Wohnungsbau, Genehmigungen

Berliner Wohnungsbau: Genehmigungen steigen, doch der Druck bleibt

04.04.2026 - 05:30:29 | boerse-global.de

Die Hauptstadt verzeichnet einen deutlichen Anstieg bei Bauzulassungen, doch hohe Kosten und Bürokratie bremsen die Umsetzung. Experten fordern eine radikale Wende in der Förderpolitik.

Berliner Wohnungsbau: Genehmigungen steigen, doch der Druck bleibt - Foto: über boerse-global.de

Berlin genehmigte 2025 fast 14.000 neue Wohnungen – ein Plus von über 40 Prozent. Doch der politische Druck auf den Senat wächst weiter, denn die Lücke zum eigentlichen Bedarf bleibt riesig. Branchenverbände fordern eine radikale Wende in der Förderpolitik, um die soziale Stabilität der Hauptstadt zu sichern.

Ein Hoffnungsschimmer mit Haken

Die neuen Zahlen des Statistikamtes Berlin-Brandenburg lassen die Senatsverwaltung vorsichtig aufatmen. Im vergangenen Jahr gingen Genehmigungen für 13.750 Wohnungsbauprojekte über den Tisch. Besonders in Neukölln boomt die Bürokratie: Dort vervierfachte sich die Zahl.

Doch eine Genehmigung ist noch kein Baubeginn. Rund 40 Prozent der bewilligten Vorhaben liegen aktuell auf Eis. Hohe Baupreise und bürokratische Hürden bremsen die Realisierung aus. Die gestiegenen Kosten, die im Februar erneut um fünf Prozent zulegten, sind ein wesentlicher Bremsklotz.

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Der Kampf um 100.000 Wohnungen

Wie kann Berlin sein selbstgestecktes Ziel von 100.000 neuen Einheiten erreichen? Unternehmensverbände haben ein Konzept vorgelegt. Sie sehen Potenzial in der Überbauung von Supermärkten, der Umwandlung leerstehender Büros und der Aufstockung bestehender Häuser.

Die Dramatik zeigt eine andere Zahl: Eigentlich bräuchte Berlin rund 840.000 Sozialwohnungen. Der Bestand ist jedoch auf etwa 80.000 geschrumpft. Mieterbünde fordern deshalb ein Sondervermögen von 50 Milliarden Euro, um bundesweit jährlich 100.000 Sozialwohnungen zu schaffen – mit einem großen Anteil für Berlin.

Bürokratieabbau oder Grünflächenfraß?

Ein zentrales Werkzeug des Senats ist das „Schneller-Bauen-Gesetz“. Unter dem Projektnamen „EinfachBauenBerlin“ will die Verwaltung Hürden in den Bezirken abbauen und Verfahren zentralisieren. Sollten Bezirke verzögern, droht der Senat mit Weisungen.

Die Pläne sind umstritten. Umweltverbände wie der BUND Berlin warnen vor der Bebauung von Grünflächen wie dem Tempelhofer Feld. Die Linksfraktion fordert derweil ein stärkeres Engagement der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften. Deren Ziel von 7.500 neuen Sozialwohnungen pro Jahr wurde bislang nicht dauerhaft erreicht.

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Wirtschaft und Sozialkosten unter Druck

Die Wohnungskrise wird zum Standortrisiko. Unternehmen berichten, dass Fachkräfte Jobangebote ablehnen, weil sie keine bezahlbare Unterkunft finden. Das treibt die Löhne und gefährdet die wirtschaftliche Dynamik.

Gleichzeitig explodieren die sozialen Folgekosten. Der Staat zahlt Milliarden für Wohngeld an private Vermieter, anstatt in preisgebundene Wohnungen zu investieren. Experten fordern daher eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Bauleistungen für Sozialwohnungen von 19 auf 7 Prozent.

Wird der Trend anhalten?

Die landeseigenen Gesellschaften planen für dieses und nächstes Jahr über 14.500 Baubeginne. Ob das reicht, um die 100.000er-Marke zu knacken, ist fraglich. Entscheidend werden stabile Zinsen und fließende Bundesfördergelder sein.

Ein wichtiger Termin steht im ersten Halbjahr an: eine Sonderkonferenz der Bauminister unter Berliner Vorsitz. Die Hauptstadt will das Thema Wohnen als soziale Infrastruktur auf europäischer Ebene verankern. Der Erfolg wird sich daran messen, ob die soziale Mischung der Stadt trotz des Marktdrucks erhalten bleibt.

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