Betrüger nutzen Kleinanzeigen-Portale für neue Maschen
26.03.2026 - 03:48:22 | boerse-global.deBetrüger kapern die "Sicher bezahlen"-Funktion von Kleinanzeigen-Portalen. Mit gefälschten Links und Nachrichten locken sie Nutzer auf Fake-Seiten, um an Bankdaten zu gelangen. Verbraucherschützer warnen vor einer neuen Welle professioneller Betrugsangriffe.
Eine 19-Jährige aus Engelskirchen wurde erst kürzlich Opfer dieser Masche. Sie fiel auf gefälschte Zahlungsaufforderungen herein – ein typischer Fall in einer Entwicklung, bei der Kriminelle immer raffinierter vorgehen. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen beobachtet einen drastischen Anstieg der Fallzahlen.
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Die perfide Masche der gefälschten Zahlungswege
Die Betrüger verschicken täuschend echte E-Mails, SMS oder WhatsApp-Nachrichten. Diese geben vor, von der Kleinanzeigen-Plattform zu stammen und fordern die Bestätigung eines Bezahlvorgangs. Ein Klick auf den mitgeschickten Link führt auf eine nachgebaute Website.
Dort sollen Opfer ihre Bank- oder Kreditkartendaten eingeben. Die Betrüger erlangen so Zugriff auf die Konten und richten teils erheblichen Schaden an. Entscheidend ist: Der echte "Sicher bezahlen"-Prozess läuft immer innerhalb der Plattform ab. Links in externen Nachrichten sollten Nutzer grundsätzlich ignorieren.
Eine weitere verbreitete Methode ist die QR-Code-Masche. Vermeintliche Käufer versenden Codes, die nach dem Scannen auf gefälschte Seiten führen. Die Polizei Lüneburg warnte bereits im Dezember 2025 vor dieser Betrugsform, nachdem Schäden in Höhe mehrerer Tausend Euro entstanden.
Vorkasse, Dreiecksbetrug und Fake-Shops
Neben Phishing-Angriffen nutzen Kriminelle weitere bewährte Methoden. Die "Geld an Freunde senden"-PayPal-Masche ist weiterhin weit verbreitet. Verkäufer bestehen auf diese Option, weil der Käuferschutz von PayPal dann nicht greift. Kommt die Ware nicht an, bleibt der Käufer auf dem Schaden sitzen.
Etabliert hat sich auch der Speditionsversand. Betrüger geben sich als Käufer aus, die sperrige Ware über eine Spedition abholen lassen wollen. Sie bitten um die IBAN des Verkäufers und schicken gefälschte Bankbestätigungen über einen Geldeingang. Besonders perfide: die Überzahlungs-Variante.
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Dabei überweist der "Käufer" einen zu hohen Betrag und bittet um Rücküberweisung der Differenz. Das Landeskriminalamt Niedersachsen warnt zudem vor dem Dreiecksbetrug. Dabei werden zwei ahnungslose Nutzer gegeneinander ausgespielt – der Verkäufer verliert am Ende sowohl Geld als auch Ware.
Auch Fake-Shops mit unrealistisch günstigen Smartphones bleiben ein Problem. Sie verlangen Vorkasse, liefern aber nie. Die Verbraucherzentrale Hamburg rät dringend davon ab, bei unbekannten Anbietern im Voraus zu bezahlen.
KI macht Betrug fast unsichtbar
Die Methoden der Kriminellen haben sich radikal verändert. Sie nutzen Künstliche Intelligenz, um täuschend echte Fake-Shops zu erstellen. Diese imitieren bekannte Marken, bieten fehlerfreies Deutsch und professionelles Design. Für Verbraucher wird es so immer schwieriger, Betrug zu erkennen.
Die Folgen für Opfer sind erheblich. Einmal überwiesenes Geld ist bei Betrug auf Kleinanzeigen-Portalen oft verloren. Neben dem finanziellen Verlust leiden Betroffene unter Ärger, Zeitaufwand und Vertrauensverlust. Die Polizei warnt zudem davor, dass Betrüger Opfer zu Krypto-Wallets oder ausländischen Bankkonten überreden, um Spuren zu verwischen.
Wie können sich Nutzer schützen?
Experten raten zu äußerster Vorsicht. Persönliche Übergaben mit Barzahlung bleiben die sicherste Methode. Bei Online-Zahlungen sollten ausschließlich die offiziellen Zahlungsmethoden der Plattform genutzt werden.
Nie sollten externe Links angeklickt oder Bankdaten auf externen Seiten eingegeben werden. Bei Zweifeln oder verdächtigen Nachrichten gilt: Kontakt sofort abbrechen. Der Vorfall sollte der Polizei und dem Plattformbetreiber gemeldet werden.
Die Bekämpfung des Online-Betrugs bleibt eine Daueraufgabe. Sie erfordert technische Lösungen und die kontinuierliche Sensibilisierung der Nutzer. Nur durch gemeinsame Anstrengungen lässt sich der raffinierter werdenden Cyberkriminalität begegnen.
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