Beschäftigte, Fehlzeiten

Berliner Beschäftigte fehlen seltener, aber länger

17.03.2026 - 00:00:23 | boerse-global.de

Die krankheitsbedingten Fehlzeiten in Berlin sind 2025 leicht gesunken, doch psychische Erkrankungen sind zur Hauptursache für lange Ausfallzeiten geworden und verursachen über ein Drittel aller Fehltage.

Berliner Beschäftigte fehlen seltener, aber länger - Foto: über boerse-global.de
Berliner Beschäftigte fehlen seltener, aber länger - Foto: über boerse-global.de

Die krankheitsbedingten Fehlzeiten in Berlin sind leicht gesunken. Laut einer aktuellen Auswertung der AOK Nordost fehlten Angestellte 2025 durchschnittlich 20,6 Tage. Im Vorjahr waren es noch 21 Tage. Doch die Entspannung ist trügerisch: Das Gesamtniveau bleibt hoch, und die Ursachen für Ausfälle verschieben sich dramatisch.

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Ein Drittel aller Fehltage durch Langzeiterkrankte

Die neuen Daten des Wissenschaftlichen Instituts der AOK zeigen eine besorgniserregende Tendenz. Mehr als 33 Prozent aller Fehltage in der Hauptstadt gehen auf Langzeiterkrankungen zurück. Ein Drittel des gesamten Arbeitsausfalls wird also von Menschen verursacht, die über Wochen oder Monate nicht arbeiten können.

Klassische Muskel-Skelett-Beschwerden sind dabei längst nicht mehr der Hauptgrund. Stattdessen dominieren zunehmend psychische Erkrankungen die Statistik. Sie sind zur häufigsten Ursache für lange Abwesenheiten geworden.

Psychische Leiden verursachen längste Ausfälle

Die Zahlen sind eindeutig: Psychische Diagnosen führen zu den mit Abstand längsten Fehlzeiten. Bundesweite AOK-Daten belegen durchschnittlich 28,5 Ausfalltage pro Fall – ein Spitzenwert unter allen Diagnosegruppen.

Andere Krankenkassen bestätigen den Trend für Berlin. Laut DAK-Gesundheit entfielen 2025 auf 100 erwerbstätige Versicherte rund 359 Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen. Das ist ein erneuter Anstieg. Solche Langzeiterkrankungen machen bundesweit nur etwa 3,3 Prozent der Fälle aus, verursachen aber über 40 Prozent aller Fehltage.

Digitalisierung verzerrt den historischen Vergleich

Experten weisen auf einen wichtigen statistischen Effekt hin: Den generellen Sprung der Fehlzeiten seit 2022 führen sie maßgeblich auf die elektronische Krankschreibung (eAU) zurück. Seit Ärzte die Bescheinigungen digital übermitteln, werden auch kurze Ausfälle lückenlos erfasst. Zuvor gingen viele Meldungen verloren.

Trotz dieses Effekts zeigt der Trend für 2025 bundesweit eine leichte Entspannung. Beschäftigte fielen deutschlandweit im Schnitt 23,3 Tage aus, nach 23,9 Tagen im Vorjahr. Der Höchststand von 24,5 Tagen aus dem Einführungsjahr 2022 wurde unterschritten.

Unternehmen brauchen neue Strategien

Der leichte Rückgang des Krankenstands täuscht. Die strukturellen Ursachen haben sich verschoben, und das stellt Arbeitgeber vor neue Herausforderungen. Die Prävention mentaler Belastungen ist komplexer als ergonomische Maßnahmen am Schreibtisch.

Faktoren wie Arbeitsverdichtung, ständige Erreichbarkeit und Konflikte im Team erhöhen das Stresslevel. Studien zeigen, dass besonders jüngere Beschäftigte in gemischten Teams über mentale Belastungen klagen. Unternehmen müssen Führungskräfte sensibilisieren und eine wertschätzende Kultur etablieren. Die reine Fokussierung auf physische Gesundheit reicht nicht mehr aus.

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Prävention rückt in den Fokus

Für die Zukunft wird das Thema mentale Gesundheit weiter an Bedeutung gewinnen. Angesichts des Fachkräftemangels können sich Unternehmen hohe Ausfallquoten nicht leisten. Experten fordern einen intensiveren Dialog zwischen Arbeitgebern, Gewerkschaften und Ärzten.

Lösungsansätze sind flexiblere Arbeitszeitmodelle, betriebsinterne psychologische Beratung und die Enttabuisierung mentaler Probleme. Die aktuellen Zahlen deuten auf eine leichte Besserung hin, zeigen aber auch: Der Weg zu einer nachhaltig gesunden Arbeitswelt ist noch lang.

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