Betrüger fälschen jetzt echte Bank-Telefonnummern
16.01.2026 - 13:31:12Eine neue Welle raffinierter Betrugsanrufe rollt über Deutschland und Österreich. Kriminelle nutzen eine Technik namens “Call-ID-Spoofing”, um auf dem Display ihrer Opfer die echten Servicenummern von Banken oder Behörden anzeigen zu lassen. Diese Manipulation täuscht selbst vorsichtige Verbraucher.
Polizei und Verbraucherschützer schlagen aktuell Alarm. Die Angreifer geben sich nicht nur als Bankmitarbeiter aus – sie rufen tatsächlich unter der offiziellen Nummer des Instituts an. Für Empfänger wird es dadurch fast unmöglich, den Betrug auf den ersten Blick zu erkennen.
Telefon-Betrug per Call‑ID‑Spoofing und KI-generierten Stimmen wird immer raffinierter. Viele Privatpersonen und Unternehmen unterschätzen die psychologischen Tricks der Täter – von gefälschten Rufnummern bis zu überzeugenden Stimmen. Das kostenlose Anti‑Phishing‑Paket zeigt in einer klaren 4‑Schritte‑Anleitung, wie Sie typische Angriffsmuster erkennen, sich wirkungsvoll schützen und anderen sofort praktische Verhaltensregeln beibringen. Anti‑Phishing‑Paket jetzt kostenlos herunterladen
So funktioniert die perfide Masche
Das Problem ist technischer Natur: Beim “Call-ID-Spoofing” fälschen Täter die übermittelte Anruferkennung. Sie nutzen Internettelefonie (VoIP), um jede beliebige Nummer als Absender vorzutäuschen. Auf dem Smartphone erscheint dann exakt die Nummer von der Rückseite der eigenen Bankkarte.
Die Betrüger gehen äußerst professionell vor. Sie sprechen oft akzentfreies Deutsch und geben sich als Mitarbeiter der Sicherheitsabteilung aus. Ein typisches Szenario: Sie behaupten, “verdächtige Abbuchungen” auf dem Konto entdeckt zu haben, die nun angeblich storniert werden müssten. Zur Glaubwürdigkeit nennen sie teilweise echte persönliche Daten ihrer Opfer, vermutlich aus früheren Datenlecks.
Diese Bankkunden sind besonders betroffen
Die Warnungen zeigen: Kunden fast aller großen Bankengruppen stehen im Visier der Kriminellen.
* Sparkassen und Volksbanken melden vermehrte Fälle.
* Auch überregionale Institute wie die Commerzbank sind betroffen.
* In Österreich warnen Erste Bank und Raiffeisen vor identischen Attacken.
Das konkrete Ziel der Anrufe variiert:
* Echtzeit-Überweisungen: Opfer sollen unter einem Vorwand Transaktionen in ihrer Banking-App freigeben.
* Karten-Abholung: Teilweise kündigen die Anrufer sogar das Erscheinen eines “Bankmitarbeiters” an, um die EC-Karte abzuholen.
* Fernzugriff: Technisch unerfahrene Opfer werden zur Installation von Fernwartungssoftware gedrängt.
Die Kombination aus psychologischem Druck – der Angst vor Geldverlust – und der vertrauten Rufnummer erhöht die Erfolgsquote der Betrüger erheblich.
Warum ist diese Nummern-Fälschung möglich?
Sicherheitsexperten kritisieren seit Jahren ein veraltetes System im Telefonnetz. Es sieht keine wirksame Prüfung der Anrufernummer vor. Während Anbieter an Lösungen arbeiten, bleibt die technische Umsetzung schwierig.
Ein Blick in die Schweiz zeigt einen möglichen Weg: Seit Januar 2026 müssen Anbieter dort Anrufe mit gefälschten Nummern erkennen und blockieren. Deutsche Verbraucherschützer sehen darin ein Vorbild. Bislang liegt die Verantwortung aber vor allem beim Verbraucher.
Die wichtigsten Verhaltenstipps der Polizei
Angesichts der Bedrohung raten Behörden zu strikten Regeln. Die goldene Devise lautet: Auflegen und selbst zurückrufen.
So schützen Sie sich:
* Banken fragen niemals unaufgefordert nach PINs oder TANs. Jede solche Aufforderung am Telefon ist betrügerisch.
* Bei Zweifeln sofort auflegen. Wählen Sie anschließend die Banknummer manuell (nicht per Rückruffunktion) und fragen Sie dort nach.
* Keine Eile machen lassen. Seriöse Sicherheitsabteilungen setzen Sie nicht unter Zeitdruck oder drohen mit sofortigen Kontosperrungen.
Was kommt als nächstes?
Experten warnen vor der nächsten Stufe des Betrugs: dem Einsatz von KI-generierten Stimmen (“Deepfakes”). Künftig könnte nicht nur die Nummer, sondern auch die Stimme eines echten Beraters täuschend echt imitiert werden.
Der Druck auf Gesetzgeber und Netzbetreiber in der EU wächst, technische Filter verpflichtend einzuführen. Bis dahin bleibt die persönliche Wachsamkeit der beste Schutz.


