Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hat Kritik am Krisenmanagement im Umgang mit dem anhaltenden Stromausfall im Südwesten der Hauptstadt zurückgewiesen.
06.01.2026 - 13:48:14Berlins Innensenatorin verteidigt Krisenmanagement nach Stromausfall
"Wir haben sofort angefangen zu arbeiten, und die Krisenstäbe funktionieren", sagte sie.
Zur Kritik im jüngsten Jahresbericht des Landesrechnungshofs sagte sie, diese sei inzwischen überholt. Der Bericht sei Ende November veröffentlicht worden. "Er betrifft den Zeitraum 2023 und 2024", sagte Spranger. "Die Behörden haben in kürzester Zeit das nachgeholt, was in über 30 Jahren vernachlässigt wurde."
Spranger warnt vor Falschinformationen
Der Landesrechnungshof hatte kritisiert, die Berliner Katastrophenschutzbehörden seien organisatorisch und personell nicht ausreichend auf Katastrophen und Großschadensereignisse vorbereitet. Er bemängelte außerdem ungeklärte Zuständigkeiten.
Außerdem warnte Spranger vor Fake News im Zusammenhang mit dem Stromausfall, ohne konkrete Beispiele zu nennen. "Es kursieren falsche Informationen", sagte sie. "Hier wird bewusst in Kauf genommen, dass Verunsicherung entsteht."
Sie rief dazu auf, sich bei offiziellen Quellen zu informieren. Dazu zählten die Senatsverwaltungen, Polizei, Feuerwehr, Technisches Hilfswerk sowie weitere Hilfsorganisationen und Behörden. "Dieses Stellen informieren laufend und abgestimmt aus einer Hand", sagte Spranger. "Das ist mir sehr, sehr wichtig."
Nach dem Brandanschlag an einer Kabelbrücke im Bezirk Steglitz-Zehlendorf, zu dem sich eine linksextremistische Gruppierung bekannte, waren am Samstagmorgen im Südwesten Berlins zunächst 45.000 Haushalte und 2.200 Unternehmen ohne Strom. Nach Angaben des Betreibers Stromnetz Berlin werden voraussichtlich erst Donnerstagnachmittag alle Haushalte wieder am Netz sein.

