Betriebliches Eingliederungsmanagement: Vom Pflichtprogramm zur Burnout-Prävention
09.02.2026 - 02:51:12Psychische Belastungen machen das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) zum strategischen Werkzeug. Ursprünglich für die Wiedereingliederung Langzeiterkrankter gedacht, entwickelt es sich immer mehr zur präventiven Waffe gegen Burnout und Co.
Laut Gesundheitsreporten sind psychische Erkrankungen eine der Hauptursachen für lange Fehlzeiten. Diagnosen wie Burnout oder Depressionen verursachen mittlerweile die zweithäufigste Anzahl an Krankheitstagen. Die gesetzliche Pflicht zum BEM trifft Arbeitgeber, wenn Beschäftigte länger als sechs Wochen im Jahr krank sind. Doch was steckt wirklich hinter dem Verfahren?
Vom Gesetz zur gelebten Praxis: So läuft ein BEM
Der Prozess beginnt mit einer Einladung des Arbeitgebers – die Teilnahme bleibt für den Mitarbeiter freiwillig. Kern ist ein gemeinsames Gespräch zur Analyse der Situation.
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- Analyse: Welche Faktoren, ob beruflich oder privat, haben zur Erkrankung beigetragen?
- Maßnahmenplanung: Gemeinsam werden Lösungen erarbeitet. Diese reichen von Arbeitsplatzanpassungen und stufenweiser Wiedereingliederung bis zu Coaching oder externer Beratung.
- Zusammenarbeit: Betroffener, Arbeitgeber, Betriebsrat und Betriebsarzt arbeiten Hand in Hand.
Das Ziel ist klar: Die Arbeitsunfähigkeit überwinden, erneuten Ausfällen vorbeugen und den Arbeitsplatz sichern. Gerade bei stressbedingten Erkrankungen wie Burnout, das die WHO als Folge von chronischem Arbeitsstress definiert, liegt der Fokus oft auf systemischen Ursachen.
Mehr als Rückkehrhilfe: BEM als Frühwarnsystem
Ein proaktiv genutztes BEM wird zum strategischen Vorteil. Wiederkehrende Themen in den Gesprächen, wie Arbeitsverdichtung oder Führungsprobleme, liefern dem Unternehmen wertvolle Hinweise.
Sie ermöglichen es, präventive Maßnahmen für die gesamte Belegschaft abzuleiten. Seit 2013 sind Arbeitgeber ohnehin zur psychischen Gefährdungsbeurteilung verpflichtet. Ein gut etabliertes BEM kann deren Ergebnisse in der Praxis validieren und konkretisieren.
Die Herausforderung: Potenzial versus Papierkrieg
In der Praxis klafft eine Lücke. Während Vorreiter das BEM vorbildlich in ihr Gesundheitsmanagement integrieren, sehen andere darin nur eine Formalie vor einer möglichen Kündigung.
Dabei sind die Vorteile für beide Seiten klar: Unternehmen sichern Fachwissen, senken Fehlzeitenkosten und stärken ihre Attraktivität als Arbeitgeber. Mitarbeiter erfahren Wertschätzung und erhalten konkrete Unterstützung.
Die fortschreitende Enttabuisierung psychischer Erkrankungen wird die Bedeutung des BEM weiter erhöhen. Die Zukunft gehört Unternehmen, die es schaffen, aus der gesetzlichen Pflicht einen festen Bestandteil einer präventiven und wertschätzenden Unternehmenskultur zu machen.
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