Verbraucherzentrale listet in ihrer aktuellen Warnung mehrere parallele Kampagnen auf:
- Commerzbank „PhotoTAN“: Kunden erhalten Mails zur angeblichen Reaktivierung des Sicherheitsgeräts.
- Spotify-Zahlungsprobleme: Betrüger zielen auf Streaming-Nutzer ab und fordern unter Vorwand die Aktualisierung von Kreditkartendaten.
- ELSTER und Steuerbehörden: Gefälschte Schreiben im Namen des Bundeszentralamts für Steuern locken mit angeblichen Rückerstattungen oder fordern Kontobestätigungen – gerade zum Jahresende ein klassisches Betrugsthema.
Die Angreifer streuen ihre Netze weit aus, um möglichst viele Menschen in der hektischen Vorjahreszeit zu erreichen.
Experten-Tipps: Ruhe bewahren und prüfen
Die wichtigste Regel lautet: Nicht in Hektik verfallen. „Zahlen Sie unter keinen Umständen“, warnt das Nachrichtenportal tuenews. Wer eine verdächtige E-Mail erhält, sollte systematisch vorgehen:
- Keine Reaktion: Nicht antworten und keine Links anklicken. Jede Interaktion markiert die Adresse als aktiv.
- Absender checken: Die echte E-Mail-Adresse hinter dem angezeigten Namen verrät oft den Betrug. Behörden und seriöse Unternehmen nutzen keine Freemail-Anbieter wie Gmail.
- Direkt nachfragen: Im Zweifel die Telefonnummer der angeblich absendenden Stelle selbst recherchieren (nicht aus der Mail übernehmen!) und dort anrufen.
Warum die Betrüger jetzt zuschlagen
Der Zeitpunkt ist psychologisch klug gewählt. In der Weihnachtszeit erwarten viele Menschen Rechnungen, Paketbenachrichtigungen oder Jahresabschlüsse. Eine Mail mit „letzter Mahnung“ oder „fehlgeschlagener Zahlung“ löst in diesem Kontext schneller Besorgnis aus. Die Betrüger nutzen diese Unsicherheit schamlos aus.
Zwar werden die Fälschungen professioneller, mit echten Logos und formeller Ansprache. Doch Rechtschreibfehler und die unpersönliche Anrede („Sehr geehrter Kunde“) bleiben häufige Indizien für Betrug.
Die Experten rechnen damit, dass die Welle noch bis in die erste Januarwoche anhalten wird. Besondere Vorsicht ist bei E-Mails geboten, die eine Handlung „innerhalb von 24 Stunden“ fordern. Wer bereits Opfer geworden ist, sollte umgehend seine Bank informieren und Anzeige bei der Polizei erstatten.
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