Betrüger nutzen Jahresstart für Abzocke mit „Sofort-Abschaltung“
04.01.2026 - 03:54:12Ein neuer Schwall von Betrugsanrufen und -SMS nutzt die Verunsicherung nach den Feiertagen aus. Die Masche: Angeblich droht der Strom-, Gas- oder Wasseranschluss innerhalb von Minuten gesperrt zu werden.
Nach den Feiertagen greifen Betrüger zu immer dreisteren Methoden. Sie geben sich als Mitarbeiter von Energieversorgern oder Behörden aus und drohen Kunden mit einer sofortigen Abschaltung ihrer Versorgung. Die Masche zielt auf die finanzielle Belastung und Verunsicherung zu Jahresbeginn ab – und wird zunehmend professioneller.
Der Ablauf ist immer ähnlich, aber die Technik wird raffinierter. Innerhalb der letzten 72 Stunden häuften sich die Berichte. Die Betrüger setzen auf einen präzisen Dreiklang aus Täuschung, Druck und Zahlungsaufforderung.
Zuerst klingelt das Telefon oder eine SMS trifft ein. Dank Nummern-Spoofing erscheint auf der Anzeige der Name eines echten regionalen Versorgers. Ein Anrufer – mittlerweile oft eine täuschend echte KI-generierte Stimme – behauptet, das Konto sei überfällig. Ein Techniker sei bereits unterwegs und werde den Anschluss in 30 bis 60 Minuten abstellen.
Passend zum Thema Smishing und Quishing: Aktuelle Angriffe nutzen gefälschte Rückrufnummern und QR‑Codes, um Konten zu kompromittieren – viele sind darauf nicht vorbereitet. Das kostenlose Anti‑Phishing‑Paket erklärt in einer klaren 4‑Schritte‑Anleitung, wie Sie Phishing‑Mails, gefälschte Zahlungsaufforderungen und CEO‑Fraud erkennen und abwehren. Mit konkreten Prüfungen für verdächtige Links und Sofortmaßnahmen bei Betrugsverdacht. Jetzt das Anti‑Phishing‑Paket herunterladen
Die „Lösung“: Eine sofortige Zahlung soll die Abschaltung verhindern. Entscheidend ist die geforderte Zahlungsmethode. Die Betrüger verlangen Überweisungen über nicht rückgängig zu machende Kanäle wie Prepaid-Karten, Kryptowährungen oder mobile Bezahl-Apps wie PayPal, Zelle oder Venmo.
Neue Taktiken: QR-Codes und digitale Geldbörsen
Während Geschenkkarten noch immer genutzt werden, beobachten Sicherheitsexperten 2026 einen klaren Trend zu digitalen Plattformen. Diese ermöglichen den sofortigen und kaum zurückverfolgbaren Transfer von Geldern.
Eine neue Variante ist das „Quishing“ (QR-Code-Phishing). Opfer erhalten eine SMS oder E-Mail mit einem QR-Code, der als „schnelles Zahlungsportal“ zur Abwendung der Sperrung deklariert ist. Wer den Code scannt, landet auf einer gefälschten Website, die Bankdaten abgreift.
Die „Smishing“-Angriffe per SMS sind zu Jahresbeginn besonders effektiv. Betrüger nutzen auch die Angst vor winterlichen Stromausfällen. In von Stürmen betroffenen Gebieten versprechen sie gegen eine Gebühr eine „bevorzugte Wiederherstellung“ der Stromversorgung – ein Service, den seriöse Versorger niemals anbieten.
Wie Verbraucher sich schützen können
Energieversorger und Verbraucherschützer wehren sich mit Aufklärung. Ihre zentrale Botschaft: Ein seriöses Unternehmen kündigt eine Abschaltung niemals nur per Telefon mit einer Ultimatum-Frist von wenigen Minuten an. Dafür gibt es wochenlange schriftliche Vorankündigungen.
Diese Warnsignale sollten alle Alarmglocken läuten lassen:
* Übertriebene Dringlichkeit: Eine „30-Minuten-Warnung“ ist fast immer ein Betrug.
* Unübliche Zahlungswege: Kein Versorger verlangt Zahlungen via Geschenkkarte, Kryptowährung oder Geldtransfer-Apps.
* Fragwürdige Datenabfrage: Echte Mitarbeiter haben Ihre Kontodaten vorliegen und verlangen nicht zur „Überprüfung“ Ihre Kontonummer oder Sozialversicherungsnummer.
Die Generalstaatsanwältin von Michigan, Dana Nessel, betonte in einer Stellungnahme vom 2. Januar, dass die Betrugsmuster nach den Feiertagen unverändert blieben. Die Täter setzten auf psychologische Manipulation durch Angst und Zeitdruck.
Die Zukunft: KI macht Betrug noch gefährlicher
Cybersicherheitsexperten warnen, dass sich die Angriffe 2026 weiter professionalisieren werden. Generative KI ermöglicht es, Stimmen täuschend echt zu klonen, sogar mit regionalem Akzent oder der Sprachmelodie eines bekannten Service-Mitarbeiters.
Die Automatisierung der Anrufe bedeutet, dass Tausende „Robocalls“ gleichzeitig laufen können, um die wenigen verwundbaren Opfer herauszufiltern. Mit dem anhaltenden Winter und steigendem Energieverbrauch wird das Volumen dieser betrügerischen Anrufe voraussichtlich hoch bleiben.
Die Empfehlung für Verbraucher lautet: „Zuerst prüfen, dann handeln“. Bei einem bedrohlichen Anruf sofort auflegen. Nicht die vom Anrufer genannte Rückrufnummer nutzen. Stattdessen die Kundenservice-Nummer von der letzten originalen Rechnung oder der offiziellen Website des Unternehmens nehmen und direkt dort den Kontostatus erfragen.
PS: Bevor Sie auf Zahlungslinks oder QR‑Codes reagieren – holen Sie sich den kompakten Guide zur Hacker‑Abwehr. Der Gratis‑Download erklärt, welche psychologischen Tricks hinter Smishing stecken und welche einfachen Prüfungen Sie vor jeder Überweisung oder jedem Scan durchführen sollten. Ideal für Verbraucher, aber auch kleine Unternehmen, die schnell wirksame Schutzmaßnahmen brauchen. In 4 Schritten zur erfolgreichen Hacker‑Abwehr – Guide herunterladen


